Landtagswahl in Bayern: Traditionelle Politiker-Reden beim Gillamoos

Vor den Landtagswahlen in Bayern haben Politiker auf dem Gillamoos ihre traditionellen Reden gehalten. Die Aussagen im Überblick.

Am 14. Oktober 2018 finden in Bayern Landtagswahlen statt. Sechs Wochen vor dem Urnengang geht der Wahlkampf langsam aber sicher in die heiße Phase über. Besucher des Gillamoos-Jahrmarkts im bayerischen Abensberg bekamen das am Montag deutlich zu spüren.
Markus Söder nutzte seine Redezeit vor allem dafür, eine Lobeshymne auf Bayern zu singen. "Bayern ist das stärkste Land. Bayern ist erfolgreicher als andere. Bayern funktioniert", so der CSU-Politiker. Für den Ministerpräsidenten des Freistaates ist klar: "Deutschland ist so erfolgreich, weil es uns Bayern gibt".
Inhaltlich setzte Söder den Schwerpunkt seiner Ansprache auf das Thema Asyl. Er würdigte die humanitäre Hilfe während der Flüchtlingskrise 2015, betonte aber zugleich Straftäter aus Deutschland ausweisen und den Missbrauch von Sozialleistungen unterbinden zu wollen. Auch die Einhaltung einer Obergrenze für Zuwanderer forderte der CSUler.
Zudem griff er während seiner Rede sowohl die SPD als auch die AfD an. In Bezug auf den Konflikt mit den Sozialdemokraten um das Familiengeld sagte Söder: "Ich dachte immer wenn es um die Schwächsten geht, sei die SPD ein vernünftiger Partner." Gegenüber der AfD erhob er hinsichtlich der Ereignisse in Chemnitz schwere Vorwürfe. "AfD, NPD, Hooligans - Seit' an Seit' sind sie marschiert". Laut Söder sei die AfD nicht nur auf Protest aus, sondern verfolge eine "geheime Agenda".
Auch Andrea Nahles kam auf die Ausschreitungen in Chemnitz zu sprechen. "Wir lassen uns vom rechten Mob nicht unsere Straßen beherrschen", so die SPD-Vorsitzende. Von Markus Söder forderte sie eine klare Haltung bezüglich der AfD. Die CSU solle endlich eine Koalition mit der Alternative für Deutschland ausschließen. Die politische Heimat von Gauland und Weidel sei "eine Partei, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden muss".
Zudem warf sie der CDU vor das Thema Renten zu vernachlässigen. Die Partei würde demnach lieber Geld in die Rüstung, als in die Altersversorgung der Bürger investieren. Es sei falsch, dass nicht genug Geld für sichere und höhere Renten vorhanden sei. "Wir sind ein reiches Land, wir müssen es nur wollen".
Cem Özdemir von den Grünen unterstellte dem bayerischen Ministerpräsidenten Makrus Söder das Image des Freistaats zu beschädigen. Die Abkürzung CSU stünde mittlerweile für "Chaoten sind unterwegs". Mit Blick auf die AfD forderte Özdemir ein Zeichen dafür, dass "Populismus in Bayern keine Chance hat".
Mit Blick nach Sachsen betonte Jörg Meuthen er würde sich Proteste wie in Chemnitz "auch in anderen Bundesländern wünschen". Der AfD-Politiker bezeichnete die Bewohner des Bundeslandes als "lebendigen Beweis" dafür, dass es noch "Mut und Stolz gibt, das Eigene zu verteidigen". Viele von ihnen würden zu Unrecht "als Nazi diffamiert werden".
"Deutschland ist rein rechtlich zu einer Art Bananenrepublik verkommen, das Ausland lacht sich schlapp über uns", so Meuthen. Kanzlerin Merkel bezeichnete er als "die ewige Raute des Staatsversagens" und warf ihr die Verbreitung von Lügen vor. Auch ihren Rücktritt forderte er während seiner Ansprache.
FDP-Spitzenkandidat Martin Hagen glaubt daran, dass bei den Landtagswahlen acht Prozent der Stimmen für seine Partei möglich seien. Die FDP sei, mit Ausnahme der AfD und der Linken, für Koalitionsgespräche in alle Richtungen offen.
Der CSU warf er vor mit ihrer Alleinregierung gescheitert zu sein. Als Grund dafür nannte Hagen unter anderem die Arroganz der Parteispitze.
Hubert Aiwanger, Bundesvorsitzende der Freien Wähler, erhob während seiner Ansprache schwere Vorwürfe gegenüber der CSU und der SPD. "Ich sag das zur SPD da drüben, ich sag das zur CSU: Ihr habt unser Land in den letzten Jahren rückentwickelt". Die Parteien hätten die Probleme im Freistaat nicht beseitigt, sondern noch schlimmer werden lassen.
"Ich lege keinen Wert darauf, Stiefelknecht der CSU zu sein", so Aiwanger im Hinblick auf eine Koalition zwischen den Freien Wählern und der CSU. "Wenn, dann geben wir ihnen die Sporen!".