Die Kinderrechtsorganisation Save the Children hat einen erschreckenden Bericht veröffentlicht. Er untermauert, wie groß das Leid der muslimischen Volksgruppe Rohingya aus Myanmar ist.

Vor einem Außenministertreffen in Myanmar hat die Kinderrechtsorganisation Save the Children einen Bericht veröffentlicht, in dem muslimische Rohingya von grausamen Verbrechen bei ihrer Vertreibung aus dem buddistisch geprägten Land berichten.

In dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht sagt eine 24-jährige Frau, sie habe gesehen, wie ein Soldat eine hochschwangere Frau mit Benzin übergossen und angezündet habe.

Ein anderer Soldat habe einen Säugling seiner Mutter entrissen und ins Feuer geworfen.

Am kommenden Dienstag werden laut Medienberichten aus der Region unter anderem die Außenminister Japans, Schwedens und Chinas zu einem Dialog-Forum in Myanmar erwartet. Den Angaben zufolge nimmt auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) an dem Treffen teil.

Mancher Rohingya denkt an Selbstmord

Save the Children forderte die Minister auf, Druck auf die Regierung von Myanmar auszuüben, um eine Untersuchung der Verbrechen zu erreichen.

Außerdem müssten humanitäre Helfer ungehinderten Zugang erhalten. Gleichzeitig seien die Voraussetzungen für eine sichere freiwillige Rückkehr der Vertriebenen zu schaffen.

In den vergangenen Wochen hatten rund 610.000 Rohingya im Nachbarland Bangladesch Zuflucht gesucht. Eine so große Fluchtwelle innerhalb weniger Tage habe es seit dem Genozid in Ruanda 1994 nicht gegeben, stellte Save the Children fest.

Die Organisation berichtete, einige Flüchtlinge, die Ersparnisse mitgebracht hätten, orientierten sich inzwischen "in Richtung Mittelmeer".

Unter den Ärmsten gebe es Verzweifelte, die sich mit Selbstmordgedanken trügen, sollten sie gezwungen werden, nach Myanmar zurückzukehren.

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© dpa