Greta Thunberg wird 18: Das erstaunliche Leben der bekannten Umweltaktivistin

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Am 3. Januar feiert Greta Thunberg ihren 18. Geburtstag. Obwohl sie damit gerade einmal volljährig ist, hat sie bereits maßgeblich die Politik sowie die westliche Gesellschaft beeinflusst. "Fridays For Future" ist mittlerweile eine weltweite Bewegung. Das bewegte Leben einer Schwedin, die zur Symbolfigur einer Generation wurde. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Die Umweltaktivistin Greta Thunberg kam am 3. Januar 2003 in Schwedens Hauptstadt Stockholm unter dem vollen Namen Greta Tintin Eleonora Ernman Thunberg zur Welt. Ihre Eltern Malena Ernman und Svante Thunberg sind in der schwedischen Heimat keine Unbekannten.
Mutter Malena ist eine Opernsängerin, die 2009 für ihr Heimatland beim Eurovision Song Contest angetreten war. Zudem ist sie Mitglied der Königlich Schwedischen Musikakademie. Ihr Vater Svante ist Schauspieler, Musikproduzent und Autor.
Die dramatischen Nachrichten ließen die damals Achtjährige nicht mehr los. Sie habe sich anfangs machtlos gefühlt und sich immer weiter informiert, bis sie schließlich Depressionen entwickelte. Mit elf Jahren hörte sie dann plötzlich zu reden und zu essen auf.
Im Alter von zwölf Jahren diagnostizieren Ärzte bei Greta Thunberg das Asperger-Syndrom - eine Variante des Autismus. Es handelt sich dabei um eine Kontakt- und Kommunikationsstörung. Ihr außergewöhnliches Engagement für den Umweltschutz hat etwas mit der Krankheit zu tun.
Im Interview mit "The New Yorker" erklärte sie: "Ich sehe die Welt etwas anders, aus einer anderen Perspektive. Ich habe ein Spezialinteresse. Es ist sehr verbreitet, dass Menschen im Autismus-Spektrum ein Spezialinteresse haben."
Ihr Engagement für den Klimaschutz half ihr dabei, ihre entwickelte Depression und Essstörung zu überwinden. Bis heute lebt Thunberg vegan und verzichtet auf Flugreisen. So reist sie meist mit dem Zug, Bus oder Elektroauto.
Erstmals Aufmerksamkeit erregte das schwedische Mädchen im August 2018, als sie sich am ersten Schultag nach den Ferien mit einem Schild vor dem schwedischen Reichstag in Stockholm setzte. Darauf stand: "Skolstrejk för klimatet" – zu Deutsch: "Schulstreik für das Klima“.
Die Meldung des streikenden Mädchens machte weltweit Schlagzeilen. Bis zum 9. September 2018, dem Tag der Reichstagswahl, demonstrierte Thunberg täglich. Danach nur noch einmal pro Woche – am Freitag.
Schnell gab es in ganz Schweden Nachahmer: Schüler schlossen sich vor Rathäusern zusammen und demonstrierten für das Klima.
Aber nicht nur in Schweden: Auch in Australien, Belgien, Frankreich, Finnland und Dänemark gingen Jugendliche für ihre Zukunft freitags auf die Straße. In Australien streikten beispielsweise am 30. November 2018 mehr als 10.000 Schüler. Auch in Deutschland zogen junge Menschen mit Schildern los - "Fridays for Future" (FFF) war geboren.
Das Konzept weitete sich immer weiter aus: Am 15. März 2019 nahmen weltweit knapp 1,8 Millionen Menschen an den "Fridays for Future"-Demonstrationen teil.
Durch soziale Medien wie Twitter und Instagram erreichte Greta Thunberg die junge Generation und wurde schnell zur Symbolfigur einer ganzen Bewegung. Die Teenagerin reiste durch ganz Europa und nahm an Protesten teil. Was nicht immer ganz einfach für sie war.
"Es ist sehr anstrengend", sagte sie einst im Interview mit "Spiegel Online". "Ich bin es nicht gewohnt, im Mittelpunkt zu stehen. Normalerweise bin ich das stille Mädchen, das ganz hinten sitzt. Aber von einem Tag auf den anderen wollen nun viele Menschen mit mir sprechen und Selfies mit mir machen. Das überwältigt mich manchmal."
Aber es lohnt sich - in der Gesellschaft bricht ein Umdenken los: Unternehmen setzen sich das Ziel, emissionsfrei zu produzieren. Einwegprodukte aus Kunststoff sind ab dem 3. Juli 2021 in der EU verboten. Immer mehr Menschen nehmen die Bahn, anstatt zu Fliegen. Der Umweltschutz ist plötzlich im Alltag vieler Menschen angekommen.
Als Klimaaktivisten nahm Thunberg 2018 an der UN-Klimakonferenz in Katowice (Polen) teil, wo sie UN-Generalsekretär António Guterres traf und eine Rede im Plenarsaal des Gipfels hielt. Die Ansprache ging viral, was ihr nicht nur positive Rückmeldung einbrachte. Klimaleugner und rechte Politiker kritisierten Thunberg und nannten sie "idiologisch verblendet".
Aufhalten ließ sich das schwedische Mädchen deshalb nicht. Vom 23. bis 25. Januar 2019 ging es für Thunberg nach Davos zum Weltwirtschaftsforum. Wenig später sprach sie vor dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss in Brüssel. Dort forderte sie eine Senkung des CO2-Ausstoßes um 80 Prozent.
Unvergessen bleibt auch ihre Rede vor dem UN-Klimagipfel in New York im September 2019. Dort warf sie den rund 60 anwesenden Regierungschefs vor, ihre Generation im Stich zu lassen. "Wie könnt ihr es wagen zu glauben, dass man das lösen kann, indem man so weitermacht wie vorher – und mit ein paar technischen Lösungsansätzen?" Der Satz "How dare you?“ ging um die Welt.
Beeindruckt von ihrem Engagement sind nicht nur Jugendliche der ganzen Welt, sondern auch Politiker. So traf sie bereits den französischen Präsidenten Emmanuel Macron …
… und den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama. Auf Instagram postete er ein Bild von dem Treffen und schrieb damals dazu: "Mit nur 16 Jahren ist Greta Thunberg bereits eine der wichtigsten Fürsprecherinnen dieses Planeten."
Selbst Papst Franziskus hatte sie am 17. April 2019 auf dem Petersplatz in Rom getroffen, wo Thunberg ihm ein Plakat mit der Aufschrift "Join the climate strike" (zu Deutsch: "Trete dem Klimastreik bei") zeigte.