Ilse Aigner, bayerische Wirtschaftsministerin, setzt sich weiter für ein Burka-Verbot ein. Sie fordert in einem Interview den Bundestag auf, ein entsprechendes Gesetz zu verabschieden. Neu an ihrer Forderung ist: Das Burka-Verbot soll auch für Touristinnen gelten.

"Es passt nicht in unsere Kultur, sich zu verbergen - und es widerspricht unserer Vorstellung von einer Gleichstellung der Frau. Das Gesetz sollte schnell vom Bundestag verabschiedet werden", sagte Ilse Aigner in einem Interview mit der "Welt".

Ihre Partei, die CSU, setzt sich schon länger für ein Verbot von Burka und Niqab ein. Erst vor kurzem hatten die Delegierten auf dem Parteitag in München für zwei Anträge, die Vollverschleierung in der Öffentlichkeit zu verbieten, gestimmt.

Sollte das Verbot kommen, dann sollen sich auch arabische Touristinnen daran halten, findet Aigner. "Als ich in den Iran gereist bin, habe ich die Gebote des Landes befolgt und ein Kopftuch getragen", sagte sie. "Ebenso erwarte ich von Frauen aus dem arabischen Raum, dass sie hierzulande auf die Vollverschleierung verzichten."

In Frankreich gibt es das Burka-Verbot bereits seit April 2011. In einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 1. Juli 2014 heißt es, das Gesetz sei menschenrechtskonform.

(tfr/ska)