Helmut Kohl ist tot. Der Altkanzler verstarb im Alter von 87 Jahren. Auf der ganzen Welt zollen Politiker dem "Vater der Deutschen Einheit" Respekt und betrauern seinen Verlust. Die Reaktionen zum Tod von Helmut Kohl im Überblick.

Ganze 16 Jahre war Helmut Kohl der Bundeskanzler von Deutschland. Jetzt ist "der ewige Kanzler" im Alter von 87 Jahren verstorben. Sowohl nationale als auch internationale Politiker zeigen sich vom Tod des Altkanzlers betroffen.

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  • Angela Merkel

Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihren gestorbenen Amtsvorgänger Helmut Kohl als großen Europäer und Kanzler der Einheit gewürdigt. Man werde noch lange bewundern, wie entschlossen er und seine Mitarbeiter die Gunst der Stunde zur deutschen Vereinigung genutzt hätten.

"Das war höchste Staatskunst im Dienste der Menschen und des Friedens", sagte Merkel am Freitag in Rom. "Helmut Kohl ist damit zu einem Glücksfall für uns Deutsche geworden." Kohl habe auch ihren Lebensweg entscheidend verändert. "Ich bin ganz persönlich dankbar, dass es ihn gegeben hat."

  • Frank-Walter Steinmeier

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Verdienste des gestorbenen Altkanzlers Helmut Kohl für die Wiedervereinigung und den Zusammenhalt Europas gewürdigt.

"Es ist ihm gelungen, die deutsche Einheit im friedlichen Einvernehmen und in guter Partnerschaft mit unseren europäischen Nachbarn zu erreichen. Ihm verdanken wir, dass Deutschland als europäische und geeinte Nation bestätigt und damit die "Deutsche Frage" beantwortet wurde", schrieb Steinmeier laut Präsidialamt am Freitagabend an die Witwe Maike Kohl-Richter.

"Wir trauern um einen großen Staatsmann – sein Werk wird Bestand haben. Wir werden Helmut Kohl niemals vergessen", beendete Steinmeier sein Kondolenzschreiben.

  • Cem Özdemir

Grünen-Chef Cem Özdemir hat Altkanzler Helmut Kohl für seine Verdienste um Deutschland und Europa gewürdigt.

Kohl habe eine Ära geprägt, sein Name werde "für immer in Verbindung stehen mit einem der großartigsten Projekte der deutschen Nachkriegsgeschichte, der deutschen Wiedervereinigung".

  • Christian Lindner

Der Bundesvorsitzende der FDP, Christian Lindner, zollte dem Verstorbenen auf Twitter Respekt. Dort bezeichnete er Kohl als leidenschaftlichen Europäer, der eine ganze Generation politisch prägte.

Er war der letzte noch lebende Ex-Außenminister der FDP: Klaus Kinkel ist tot. Der politische Ziehsohn von Hans-Dietrich Genscher starb am Montag mit 82 Jahren.

  • Heiko Maas

Bundesjustizminister Heiko Maas würdigte in einem Tweet die Verdienste Kohls um die Deutsche Einheit.

  • Martin Schulz

Auch der Kanzlerkandidat der SPD Martin Schulz, zeigte sich auf dem Kurznachrichtendienst von Kohls Tod betroffen.

  • Sigmar Gabriel

In einem Statement bezeichnete Außenminister Sigmar Gabriel Helmut Kohl als "großen Staatsmann" und "großen Deutschen." In Gedanken sei man bei "seiner Familie und seinen Kindern", so Gabriel.

  • Peter Altmaier

Mit den Worten: "Wir verdanken Helmut Kohl unendlich viel: Für unsere Freiheit, für unsere Einheit, für unser Europa!", äußerte der Chef des Bundeskanzleramts, Peter Altmaier, auf Twitter.

  • Julia Klöckner

"Wir trauern um den Kanzler der Einheit", schrieb die stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU Julia Klöckner, auf Twitter.

  • Steffen Seibert

Regierungssprecher Steffen Seibert zeigte sich ebenfalls betroffen. Er trauere "um einen großen Deutschen und einen großen Europäer."

  • Peter Tauber

CDU-Generalsekretär Peter Tauber bedankte sich per Twitter für die Verdienste Kohls. Dort schrieb er: "Danke Helmut Kohl. Für die Einheit. Für Europa."

  • Katja Kipping

Die Parteivorsitzende der Linken, Katja Kipping, ehrte den Ex-Bundeskanzler mit einem Zitat auf Twitter.

  • George H. W. Bush

Der frühere US-Präsident George H. W. Bush hat den gestorbenen Alt-Bundeskanzler als "wahren Freund der Freiheit" gewürdigt.

"Er ist der Mann, den ich als einen der größten politischen Führungsfiguren im Nachkriegseuropa ansehe", heißt es in einem Statement von Bush, das sein Büro am Freitag verbreitete.

Bush war einer der US-Präsidenten, die während Kohls Amtszeit im Weißen Haus waren. Beide Politiker gelten als Väter der Deutschen Einheit.

Es sei eine der "großen Freuden meines Lebens", gemeinsam mit Kohl an der friedvollen Beendigung des Kalten Krieges und an der deutschen Wiedervereinigung innerhalb der Nato gearbeitet zu haben.

"Bei all unseren Anstrengungen war Helmut ein Fels - stark und beständig", heißt es in dem Statement Bushs. "Möge Gott der Allmächtige Helmut Kohl segnen und die Freiheit, die er zu erhalten geholfen hat."

  • Bill Clinton

Der frühere US-Präsident Bill Clinton hat zum Tod von Helmut Kohl dessen visionäre Führungskraft gewürdigt. Damit habe Kohl Deutschland und Europa auf das 21. Jahrhundert vorbereitet.

"Er war aufgerufen, einige der monumentalsten Fragen seiner Zeit zu beantworten", heißt es in einem von Clinton verbreiteten Statement.

"Indem er sie richtig beantwortete, machte er die Wiedervereinigung eines starken, prosperierenden Deutschlands möglich und die Schaffung der Europäischen Union."

"Ich werde nie vergessen, wie ich mit ihm 1994 durch das Brandenburger Tor gegangen bin, zu einer Großkundgebung auf der Ostseite, als ich echte Hoffnung in den Augen Zehntausender junger Menschen gesehen habe", heißt es in der Erklärung Clintons.

"Ich wusste in diesem Moment, dass Helmut Kohl der Mann war, der ihnen dabei helfen konnte, ihre Träume zu verwirklichen." Und er fügte hinzu: "Die Geschichte zeigt auch weiterhin, dass er geliefert hat."

  • Michail Gorbatschow

Der russische Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow hat Ex-Kanzler Helmut Kohl als herausragenden Politiker gewürdigt, der deutliche Spuren in der Weltgeschichte hinterlässt.

"Die Deutschen haben Helmut Kohl den Spitznamen "Kanzler der Deutschen Einheit" gegeben. Das ist richtig und gerecht", erklärte Gorbatschow am Freitagabend in Moskau.

In Kohls Amtszeit seien bedeutende Ereignisse gefallen wie das Ende des atomaren Wettrüstens, des Kalten Krieges, der Fall der Berliner Mauer und die deutsche Wiedervereinigung.

"Es war ein großes Glück, dass in dieser schwierigen Zeit an der Spitze der führenden Mächte Staatsmänner waren, die Verantwortungsbewusstsein hatten, die die Interessen ihrer Länder entschlossen vertreten haben, aber die auch in der Lage waren, die Interessen der anderen zu berücksichtigen."

Gorbatschow gilt selbst als einer der Väter der deutschen Einheit. Er war Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, als die Berliner Mauer fiel. Später war er der erste und letzte Präsident der UdSSR.

  • Wladimir Putin

Kremlchef Wladimir Putin hat den Ex-Bundeskanzler als einen "prinzipiellen Verfechter freundschaftlicher Beziehungen" zwischen Berlin und Moskau gewürdigt.

"Ich hatte das Glück, persönlich mit Helmut Kohl sprechen zu können", schrieb Putin am Freitagabend in einem Beileidstelegramm an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel.

"Ich habe seine Weisheit bewundert und seine Fähigkeit, fundierte, zukunftsweisende Entscheidungen auch in schwierigsten Situationen zu treffen."

Mit dem Namen dieses herausragenden Menschen seien die wichtigsten Ereignisse der modernen deutschen Geschichte verbunden, teilte der Kreml in Moskau mit.

Kohl habe eine Schlüsselrolle bei der Beendigung des Kalten Krieges und der deutschen Wiedervereinigung gespielt.

  • Jean-Claude Juncker

Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, lies in Gedenken an den Verstorben "die Europaflaggen vor den europäischen Institutionen auf Halbmast setzen". In einem Statement zum Tode Kohls schrieb er: "Er wird uns fehlen, denn er war Europa und mir persönlich ein echter Vertrauter und Verbündeter."

  • Emmanuel Macron

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Kohl als "sehr großen Europäer" gewürdigt. Auf Twitter schrieb Macron am Freitag: "Meister des vereinigten Deutschlands und der deutsch-französischen Freundschaft: Mit Helmut Kohl verlieren wir einen sehr großen Europäer." Macrons Tweet ist mit einem Foto illustriert, das Kohl mit dem damaligen französischen Staatspräsidenten François Mitterrand Hand in Hand zeigt.

  • Donald Tusk

Auch EU-Ratspräsident Donald Tusk trauert um den Ex-Bundeskanzler. "Ich werde mich stets an Helmut Kohl erinnern. Ein Freund und ein Staatsmann, der geholfen hat, Europa wiederzuvereinen", teilte er am Freitag mit.

  • Mariano Rajoy

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat den verstorbenen Helmut Kohl als "Schlüsselfigur des europäischen Prozesses und der Wiedervereinigung" Deutschlands gewürdigt. "Mein tiefstes Beileid an die Familie, die Freunde und die Partner von Helmut Kohl", schrieb der konservative Politiker auf Twitter.

  • Jens Stoltenberg

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat den verstorbenen Altkanzler gewürdigt. "Helmut Kohl war die Verkörperung eines vereinten Deutschlands in einem vereinten Europa. Als die Berliner Mauer fiel, zeigte er sich der Situation gewachsen. Ein echter Europäer."

  • Charles Michel

Belgiens Premierminister Charles Michel trauert um Helmut Kohl. "Ein wahrer Europäer ist heute von uns gegangen. #HelmutKohl wird uns fehlen. Mein herzliches Beileid an seine Familie und Freunde."

  • Antonio Tajani

EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani ehrt das Vermächtnis von des Ex-Kanzlers. "Ein großer Deutscher und großer Europäer ist von uns gegangen. Ich verneige mich vor der Lebensleistung von #HelmutKohl", erklärte er am Freitag in Brüssel per Twitter.

  • Mark Rutte

"Deutschland verliert einen großen Staatsmann", sagte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte am Freitag in Den Haag.

"Helmut Kohl hat als Bundeskanzler der Einheit die deutsche Geschichte und damit die europäische Geschichte geprägt", fügte Rutte hinzu.

  • Benjamin Netanjahu

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat "tiefe Trauer" über den Tod des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU) geäußert. Kohl sei "einer der größten Freunde des Staates Israel" und der Sicherheit des jüdischen Staates "vollkommen verpflichtet" gewesen, sagte Netanjahu am Freitag nach Angaben seines Büros.

"Kohl war der Führungspolitiker, der Deutschland in Entschlossenheit und mit sicherer Hand vereint hat", sagte Netanjahu. "Seine Sympathie für Israel und den Zionismus ist bei vielen Treffen mit mir deutlich geworden, und in seiner entschlossenen Haltung für Israel, die er immer wieder in Europa und internationalen Foren gezeigt hat."

(thp/dpa)