Der Linken-Politiker Gregor Gysi hält es weiter für offen, ob seine Fraktionskollegin Sahra Wagenknecht eine eigene Partei gründet.

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"Mit Sahra Wagenknecht führe ich Gespräche, Klarheit gewinne ich dadurch nicht", sagte Gysi am Montag in Berlin. "Es leben in ihr natürlich zwei Welten. Die eine Welt sagt: "Man müsste eigentlich eine neue Partei gründen." Und die andere Welt sagt: "Nee, man müsste das nicht und das ist auch zu schwierig." Und das ist, glaube ich, in ihr und in ihrem Umfeld noch nicht richtig entschieden."

Wagenknecht hat sich mit der Linken-Parteispitze um die Vorsitzenden Janine Wissler und Martin Schirdewan überworfen und erwägt die Gründung einer eigenen Partei. Sie will sich bis zum Jahresende entscheiden.

Gysi erinnerte an die Schwierigkeiten einer Parteigründung. Gruppiere sie sich um eine einzige führende Figur, sei das "ein bisschen wenig". Wolle die Partei zur Bundestagswahl antreten, müsste sie 16 Landesverbände und mindestens 20 Büros gründen. Es sei unklar, wer dies organisieren solle. "Da kann ich nur sagen: Viel Vergnügen", meinte Gysi. Es werde auch nicht funktionieren, "wenn man so halbrechte und linke Themen zusammen anbietet".

Sollte es dennoch zur Parteigründung kommen, "würde ich entschieden dagegen kämpfen", fügte Gysi hinzu. Andere Parteien hätten in den vergangenen Jahrzehnten vergeblich versucht, die Linke moralisch und finanziell auszuschalten. Er könne nicht zulassen, dass die Linke die Linke kaputt mache.  © dpa

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