In der Union schwelt ein Streit über die Ausrichtung der Partei. Ein Zusammenschluss konservativer Mitglieder macht jetzt mit einem "Manifest" gegen den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel mobil.

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Mit einem "konservativen Manifest" wollen unionsinterne Kritiker von Bundeskanzlerin Angela Merkel verstärkt auf eine Abkehr vom CDU-Kurs der Mitte drängen.

Die "WerteUnion" will das Strategiepapier an diesem Samstag in Schwetzingen in Baden-Württemberg verabschieden.

Als erstes hatte die "Rheinische Post" über das Papier berichtet. Der Zeitung liegt ein Entwurf vor. Darin werde unter anderem eine restriktivere Migrationspolitik samt der Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft gefordert. Rechte, linke und islamistische Extremisten müssten kompromisslos bekämpft werden.

Vater-Mutter-Kinder als Leitbild

Außerdem heißt es in dem Papier laut "Rheinischer Post", die Wehrpflicht müsse wieder eingeführt werden. Ehe und Familie und das Leitbild Vater-Mutter-Kinder seien die wichtigsten Grundlagen der Gesellschaft.

Die "WerteUnion" existiert seit rund einem Jahr. Sie verfolgt das Ziel, "konservative und wirtschaftsliberale Kräfte innerhalb der Union zu vernetzen und dazu beizutragen, dass sich insbesondere die CDU wieder auf ihren Markenkern besinnt." So steht es auf ihrer Homepage.

Die Gruppierung ist in allen Bundesländern mit Ausnahme von Bremen aktiv und hat laut eigener Angabe eine vierstellige Mitgliederzahl. Zu den prominenten Mitgliedern gehören etwa Hessens Ex-Justizminister Christean Wagner und die CDU-Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel.

"Konservativer Flügel organisiert und etabliert"

Vorsitzender der Gruppierung ist Alexander Mitsch. Er sagte der "Rheinischen Post": "Das Signal von Schwetzingen ist, dass der konservative und wirtschaftsliberale Flügel der Union organisiert und etabliert ist."

In Schwetzingen will die "WerteUnion" auch die Frage diskutieren, "Was bedeutet konservative Politik heute?". Als Gastredner hat sich der Generalsekretär der CDU Baden-Württemberg, Manuel Hagel, angekündigt.

Der Richtungsstreit schwelt in der Union schon länger. Der Erfolg der AfD bei der Bundestagswahl im Herbst hat ihm neuen Zündstoff gegeben. Viele Konservative Unionspolitiker machen Angela Merkels Kurs der Mitte mitverantwortlich für das gute Ergebnis der Rechtspopulisten. (mcf/dpa)

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