Gregor Gysi wünscht sich einen differenzierteren Umgang mit Karl Marx im Diskus der deutschen Öffentlichkeit. Bei der Enthüllung des Denkmals anlässlich des 200. Geburtstag von Marx plädierte er für eine Aufhebung der "Verbannung aus Deutschland".

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Der Linken-Politiker Gregor Gysi hat sich dafür ausgesprochen, Karl Marx vom "Missbrauch" durch die Sowjetunion und die DDR zu befreien. "Wir hier in Deutschland haben immer noch ein unnatürliches Verhältnis zu Karl Marx", sagte Gysi am Samstagabend in der Universität Trier zum 200. Geburtstag von Karl Marx.

Plädoyer für Befreiung von ideologischem Missbrauch

"Er ist zweifellos ein großer Geist der Menschheitsgeschichte. Für seinen Missbrauch in der Sowjetunion, der DDR und in anderen Ländern ist er nicht verantwortlich."

Der frühere Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag forderte: "Wir müssen ihn von diesem Missbrauch endlich befreien, indem wir ihn als das verstehen, was er war: als Denker und Kämpfer einer Befreiungsidee."

Geschenk aus China

Karl Marx müsse außerdem "von seiner Verbannung aus Deutschland befreit" werden. Zu dem in Trier enthüllten Denkmal von Karl Marx, einem Geschenk der Volksrepublik China, sagte Gysi: "War das wirklich nötig? Hätten wir das nicht selber den Auftrag geben können?" Er forderte erneut, die Universität Trier in Karl-Marx-Universität umzubenennen. "Man kann sich mit Karl Marx auch kritisch auseinandersetzen, sollte sich aber klar zu ihm bekennen."

Gysi tauft eigenmächtig Universität um

Die Universität lehnt bisher eine solche Umbenennung ab. Unter dem Jubel und Gejohle der Studenten sagte Gysi: "Ohne jede oder doch nur mit einer sehr begrenzten Zuständigkeit verleihe ich aus Anlass seines 200. Geburtstags dieser Universität hier und heute den Namen Karl Marx." (mc/dpa)  © Wundermedia

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Gregor Gysi: Seine besten Sprüche

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