Linksfraktionschefin Amira Mohamed Ali hat vor einer Spaltung ihrer Fraktion und Partei gewarnt.

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Diese herbeizureden, sei unverantwortlich, sagte Mohamed Ali am Dienstag in Berlin. Sie bedauere die Austritte prominenter Mitglieder aus der Linken. "Das ist eine Situation, die hochbrisant ist, und mit der wir umgehen müssen."

Hintergrund ist eine umstrittene Bundestagsrede der Abgeordneten Sahra Wagenknecht. Wagenknecht hatte der Bundesregierung vorgeworfen, einen Wirtschaftskrieg "vom Zaun zu brechen". Sie forderte ein Ende der wegen des Ukraine-Kriegs verhängten Sanktionen gegen Russland. Wagenknecht wird intern vorgeworfen, Ursache und Wirkung zu vertauschen und sich nicht an die Parteilinie zu halten, die den Ukraine-Krieg klar verurteilt und viele Sanktionen mitträgt.

Mohamed Ali sagte, es gebe auch viel Zuspruch für Wagenknecht. Diese habe mit der Kritik an Wirtschaftssanktionen nicht gegen die Parteilinie verstoßen. Redner für die Fraktion seien zwar angehalten, deren Meinung wiederzugeben. "Aber es bleibt dabei, alle Abgeordneten sind in ihrem Mandat frei und ihrem Gewissen verpflichtet. Daran ist auch nicht zu rütteln."

Sie sehe es als ihre Verantwortung als Fraktionsvorsitzende, die Fraktion zusammenzuhalten, sagte Mohamed Ali - fügte aber hinzu: "Nun sind wir eine komplizierte Partei, das sind wir immer schon gewesen, und wenn ich eine Formel dafür hätte, wie man dafür sorgt, dass jetzt nur noch Dinge geschehen, die uns in Einigkeit erstrahlen lassen, hätte ich es schon gemacht. Habe ich aber leider nicht."

In der Fraktionssitzung am Dienstagnachmittag stand ein Antrag von acht Abgeordneten zur Debatte, der Abgeordnete bei Reden im Namen der Fraktion auf deren Linie verpflichten soll.  © dpa