Heiko Maas hatte engen Kontakt mit einem Corona-Infizierten und begibt sich deshalb in Quarantäne. Ein erster Corona-Test fiel negativ aus.

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Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich wegen der Corona-Infektion eines seiner Personenschützer in Quarantäne begeben. Ein erster Test auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 bei dem SPD-Politiker sei am Mittwoch aber negativ gewesen, teilte das Auswärtige Amt mit.

Das Ministerium klärt demnach, ob und inwieweit weitere Menschen betroffen sind. Das geschehe in Zusammenarbeit mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst. Geklärt werden soll auch, "welche Maßnahmen gegebenenfalls zu ergreifen seien", teilte das Amt weiter mit. "Alle möglicherweise betroffenen Personen werden zeitnah kontaktiert."

Genauere Angaben zu dem Corona-Fall bei dem Mitglied des Personenschutzkommandos von Maas machte das Auswärtige Amt nicht.

Noch ist unklar, ob und wie lange Maas ausfällt

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich im März wegen einer Corona-Infektion ihres Impfarztes für zwei Wochen in Quarantäne begeben und hatte von zu Hause aus gearbeitet. Sie hatte damals drei Tests in Abständen von mehreren Tagen machen lassen, um sicher zu gehen, dass sie sich nicht angesteckt hat.

Wie lange Maas nun in Quarantäne in seiner Berliner Wohnung bleibt und inwieweit seine Arbeit beeinträchtigt wird, war zunächst unklar. Man werde sich bei der Länge der Quarantäne an die Regeln des Infektionsschutzgesetzes halten, hieß es dazu aus dem Auswärtigen Amt.

Eigentlich wollte Maas am Mittwochnachmittag in die jordanische Hauptstadt Amman zu einem Treffen mit den Außenministern Jordaniens, Ägyptens und Frankreichs abfliegen, bei dem es am Donnerstag um den Nahost-Konflikt gehen soll. Diese Reise wurde kurzfristig abgesagt.

Merkel nahm während ihrer Quarantäne von ihrer Wohnung in Berlin aus an Video- und Telefonkonferenzen zum Beispiel mit den Ministerpräsidenten teil. Das dürfte nun auch bei Maas so sein. In den nächsten Tagen stehen weitere wichtige Termine im Zusammenhang mit der UN-Vollversammlung an, die aber ohnehin als Videoschalten geplant waren. Für Freitag ist eine Videokonferenz zum Thema Multilateralismus geplant und für Dienstag die Rede des Außenaußenministers in der Generaldebatte der Vollversammlung, die aufgezeichnet werden soll.

Auch EU-Ratspräsident Michel in Quarantäne

Maas war in den vergangenen Wochen schon wieder sehr viel gereist und auch in mehreren Corona-Risikogebieten gewesen, zum Beispiel in Russland, Israel, Libyen oder in der Türkei.

Erst am Mittwoch hatte EU-Ratspräsident Charles Michel den für Donnerstag und Freitag in Brüssel geplanten Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs auf Anfang Oktober verschoben. Grund war auch hier eine Corona-Infektion bei einem Sicherheitsbeamten und die deswegen erforderliche Quarantäne. (dpa/afp/ank/mf)