Die Krise auf der ukrainischen Halbinsel Krim hält die Welt weiter in Atem. Verfolgen Sie in unserem Ticker die aktuelle Entwicklung in dem osteuropäischen Krisengebiet.

21:36 Die Weltbank plant, die angeschlagene Ukraine mit Finanzhilfen mit bis zu drei Milliarden US-Dollar (2,16 Mrd Euro) zu helfen. Das teilte die Institution am Montag in Washington mit.

18:28 Der Nato-Rat hat in seiner Versammlung am Montag beschlossen, Awacs-Aufklärungsflugzeuge nach Polen und Rumänien zu entsenden. Die Flieger sollen vom deutschen Stützpunkt Geilenkirchen und vom britischen Waddington starten.

16:25 Wie die russische Nachrichtenagentur Interfax meldet, sollen russische Truppen bei der Übernahme eines ukrainischen Marinestützpunktes auf der Krim Schüsse abgegeben haben. Das will die Agentur von einem ukrainischen Offizier vor Ort erfahren haben.

14:45 Deutschlands Abhängigkeit von russischem Erdgas kann nach Ansicht des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk die Souveränität Europas gefährden. Er werde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch in Warschau besprechen, inwiefern die deutsche Wirtschaft korrigierende Maßnahmen ergreifen könne, sagte Tusk am Montag vor dem Hintergrund der Krim-Krise. Das berichtete die Nachrichtenagentur PAP. "Die Abhängigkeit von russischem Erdgas darf Europa nicht in einem Moment lähmen, wenn schnelles Handeln und ein eindeutiger Standpunkt gefragt sind", erklärte Tusk. Bei dem Treffen mit Merkel werde er seine Meinung deutlich zum Ausdruck bringen. "Das betrifft nicht nur Deutschland, aber die Deutschen sind ein Paradebeispiel dieser Abhängigkeit in den vergangenen Jahren", sagte der liberalkonservative Politiker.

14:13 Der ukrainische Präsidentschaftskandidat Vitali Klitschko ist in der Stadt Charkow von prorussischen Aktivisten mit Eiern, Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen worden. Leibwächter schützten den Ex-Boxweltmeister am Montag während einer Rede mit Schirmen, berichten ukrainische Medien. Klitschko beendet seine Rede im Zentrum der ostukrainischen Millionenstadt unbeeindruckt von den Störern und schwenkte eine ukrainische Fahne. Der 42-Jährige wirbt in den Gebieten nahe der Grenze zu Russland für eine ungeteilte Ukraine. Am Vortag hatte er sich mit Rinat Achmetow getroffen, dem reichsten Mann der Ex-Sowjetrepublik. Achmetow galt als Unterstützer des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch.

12:19 Die selbst ernannte Führung der Krim rechnet bei dem umstrittenen Referendum mit einer großen Mehrheit für einen Anschluss an Russland. "Mehr als 80 Prozent der Einwohner der Krim sind für den Beitritt zu Russland", behauptete der moskautreue Parlamentschef Wladimir Konstantinow am Montag. Zudem erwarte er bei der Abstimmung am Sonntag eine hohe Wahlbeteiligung. Das habe eine Umfrage ergeben, sagte Konstantinow laut russischen Agenturen. Nach einem Beitritt zu Russland sollen auf der Halbinsel die bisherige ukrainische Währung Griwna und der russische Rubel zunächst gleichberechtigt genutzt werden dürfen. Diese Regelung solle bis zu einem halben Jahr gelten, sagte Konstantinow. "Aber die Gehälter werden in Rubel ausgezeichnet sein und die Preise ebenfalls."

Ukrainisches Verteidigungsministerium versetzt Truppen in Kampfbereitschaft

12:13 Wenige Tage vor dem Russland-Referendum auf der Krim hat das ukrainische Verteidigungsministerium eine breitangelegte Überprüfung der eigenen Gefechtsbereitschaft angeordnet. Die Armee sei landesweit zu Übungen ausgerückt, sagte der kommissarische Verteidigungsminister Igor Tenjuch am Montag in einem Fernsehinterview. Es sei volle Kampfbereitschaft angeordnet. Zugleich betonte Tenjuch, die Regierung in Kiew setze auf Diplomatie. Die moskautreue Führung der Krim kritisierte die Übung als "Aggression". Die Zugänge zu der strategisch wichtigen Halbinsel werden von Paramilitärs kontrolliert, bei denen es sich um russische Soldaten handeln soll.

12:10 Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Russland nochmals zur Mitwirkung an einer internationalen Kontaktgruppe zur Lösung der Krim-Krise aufgefordert. "Die Zeit für einen solchen Versuch des Gesprächs und der Verständigung drängt", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Allerdings habe die russische Seite immer noch nicht die "nötige Bereitschaft" gezeigt. Moskau weigert sich bislang, mit der neuen Führung in Kiew in einem solchen Format zu reden. Seibert verwies zugleich auf den von der EU beschlossenen Fahrplan für Sanktionen. "Wir wollen ganz klar den Weg des Gesprächs und der Verständigung. Noch ist es nicht zu spät. Es bleibt noch ein wenig Zeit. Aber wir sind gegebenenfalls auch bereit, zu handeln." Deutschland sei auch zu einer "breiten Palette an wirtschaftlichen Maßnahmen" bereit. Die EU hatte vergangene Woche einen Drei-Stufen-Plan beschlossen, falls sich Russland von der Krim nicht zurückzieht.

11:10 Noch vor dem umstrittenen Russland-Referendum auf der Krim will der gestürzte ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch an diesem Dienstag eine Erklärung abgeben. Eine genaue Uhrzeit für das Vorhaben des 63-Jährigen in der russischen Stadt Rostow am Don sei noch nicht bekannt, meldeten russische Agenturen am Montag unter Berufung auf "Janukowitschs Umgebung". Janukowitsch war nach den schweren Ausschreitungen im Februar in Kiew mit Dutzenden Toten nach Russland geflohen. Zuletzt hatte sich der abgesetzte Staatschef, der sich weiter für den rechtmäßigen ukrainischen Präsidenten hält, am 28. Februar ebenfalls in Rostow an die Presse gewendet.

Krim: Freie Entscheidung über Staatsangehörigkeit?

10:53 Die EU wird nach Angaben von Diplomaten in Brüssel voraussichtlich am Montag in einer Woche zusätzliche Sanktionen gegen Russland wegen der Militäraktion in der Ukraine beschließen. Einen Tag nach dem von der EU nicht anerkannten Referendum über den Anschluss der Krim an Russland vom kommenden Sonntag könnten die EU-Außenminister bei einem Treffen in Brüssel unter anderem Einreiseverbote und Kontensperrungen beschließen.

09:55 Wie "Focus Online" unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Ria berichtet, sollen die Bürger auf der Krim im Fall eines Anschlusses an Russland selbst entscheiden können, welchen Pass sie haben wollen. Das sagte der Ministerpräsident der Krim, Sergej Aksjonow. In Fall eines Anschluss der Krim an Russland sollen zudem Russisch und Krimtatarisch als Amtssprachen zugelassen werden. Am Sonntag sind die Bewohner der Krim in einem Referendum dazu aufgerufen, über den Status der Halbinsel abzustimmen. Es wird davon ausgegangen, dass die Mehrheit für den Beitritt zu Russland stimmt. Die Mehrheit der rund zwei Millionen Krim-Bewohner sind Russen, ein Viertel Ukrainer und gut zehn Prozent Krimtataren.

09:24 Wenige Tage vor dem Russland-Referendum auf der Krim mehren sich dort Berichte über Attacken auf ukrainische Armeestützpunkte sowie auf Journalisten und Aktivisten. Russisch sprechende Bewaffnete hätten in der Hauptstadt Simferopol zwei Bürgerrechtler aus einem Zug heraus festgenommen. Zudem seien an Kontrollpunkten der autonomen Halbinsel drei junge Frauen und mehrere Journalisten verschleppt worden, teilte das Innenministerium in Kiew am Montag mit. Die Behörde forderte von der moskautreuen Führung auf der Krim sofortige Aufklärung. Auf der Halbinsel besetzten prorussische Einheiten zwei weitere ukrainische Kasernen. Es seien keine Schüsse gefallen, hieß es.

Steinmeier hält Verschärfung von Sanktionen für denkbar

08:45 Russland provoziert aus Sicht von Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit seiner unnachgiebigen Haltung in der Krim-Krise eine baldige Verschärfung der EU-Sanktionen. "Wenn es in den Gesprächen, die morgen oder übermorgen vielleicht noch anstehen, wenn es dann nicht zu entsprechender Bereitschaft kommt, sich auf der russischen Seite zu bewegen, dann wird man die nächste Stufe der Sanktionen erreichen müssen", sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Diese EU-Sanktionen sehen Reisebeschränkungen sowie Kontensperrungen für bestimmte im Ukraine-Konflikt verantwortliche Personen vor.

08:30 In der Ukraine-Krise darf der Westen nach Ansicht von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen den Gesprächsfaden mit Russland trotz geplanter schärferer Sanktionen nicht abreißen lassen. "Das Wichtigste: Immer wieder die Gesprächsräume öffnen", sagte die CDU-Politikerin am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Als Beispiele nannte sie den Nato-Russland-Rat und die OSZE. "Da ist Russland drinnen, da muss der Gesprächsfaden aufgenommen werden", sagte von der Leyen. Wenn das nicht funktioniere, gehe es um Sanktionen. "Und ganz klar: Die Nato macht deutlich, welche Kräfte sie hat."

08:00 Die USA verlegen zudem zwölf F-16-Kampfjets und 300 Soldaten nach Polen. Das Manöver sei schon länger geplant gewesen, erklärte das Verteidigungsministerium in Warschau. Angesichts der "angespannten politischen Situation" in der Ukraine werde es aber ausgeweitet und vorgezogen. Die NATO will angesichts der Krim-Krise Zusammenarbeit mit der Ukraine ausweiten. Wie NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen der "Bild"-Zeitung vom Montag sagte, soll unter anderem die Leistungsfähigkeit der ukrainischen Armee verbessert werden, etwa durch gemeinsame Übungen und Ausbildungsprogramme. Zugleich seien die Planungen für den ersten gemeinsamen Militäreinsatz mit Russland abgebrochen worden.

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