In Nordkorea hat Kim Jong Un zwei Politiker offenbar mit einer Flugabwehrrakete hinrichten lassen. Dies berichtet zumindest die südkoreanische Zeitung "JoongAng Ilbo".

Mit seinen jüngsten Raketentests sorgte Kim Jong Un international für Aufregung. Scheinbar muss nun aber auch das Inland die zerstörerischen Waffen fürchten: In Pjöngjang soll es zur Exekution zweier hochrangiger Politiker gekommen sein – mit einer Flugabwehr-Rakete.

Abweichende Pläne zu Kim Jong Uns Politik

Das berichtet die südkoreanische Zeitung "JoongAng Ilbo" und beruft sich dabei auf eine geheime Quelle: "Ich habe die Information, dass Minister aus den Sektoren Landwirtschaft und Bildung auf Befehl Kim Jong Uns öffentlich exekutiert wurden." Die Hinrichtungen sollen auf dem Gelände einer Militärakademie in Pjöngjang stattgefunden haben.

Bei den Männern handelt es sich demnach um Hwang Min, dem früheren Landwirtschaftsminister und Ri Yong-jin, einem ranghohen Politiker aus dem Bildungsministerium. Hwang soll wegen abweichender Pläne zur Politik Kim Jong Uns festgenommen und anschließend hingerichtet worden sein.

Bei einer Sitzung eingeschlafen

Bei Ri ist der Grund durchaus skurriler: Angeblich war er während einer Sitzung mit dem Staatschef eingeschlafen. Der Politiker wurde umgehend festgenommen und stundenlang verhört. Dabei sollen weitere Vergehen wie Korruption festgestellt worden sein.

Inwieweit die Behauptungen über die Exekutionen der Wahrheit entsprechen, ist nicht bekannt. Weder die nord- noch südkoreanische Regierung haben sich dazu bisher geäußert.

Eine ähnliche Meldung über einen eingeschlafenen Politiker machte bereits vor einigen Monaten die Runde. Laut südkoreanischem Geheimdienst wurde Hyon Yong-chol am 30. April 2015 ebenfalls durch Flugabwehrgeschütze hingerichtet. Die Glaubwürdigkeit dieser Meldung ist höchst umstritten. (juv)