Mienenspiel im Minenfeld: Die Begegnungen von Angela Merkel und Donald Trump

Der G-20 Gipfel in Osaka hat unter schwierigen Vorzeichen begonnen. Die Differenzen sind riesig und bieten das Potential für bewaffnete Eskalationen. Beim erneuten Aufeinandertreffen zwischen Donald Trump und Angela Merkel gibt sich der US-Präsident betont freundlich. Er nennt die Bundeskanzlerin "eine großartige Freundin". Ein Blick in die politische Beziehung der beiden Regierungschefs.

Versucht US-Präsident Donald Trump hier die Raute der Kanzlerin zu spiegeln oder ist seine Handhaltung nur Zufall? Im Vorfeld des G20-Gipfels in Japan war Trump jedenfalls ...
... um verbale Deeskalation in Richtung der Bundeskanzlerin bemüht. Der amerikanische Präsident ließ sich sogar zu einem Handschlag hinreißen. Angela Merkel wirkt allerdings, als ob sie die Geste eher mit einer gehörigen Portion Skepsis bewertet.
Vielleicht beruht das auf den Erfahrungen ihres ersten Besuchs im Weißen Haus. Am 17. März 2017 trafen die beiden Regierungschefs das erste Mal persönlich aufeinander. Damals kam der US-Präsident ihrem Wunsch nach einem Handschlag vor laufenden Kameras nicht nach.
Auch den Blick der Bundeskanzlerin bei der gemeinsamen Pressekonferenz damals kann man unterschiedlich deuten. Wohlwollend interpretiert hört Angela Merkel den Ausführungen von Donald Trump aufmerksam und konzentriert zu.
Geradezu überschwänglich begrüßt der US-Präsident die Kanzlerin hingegen bei ihrem zweiten Staatsbesuch in Washington im April 2018.
Deutlich verhärtet wirken die Fronten zwei Monate später beim G7-Gipfel im italienischen Taormina. Nach dem erfolglos verlaufenen Zusammentreffen rief die Bundeskanzlerin Europa dazu auf, sich auf seine eigenen Kräfte zu besinnen.
Worüber sich Angela Merkel und der kanadische Premierminister Justin Trudeau hier amüsieren? Eine positive Grundstimmung beim G7-Gipfel in Taormina kann jedenfalls nicht der Grund gewesen sein.
Eher überrascht bis geschockt wirken die beiden bei ihrem Aufeinandertreffen im Rahmen des G20-Gipfels in Hamburg im Sommer 2017.
Ein Bild, das um die Welt ging: Beim Nato-Gipfel im Juli 2018 in Kanada wirkt Donald Trump völlig ungerührt von den anderen Regierungschefs, allen voran Merkel.
Wesentlich entspannter scheinen sie beim selben Gipfeltreffen bei einer Unterhaltung im Garten.
Beinahe schon genervt verzieht Donald Trump auf diesem Foto das Gesicht. Angela Merkel ist dennoch gut gelaunt.
Einen ärgerlichen Anschein erweckt Angela Merkel beim 75-jährigen Gedenktag zum D-Day in Portsmouth im Juni 2019. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist Donald Trump in diesem Fall aber einmal unschuldig ...