Der frühere Linken-Fraktionschef Gregor Gysi hat seine Kollegin Sahra Wagenknecht aufgefordert, Abstand von der Gründung einer Konkurrenzpartei zu nehmen. Sollte Wagenknecht jedoch tatsächlich eine Partei gründen, müsse sie ihr Bundestagsmandat zurückgeben, forderte Gysi am Freitag. "Alles andere wäre dann für mich wirklich ein Mandatsklau, und zwar ein unmoralischer Mandatsklau."

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Außerdem sagte Gysi: "1990 und in der Zeit danach hat man versucht, meine damalige Partei politisch-moralisch auszuschalten. Das ist nicht gelungen. Dann ist man einen anderen Weg gegangen und hat versucht, uns finanziell über Steuerbescheide auszuschalten. Und das ist auch nicht gelungen. Und weil es unseren Gegnern und Konkurrenten nicht gelungen ist, haben sich nun einige Linke gesagt, wir müssen das selbst machen." Er aber werde weiter leidenschaftlich gegen diese Versuche kämpfen - auch dagegen, "dass ehemalige Linke so einer halb-linken, halb-rechten Partei versuchen, uns auszuschalten".

Wagenknecht liegt seit Monaten mit der Parteispitze um die Vorsitzenden Janine Wissler und Martin Schirdewan über Kreuz und liebäugelt mit der Gründung einer Konkurrenzpartei. Nach Angaben aus der Linken gab es konkrete Anwerbeversuche aus Wagenknechts Umfeld für das neue Projekt. Gysi trat am Freitag gemeinsam mit Schirdewan und Wissler auf und betonte seine Loyalität zur Parteispitze.  © dpa

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