Profisegler Boris Herrmann schipperte Greta Thunberg über den Atlantik. Nach seiner Rückkehr aus New York berichtet der Skipper bei ZDF-Talker Markus Lanz von seiner viel diskutierten Reise – und zeigt sich tief beeindruckt von seiner Zeit mit der jungen Klimaaktivistin.

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Vor drei Tagen ist Boris Herrmann aus New York zurückgekehrt. Der Profisegler chauffierte Greta Thunberg, die 16 Jahre alte Klimaaktivistin von Plymouth nach New York, quer über den Atlantik. Bei dem Jugend-Klimagipfel der Vereinten Nationen teilnehmen und dabei möglichst klimafreundlich reisen – das war der Wunsch der jungen Schwedin.

Die Reise der bekannten Klimakämpferin hatte nicht zuletzt deshalb großes Aufsehen erregt, weil Segelprofi Herrmann sich nicht nur mit Stürmen und Flauten auseinanderzusetzen hatte. Kritiker bezeichneten die Atlantiküberquerung mit der Rennyacht "Malizia II" mitunter als Farce, da unter anderem der Rücktransfer der Besatzung nach Europa per Flugzeug erfolgte – der klimaschädlichen Art der Fortbewegung.

Boris Herrmann nahm bei "Markus Lanz" nun Stellung zu den andauernden Vorwürfen. "Greta ist die Umweltaktivistin, wir sind Profisegler. Wir tun uns zusammen, um sie CO2-neutral von Plymouth nach New York zu bringen. Was wir außerhalb der Sache machen, das ist unser Thema. Dafür kann sie nicht beschuldigt werden", erklärte der Profisegler. In New York habe er einen Vergleich aufgeschnappt: "Wenn ein Veganer ein Taxi nimmt und der Taxifahrer nach Feierabend ein Steak isst, kann man den Veganer dafür nicht beschuldigen."

Boris Herrmann zeigt große Bewunderung für Greta Thunberg

Gleichzeitig bekannte er sich als großer Greta-Fan und zeigte sich begeistert von ihrer Tapferkeit. Am Anfang habe er große Bedenken gehabt, ob die junge Schülerin mit den außergewöhnlichen Bedingungen an Bord des Schiffs klarkommen würde. Seine Rennyacht sei zwar das klimaneutralste Boot ohne jeglichen CO2-Ausstoß, doch dafür sei es unbequem und habe wesentlich weniger Komfort als alternative Schiffe.

Doch während er und die restliche Besatzung, darunter auch Gretas Vater und ein Kameramann, mit Seekrankheit zu kämpfen hatten, sei die schwedische Schülerin davon komplett verschont geblieben. "Wir fühlten uns alle mal ein bisschen mulmig und schlecht und Greta sitzt da und lächelt", berichtete der 38-Jährige. "Das ist wirklich ein Wunder."

Außerdem sei sie gar nicht so ernst, wie sie oft dargestellt wird. "Sie hat einen tollen Humor. Sie kann auch Witze machen", so Herrmann zu Markus Lanz.

Toll finde er auch, dass sie keine Vorschriften machen will, wie jemand zu leben habe. Es gehe ihr viel mehr darum, ein Bewusstsein für klimaschädliches Verhalten zu schaffen. Und dass die Crew mit dem Flieger nach Hause musste, wäre für Greta kein Problem gewesen. (kad)

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