Die Klimaaktivisten lassen nicht locker: "Fridays for Future" kündigt den nächsten globalen Aktionstag an und auch die Gruppe Extinction Rebellion erhöht den Druck auf die Politik.

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Die Bewegung Fridays for Future hat einen weiteren globalen Aktionstag für den 29. November angekündigt. Er findet direkt vor Beginn der Weltklimakonferenz in Chile (2. bis 13. Dezember) statt. In über 100 Städten seien bereits Aktionen geplant, teilten die Organisatoren mit. Neben klassischen Streiks solle es auch "kreative Proteste" geben.

Im Alter von damals 15 Jahren hatte sich die Schwedin Greta Thunberg im August 2018 vor das Parlament in Stockholm gesetzt, um die Politiker ihres Landes zu einem stärkeren Einsatz für den Klimaschutz aufzufordern. Daraus ist die Fridays-for-Future-Bewegung entstanden. An den Klimaprotesten beteiligen sich vor allem Schüler und Studierende, zunehmend auch Wissenschaftler und andere Erwachsene.

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Klimapaket als "politische Bankrotterklärung" kritisiert

In einem am Freitag veröffentlichten offenen Brief an die Spitzen der Bundesregierung und Regierungsparteien bezeichnet die Fridays-for-Future-Organisation die Entscheidungen der großen Koalition in Sachen Klimaschutz als "politische Bankrotterklärung".

"Zwar behaupten Sie inzwischen, Fridays for Future hätte Sie aufgerüttelt - doch angesichts dieses lächerlichen Maßnahmenpakets befinden Sie sich offenbar weiterhin im politischen Tiefschlaf", heißt es weiter. "Mit dem Eckpunktepapier ignorieren Sie nicht nur den Wunsch Hunderttausender junger Menschen nach einer lebenswerten Zukunft, sondern auch die Weckrufe aus der Wissenschaft und aus breiten Teilen der Bevölkerung."

Die Bundesregierung hatte am 20. September Eckpunkte eines Maßnahmenpakets zum Klimaschutz beschlossen. Unter anderem soll ein CO2-Preis klimaschädliche Brennstoffe aus Öl, Erdgas und Kohle verteuern. In den Bereichen Verkehr und Heizen will die Bundesregierung 2021 mit zehn Euro pro Tonne Kohlendioxid (CO2) einsteigen. Kritiker finden diesen Preis zu niedrig.

Extinction Rebellion macht Druck

Auch das Klima-Aktionsbündnis Extinction Rebellion hat unterdessen weitere Aktionen angekündigt. Es will ab kommendem Montag mit Protesten in 60 Städten weltweit den Druck auf die Politik erhöhen. Die Regierungen würden nicht genug gegen den "Klima- und Umweltnotstand" unternehmen, erklärte die Gruppe im Internet. Die Menschen müssten deswegen "rebellieren".

Geplant sind über zwei Wochen Aktionen zivilen Ungehorsams vor allem in Städten in Europa, Nordamerika und Australien, aber auch in Argentinien, Südafrika und Indien. Die Folgen der Erderwärmung seien keine "entfernte Apokalypse", warnte Extinction Rebellion. "Menschen in aller Welt leiden und sterben bereits jetzt." (dpa/afp/mcf)