Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann will offenbar als Spitzenkandidat für die CSU in den Wahlkampf zur Landtagswahl 2018 gehen. Der Machtkampf in der Partei geht damit in die nächste Runde.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann will offenbar Horst Seehofer als Ministerpräsident beerben.

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" hat Herrmann zugesagt, sich um die Spitzenkandidatur zur Landtagswahl 2018 zu bewerben.

Kampfabstimmung zwischen Herrmann und Söder

Damit zeichnet sich eine Kampfabstimmung zwischen Joachim Herrmann und Markus Söder ab. Denn die Ambitionen des bayerischen Finanzminister sind bekannt, wenngleich er bislang nicht öffentlich erklärt hat, kandidieren zu wollen.

In der CSU tobt seit Wochen ein Machtkampf. Nach dem schlechten Abschneiden der Partei bei der Bundestagswahl im September scheinen die Tage von Horst Seehofer als Parteichef und Ministerpräsident gezählt.

Den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl wollen die Christsozialen auf dem Parteitag am 15. und 16. Dezember küren. Am Montag kommt die Landtagsfraktion zusammen, um einen Favoriten zu benennen.

Die Vorentscheidung könnte bereits am Sonntag fallen. Einen Tag vor der Fraktionssitzung soll unter anderem der von Seehofer in der vergangenen Woche kurzfristig einberufene Dreierrat aus den beiden CSU-Ehrenvorsitzenden Edmund Stoiber und Theo Waigel sowie Parteivize und Landtagspräsidentin Barbara Stamm berichten, wie es in der Fraktion hieß.

Söder klingt, als sei Seehofer schon Geschichte

Eingebunden werden unter anderem die zehn Bezirksvorsitzenden der CSU und die Chefs der Parteiarbeitskreise. Dabei wird es nicht nur um die CSU-Spitzenkandidatur gehen, sondern auch um die Frage, ob Seehofer Parteichef bleiben soll oder nicht.

Söder gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Spitzenkandidatur, doch als ebenso sicher gilt, dass Seehofer Söder verhindern will.

Söder hatte sich zuletzt im Stil eines politischen Nachrufs über Seehofer geäußert. Es klang, als sei dessen Amtszeit bereits Geschichte: "Wichtig ist immer, dass das mit Stil, mit Anstand, mit Respekt im Miteinander erfolgt. Auch Respekt vor Horst Seehofer, der viel für diese Partei und das Land gemacht hat und geleistet hat und nach wie vor tut." (mcf/dpa)