Die Krise auf der ukrainischen Halbinsel Krim hält die Welt weiter in Atem. Verfolgen Sie in unserem Ticker die aktuelle Entwicklung in dem osteuropäischen Krisengebiet.

19:58 Die Übergangsregierung der Ukraine beantragt nach Angaben von Interpol einen internationalen Haftbefehl gegen den ehemaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Die Behörden in der Ukraine werfen dem nach Russland geflohenen Ex-Staatschef unter anderem Machtmissbrauch und Mord vor.

19:10 Der ukrainische Übergangspräsident Alexander Turtschinow hat das von der Krim-Regierung geplante Referendum über einen Beitritt der Halbinsel zu Russland für illegal erklärt. In einer TV-Botschaft kündigte er Maßnahmen des Parlaments in Kiews an, um die Abstimmung zu blockieren. "Das ist kein Referendum, das ist eine Farce", sagte Turtschinow: "Ein Verbrechen gegen den Staat, vom russischen Militär organisiert." Welchen Einfluss die ukrainische Regierung auf der de facto von Russland besetzten Krim jedoch noch ausüben kann, bleibt allerdings abzuwarten.

18:00 Nach dem EU-Sondergipfel in Brüssel zur Krise in der Ukraine spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den soeben beschlossenen Sanktionen der EU gegen Russland. Merkel verurteilt eine Verletzung der Souveränität der Ukraine durch Russland. Die mögliche Abspaltung der Krim von der Ukraine sei illegal und habe die Lage weiter verschärft. Die EU habe zunächst nur "leichte Sanktionen" gegen Russland beschlossen, so Merkel weiter.

Die Europäische Union verhängt folgende erste Strafmaßnahmen gegen Russland: Die Verhandlungen über Visa-Erleichterungen sowie über das neue Grundlagenabkommen werden ausgesetzt. Darauf habe sich der EU-Gipfel geeinigt, teilte EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy mit. Wirtschaftliche Sanktionen wurden zunächst nicht verhängt, könnten jedoch als eine "Stufe 3" noch kommen, so Merkel weiter.

17:40 Die USA planen nach Informationen der "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe), ihre Nato-Manöver im Baltikum auszuweiten. "Die für März geplanten Übungen werden verstärkt stattfinden", sagte der polnische Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak am Rande eines Treffens mit seiner Amtskollegin Ursula von der Leyen in Warschau. Darüber hinaus entsenden die USA weitere Kampfflugzeuge nach Polen. Am Montag sollen zwölf F-16-Kampfjets auf der Luftwaffenbasis Lask stationiert werden, berichten polnische Medien.

17:09 Die Nato fordert Russland auf, seine Truppen auf der Krim zurück in ihre Standorte in Russland zu beordern. Der ukrainische Regierungschef Jazenjuk hat unterdessen seinen Willen zur Deeskalation bekräftigt. Nach einem Besuch bei der Nato erklärt er, es sei keine militärische Lösung des Konflikts mit Russland denkbar. "Wir haben uns dazu verpflichtet, diese Krise ausschließlich friedlich zu lösen", sagte er. Es sei aber auch klar, dass die russische Regierung einen Schritt rückwärts machen müsse."

16:30 Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat bestätigt, dass ihren Militärbeobachtern in der Ukraine der Zugang zur Schwarzmeer-Halbinsel Krim verwehrt wurde. Am Mittag war berichtet worden, dass zwei Gruppen bewaffneter Kämpfer die OSZE-Beobachter aufgehalten hätteen. Die Kämpfer seien "sehr professionell, sehr gut ausgebildet", hieß es.

15:55 Lang andauernde Gespräche über die Lage in der Ukraine und mögliche Strafmaßnahmen gegen Russland sorgen beim EU-Gipfel in Brüssel für Verzögerungen. Eine eigentlich für 15.00 Uhr geplante Abschluss-Pressekonferenz wurde verschoben.

15:33 Zwei Femen-Aktivistinnen sind in Simferopol nach einem barbusigen Protest gegen Wladimir Putin festgenommen worden. Inmitten prorussischer Demonstranten vor dem Regionalparlament riefen sie "Stop Putin's war!", bevor sie von der Polizei in einem Auto weggebracht werden, wie ein AFP-Reporter berichtet. Die Menge reagiert mit Rufen wie "Schämt euch!" und "Prostituierte!"

15:29 Die neue ukrainische Regierung will so bald wie möglich das geplante Assoziierungsabkommen mit der EU unterzeichnen. Das sagte Übergangsregierungschef Arseni Jazenjuk beim EU-Sondergipfel in Brüssel.

14:45 Russlandtreue Kosaken haben das Regionalparlament der Krim in der Hauptstadt Simferopol umstellt. n-tv-Korrespondent Dirk Emmerich berichtet über Twitter, dass diese Soldaten jetzt plötzlich russische Abzeichen trügen. Einer der Soldaten sagte Emmerich: "Wir waren immer mit Russland, wir werden es immer sein".

13:59 Die USA verhängen erste Sanktionen gegen Russland. US-Präsident Barack Obama verfügte Visabeschränkungen gegen eine "Reihe von Regierungsbeamten und Personen", die für die Bedrohung der Unabhängigkeit der Ukraine verantwortlich seien. Außerdem wurden Vermögen von "Einzelpersonen und Einheiten", die den demokratischen Prozess in der Ex-Sowjetrepublik gefährdeten, eingefroren. Dies schließe an bereits getroffene Maßnahmen gegen Russland an, hieß es.

Die Anordnung sei ein "flexibles Instrument", um diejenigen zu sanktionieren, die direkt an der Militärintervention auf der ukrainischen Halbinsel Krim beteiligt seien, führte das Weiße Haus aus.

13:32 Offenbar sind von der EU sogenannte "weiche" Sanktionen gegen Russland im Gespräch. Laut Diplomaten könnte die EU die Verhandlungen über Visa-Erleichterungen und das Grundlagenabkommen mit Russland aussetzen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hält Sanktionen für unausweichlich, wenn Moskau nicht zu Zugeständnissen bereit ist. Man könne nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, "wenn noch keinerlei diplomatische Gespräche stattfinden", sagte sie zu Beginn des Sondergipfels der europäischen Staats- und Regierungschefs. Dort wollte die EU auch eine Milliardenhilfe für die prowestliche Regierung in Kiew beschließen.

12:19 Das Treffen von Gabriel und Putin ist mittlerweile vorbei. Ein zunächst in Aussicht stehender Pressetermin wurde von russischer Seite abgesagt. Zudem könnten Inhalte des vertraulichen Gesprächs zwischen Putin und dem deutschen Wirtschaftsministers nicht genannt werden. Klar ist aber, dass bei dem einstündigen Treffen in Putins Residenz in Nowo-Ogarjowo nahe Moskau die Lage auf der Schwarzmeer-Halbinsel sowie in der Ukraine erörtert wurde. Am Freitag will Gabriel offenbar weiter nach Kiew reisen. Das teilte das Wirtschaftsministerium in Berlin mit.

11:50 Kremlchef Wladimir Putin sei über die Entscheidung des Krim-Parlaments informiert, sagte sein Sprecher Dmitri Peskow. Putin hatte zuvor erklärt, dass Russland zwar keinen Anschluss der Krim plane, aber das Volk der Halbinsel darüber frei entscheiden könne. Die Krim-Bewohner sollen am 16. März darüber abstimmen, ob die Autonome Republik im Staatsverband der Ukraine bleibt oder sich künftig Russland anschließt. Das meldeten Agenturen in Moskau unter Berufung auf den Krim-Vizeregierungschef Rustam Temirgalijew.

Krim-Parlament wünscht Beitritt zu Russland

11:11 Das Parlament auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat sich für einen Beitritt zu Russland ausgesprochen. Die Abgeordneten der Autonomen Republik fassten am Donnerstag in Simferopol einen entsprechenden Beschluss, wie russische Staatsagenturen melden. 78 der 81 anwesenden Abgeordneten stimmten für den Beitritt zur Russischen Föderation. Die Entscheidung solle am 16. März durch eine Volksabstimmung bestätigt werden. Menschen vor dem Parlament nahmen die Entscheidung des Parlaments mit Jubel auf. "Russland! Russland!"-Rufe waren zu hören. Die Halbinsel wird mehrheitlich von Russen bewohnt.

11:01 Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) ist am Donnerstag mit Russlands Präsident Wladimir Putin zu Gesprächen zusammengekommen. Bei dem Treffen in Putins Residenz in Nowo-Ogarjowo nahe Moskau sollten eine Lösung des Krim-Konflikts sowie die Lage in der Ukraine erörtert werden. Vizekanzler Gabriel ist das erste deutsche Regierungsmitglied, das sich seit Ausbruch der Krise mit Vertretern der russischen Regierung trifft. Eine zunächst geplante Begegnung mit der Presse wurde von russischer Seite abgesagt.

10:55 Die russisch geprägte Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat ihr Referendum über den künftigen Status um zwei Wochen auf den 16. März vorverlegt. Das teilte das Krim-Parlament in Simferopol nach einer Abstimmung am Donnerstag mit. Dabei sollen die Krim-Bewohner darüber entscheiden, ob die Autonome Republik im Staatsverband der Ukraine bleibt oder sich künftig Russland anschließt. Das meldeten staatliche Agenturen in Moskau unter Berufung auf den Krim-Vizeregierungschef Rustam Temirgalijew. Das Referendum war bereits einmal vorverlegt worden vom 25. Mai auf den 30. März.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel trifft Wladimir Putin

10:45 Am Mittwoch sorgte ein Mitschnitt eines Telefonats zwischen Estlands Außenminister Urmas Paet und der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton für Aufregung. Paet bezieht sich darin auf den Verdacht einer ukrainischen Aktivistin, dass die Schüsse auf Demonstranten und Sicherheitskräfte auf dem Maidan in Kiew von denselben Scharfschützen abgegeben worden seien. Es gebe mehr und mehr Hinweise, dass hinter den Mördern "nicht (der entmachtete Präsident Viktor) Janukowitsch, sondern jemand von der neuen Koalition" stehe, sagte Paet in dem Telefonat. Mittlerweile wurde die Echtheit des Gespräch bestätigt. Paet wies aber vehement zurück, eine Beurteilung darüber abgegeben zu haben, dass die damalige Opposition in Kiew an der Gewalt beteiligt gewesen sei.

10:03 Verhängt die EU beim heutigen Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Brüssel Sanktionen gegen Russland? Zumindest der französische Regierungschef hält das momentan für nicht nötig: "Sanktionen wird es nur geben, wenn sich die Dinge nicht in die richtige Richtung bewegen. Sie bewegen sich im Moment", sagte der Sozialist am Donnerstag den französischen Sendern RMC und BFMTV. Ayrault forderte aber die "volle Souveränität und Integrität" für die Ukraine.

08:43 Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat vor seinen Gesprächen in Russland vor einer weiteren Eskalation in der Krim-Krise gewarnt. "Wir brauchen die Kontaktgruppe. Wir müssen den Konflikt beherrschbar halten und eine weitere Eskalation vermeiden", sagte Gabriel auf dem Flug nach Moskau. Neben Wirtschaftsgesprächen ist eine Begegnung mit Präsident Wladimir Putin in dessen Residenz bei Moskau geplant. Am Mittwochabend hatten sich Außenminister des Westens und Russlands in Paris nicht auf die Bildung einer Kontaktgruppe zur Beilegung der Krise einigen können. Am Donnerstag will die EU auf einem Sondergipfel in Brüssel auch über die Möglichkeit von Sanktionen gegen Russland beraten.

Ukraine will Festnahme des prorussischen Krim-Regierungschefs

08:16 In der Krim-Krise hat die ukrainische Justiz die Festnahme des prorussischen Regierungschefs der Halbinsel sowie des Parlamentspräsidenten der Autonomen Republik angeordnet. Sergej Aksjonow und Wladimir Konstantinow hätten mit ihren Schritten zur Abspaltung der Krim gegen die Verfassung der früheren Sowjetrepublik verstoßen, berichteten Medien in Kiew am Donnerstag unter Berufung auf ein Kreisgericht der Hauptstadt. Eine Festnahme der Politiker gilt derzeit aber als unwahrscheinlich. Die Krim steht seit dem Wochenende unter Kontrolle moskautreuer Kräfte. Aksjonow hatte für den 30. März ein Referendum über den Status der Halbinsel angesetzt.

08:05 Russische Senatoren und der russische Anwaltsverband wollen die Legitimität der neuen ukrainischen Regierung überprüfen. Dafür planen sie, Anwälte aus aller Welt zu engagieren, wie die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass meldet. Noch hat Russland die neue Regierung in der Ukraine nicht anerkannt. Dafür sei es notwendig, demokratische Wahlen durchzuführen, sagte Sergei Stepashin, der Vorsitzende des Anwaltsverbandes.

07:52 Russland ist nach der Sitzung des Nato-Russland-Rates am Mittwoch alles andere als zufrieden, wie die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass berichtet. Alexander Grushko, der russische Nato-Botschafter, sagte: "Wir sind enttäuscht von den Ergebnissen des Treffens." Die Nato geht nach den Gesprächen auf Distanz und will ihre gesamten Beziehungen zu Russland "überprüfen", wie Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen nach der Sitzung mitteilte. Die Nato hat den geplanten gemeinsamen Militäreinsatz mit Russland abgesagt: Russland wird nicht an der Eskorte des US-Schiffes "Cape Ray" teilnehmen, auf dem syrische Chemiewaffen vernichtet werden. Es wird außerdem vorerst keine zivilen oder militärischen Treffen und Konferenzen mit Russland geben. "Diese Schritte senden eine klare Botschaft: Russlands Handeln hat Folgen", sagte Rasmussen.

EU friert Konten von Viktor Janukowitsch ein

07:25 Die EU sperrt die Konten des früheren ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch und von 17 weiteren Personen. Eine entsprechende Liste wurde am Donnerstagmorgen online im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Die Sanktionen richten sich gegen Menschen, die die EU für die Veruntreuung oder Unterschlagung staatlicher ukrainischer Gelder oder für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich macht. Die EU-Außenminister hatten am Montag beschlossen, eine entsprechende Liste zu erstellen.

Betroffen sind unter anderem der ehemalige Innenminister Witali Sachartschenko, Ex-Generalstaatsanwalt Viktor Pschonka, die frühere Justizministerin Jelena Lukasch, Ex-Regierungschef Nikolai Asarow und zwei Söhne von Janukowitsch. Die Sanktionen waren bereits am Mittwoch von den EU-Staaten beschlossen worden, treten aber erst mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft. Damit geht die EU gegen Personen vor, die sie für die Veruntreuung oder Unterschlagung staatlicher ukrainischer Gelder oder für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich macht.

07:12 Die Staats- und Regierungschefs der 28 EU-Staaten beraten heute bei einem Sondergipfel über die Krise in der Ukraine. Gestern erlitten die Bemühungen um eine Entschärfung des Konflikts einen Rückschlag. Die beteiligten Außenminister des Westens und Russlands konnten sich in Paris nicht auf die Bildung einer Kontaktgruppe zur Beilegung der Krise einigen.

07:02 Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel reist heute für zwei Tage nach Russland. Er ist damit das erste deutsche Regierungsmitglied, das sich seit Ausbruch der Krim-Krise mit Vertretern der russischen Regierung trifft. Offen ist, ob es auch zu einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin kommt. Der Vizekanzler dürfte die großen Sorgen der deutschen Wirtschaft ansprechen. Rund 6.200 deutsche Firmen haben nach Angaben des Industrieverbandes BDI etwa 20 Milliarden Euro in Russland investiert.

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