Läuft alles nach Plan, verlässt Großbritannien am 31. Oktober die Europäische Union. Bislang ist allerdings noch völlig unklar, ob das mit oder ohne Abkommen mit der EU passiert. Was der Brexit für Reisende ab November bedeutet, erfahren Sie hier.

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Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick:

  • Die Übergangsphase nach dem Brexit geht bis zum 31. Dezember 2020.
  • Visum - ja oder nein? Nein! Deutsche brauchen auch weiterhin kein Visum, wenn sie kurzzeitig ins Vereinigte Königreich reisen wollen.

Brauchen Deutsche nach dem Brexit ein Visum für Großbritannien?

Nein, laut der britischen Regierung soll es weiterhin für Deutsche möglich sein, visumsfrei nach Großbritannien zu reisen - auch nach dem Brexit. Und auch, wenn dieser ohne Abkommen über die europäische Bühne geht.

Die Übergangszeit nach dem Austritt aus der EU geht bis zum 31. Dezember 2020, wie das Bundesinnenministerium zum Brexit erklärt. In dieser Phase ist das Reisen weiterhin mit einem Personalausweis und einem biometrischen Reisepass möglich. Danach brauchen Touristen einen Reisepass.

Im Falle eines ungeregelten Brexit:

Sollte das Vereinigte Königreich (UK) kein Abkommen mit der EU aushandeln können, hat die Europäische Kommission in Brüssel bereits beschlossen, dass EU-Bürger, die nach Großbritannien reisen wollen, weiterhin kein Visum brauchen. Das gilt für den Fall einer Reise von höchstens 90 Tagen in einem Zeitraum von 180 Tagen. Konkret bedeutet das: Nur wer einen Aufenthalt plant, der länger als 90 Tage dauert, braucht ein Visum.

Auch Briten, die in die EU reisen möchten, sind von der Visumspflicht im gleichen Zeitraum befreit. Allerdings ändert sich dann der Rechtsstatus der britischen Bürger. Das heißt: Sie sind keine Unionsbürger mehr und werden zu so genannten Drittstaatenangehörigen. Wollen Briten also nach der Übergangszeit in Deutschland leben und arbeiten, brauchen sie einen Aufenthaltstitel von der Ausländerbehörde.

Roaming: Können Handys nach dem Brexit weiterhin zu Inlandstarifen genutzt werden ("Roam-like-at-home")?

Aktuell ist es möglich, in allen EU-Mitgliedsstaaten die gleichen Tarife auf dem Handy zu nutzen, die man auch im Heimatland hat. Im Falle eines ungeordneten Brexit gilt jedoch auch hier: Diese Preisdeckelung greift dann nicht mehr. Im Vereinigten Königreich würden dann die Regeln für internationales Roaming gelten.

Wenn Großbritannien sich auf ein Abkommen mit der EU einigt, soll es jedoch möglich sein, Daten, Anrufe und Textnachrichten auch weiterhin zu nutzen, ohne Roaming-Gebühren zahlen zu müssen.

Brauchen EU-Bürger künftig einen besonderen Führerschein in England?

Ein internationaler Führerschein wird auch nach dem Austritt Großbritanniens nicht nötig sein, der deutsche Führerschein wird weiterhin anerkannt. Dabei spielt es keine Rolle, ob man mit dem eigenen Auto oder mit einem Mietwagen unterwegs ist.

Wer sein Fahrzeug mit ins Vereinigte Königreich nimmt, muss nach dem Brexit eine Zulassungsbescheinigung (Teil I) dabei haben - das ist aktuell aber auch schon der Fall, wie die Bundesregierung mitteilt. Ab dem Tag des Austritts brauchen Autofahrer zusätzlich die Grüne Internationale Versicherungskarte.

Dürfen Tiere weiterhin ins Vereinigte Königreich mitreisen?

Wer sein Tier mit nach Großbritannien nehmen möchte, kann das weiter tun. Welche Bedingungen dabei bei der Einreise erfüllt werden müssen, liegt nach einem ungeregelten Austritt in der Hand des UK. Laut Bundesregierung muss man etwa einen Heimtierpass im Gepäck haben, der den Nachweis eines gültigen Impfschutzes gegen Tollwut enthält.

Ist nach dem Brexit eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll?

Aktuell sind Reisende aus der EU durch ihre jeweiligen Krankenversicherungen in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union krankenversichert und haben einen Anspruch auf medizinische Leistungen. Wenn Großbritannien die EU verlässt, erlischt auch dieser Anspruch - allerdings erst nach der Übergangsfrist bis Ende 2020.

Der ADAC rät daher, bei der Krankenkasse nachzufragen, ob diese Kosten, die durch Krankheit entstehen, in einem Drittland übernimmt und ob eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden sollte. Großbritannien gilt nach dem Austritt als Drittland.

Dürfen britische Fluggesellschaften noch nach Deutschland fliegen und umgekehrt?

Wenn Großbritannien ohne Abkommen aus der Europäischen Union ausscheidet, so ist das Königreich auch nicht mehr Mitglied des gemeinsamen europäischen Luftverkehrsraums.

Aber auch hier gibt es eine Übergangsfrist: Bis 30. März 2020 haben britische Fluggesellschaften Verkehrsrechte für Flüge aus Großbritannien nach Deutschland und umgekehrt - laut Bundesinnenministerium wird diese Frist vermutlich bis 24. Oktober 2020 verlängert. Daran arbeitet die Europäische Kommission aktuell.

Wie geht es für britische Staatsangehörige bei einem geregelten Austritt weiter?

Verlässt Großbritannien am 31. Oktober 2019 die EU mit einem Abkommen, dann gilt auch hier die Übergangsphase bis zum 31. Dezember 2020. Das bedeutet, dass das Vereinigte Königreich in dieser Zeit weiterhin wie ein EU-Mitgliedsstaat behandelt wird, wie das Bundesinnenministerium zum Brexit erklärt. Auch die Freizügigkeit gilt in diesem Zeitraum weiterhin, das heißt: Sie dürfen überall in der EU arbeiten und leben.

(Stand: 9. Oktober 2019)

Verwendete Quellen:

  • Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Brexit: Fragen und Antworten zum No-Deal-Szenario
  • Bundesministerium des Inneren: Fragen und Antworten zu Auswirkungen auf die Statusrechte der Bürger im Zusammenhang mit dem Brexit
  • bundesregierung.de: Gewappnet für alle Fälle: Vorbereitungen der Bundesregierung auf den Brexit
  • Bundesministerium für Gesundheit: Versicherungsschutz im Ausland
  • GEO: Reisen nach dem Brexit: Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick
  • ADAC: Brexit: Was Reisende wissen sollten
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