Ein Sondergipfel soll die EU in Fragen der Asylpolitik weiterbringen: Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will mit mehreren Staats- und Regierungschefs am Sonntag "an europäischen Lösungen" arbeiten.

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EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat für Sonntag einen Sondergipfel mehrerer Staats- und Regierungschefs zu den Themen Migration und Asyl einberufen.

Wie die EU-Kommission am Mittwoch weiter mitteilte, soll dabei eine Gruppe "interessierter Mitgliedstaaten" vor dem regulären EU-Gipfel Ende kommender Woche "an europäischen Lösungen" arbeiten.

Nach Angaben aus EU-Kreisen nehmen an dem "informellen Arbeitstreffen" neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) voraussichtlich auch die Staats- und Regierungschefs aus Bulgarien, Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich und Spanien teil.

Zuvor hatte die dpa aus Diplomatenkreisen erfahren, dass auch Merkel solch ein Treffen mit mehreren EU-Staaten zur Flüchtlingspolitik geplant hatte.

Stellungnahme zu deutschen Vorschlägen

Die "Bild"-Zeitung (Mittwoch) berichtete von dem Treffen ebenfalls unter Berufung auf diplomatische Kreise und zitierte einen hochrangigen griechischen Regierungsvertreter mit den Worten: "Wir erwarten für eine Stellungnahme die deutschen Vorschläge zur Lösung des Flüchtlingsproblems. Diese sollen bei einem Treffen der betroffenen Länder noch an diesem Wochenende vorgestellt werden."

Das Treffen gilt als wichtiger Meilenstein für die von der Kanzlerin angestrebte "europäische Lösung" der Asyl- und Flüchtlingsproblematik, die für den kommenden EU-Gipfel Ende Juni in Brüssel geplant ist.

Vor allem Merkel steht in der Frage unter Druck, weil CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer andernfalls mit der Zurückweisung von Flüchtlingen droht, die bereits in einem anderen EU-Land registriert worden sind. (szu/dpa)