Die Kritik an der Berufung enger Vertrauter und ehemaliger Mitarbeiter von Ex-Premierminister Boris Johnson in die zweite Parlamentskammer in Großbritannien nimmt zu.

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Oppositionsführer Keir Starmer sagte am Montag, die Nominierungen für das House of Lords seien sehr schwer zu rechtfertigen. Solche Ehren dürften höchstens Menschen vorbehalten sein, die "unglaubliche Dienste" geleistet hätten wie die Entwicklung des Corona-Impfstoffs, sagte der Chef der Labour-Partei dem Sender BBC Radio 4. Starmer versprach, er selbst würde im Falle einer Amtszeit auf die "Prime Minister's Resignation Honours" genannte Ehrenliste verzichten.

Wegen eines Videos, das Verstöße gegen die damals geltenden Corona-Regeln zeigt, steigt zudem der Druck auf zwei von Johnson Geehrte, die Titel abzulehnen. Die Lockdown-Party, auf der das Video aufgenommen wurde, hatte der damalige konservative Bürgermeister-Kandidat für London, Shaun Bailey, organisiert - der auf Vorschlag Johnsons nun ins Oberhaus berufen wird. In dem Clip ist zudem ein Mann zu sehen, der einen Orden erhalten soll. Der konservative Ex-Minister Robert Buckland forderte im Sender Times Radio, die beiden sollten auf die Auszeichnungen verzichten.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass sieben neue Mitglieder dank Johnsons Nominierung einen Sitz auf Lebenszeit im Oberhaus erhalten werden. Am meisten verwunderte die Berufung von Charlotte Owen, die künftig das jüngste Mitglied der Geschichte im House of Lords sein wird. Die Zeitung "Observer" berichtete, die 1993 geborene Owen sei lediglich als Elternzeitvertretung in der Downing Street eingesprungen. Acht Vorschläge Johnsons für das House of Lords waren vom zuständigen Komitee abgelehnt worden, eine beispiellose Quote.  © dpa

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