So hoch ist noch keine nordkoreanische Rakete geflogen - und bedroht damit potenziell die USA. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte "Nordkoreas neueste Provokation" aufs Schärfste.

Nordkorea hat nach eigenen Angaben eine neuartige Interkontinentalrakete getestet, die das gesamte Festland der USA erreichen kann. Der Test einer Interkontinentalrakete des Typs Hwasong-15 sei erfolgreich gewesen, berichteten laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap die nordkoreanischen Staatsmedien am Mittwoch.

Nach Angaben des südkoreanischen Militärs erreichte der Flugkörper eine Höhe von 4.500 Kilometern und flog etwa 960 Kilometer weit in Richtung der japanischen Küste, bevor sie ins Meer stürzte.

Nordkoreas Raketen-Reichweiten.

Nordkorea habe eine große historische Leistung erbracht, um "die staatliche Atomstreitmacht zu vervollständigen". Nordkorea hatte am frühen Morgen (Ortszeit) seine bisher weitreichendste Rakete getestet. Der neue Waffentest stieß international auf scharfe Kritik.

Angela Merkels erste Reaktion schärfer als Trumps

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat (CDU) "Nordkoreas neueste Provokation" scharf verurteilt.

"Es ist wichtiger denn je, gegen die Bedrohung der internationalen Sicherheit durch Pjöngjang zusammenzustehen", schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert‏ in der Nacht zum Mittwoch im Kurznachrichtendienst Twitter.

US-Präsident Donald Trump reagierte vor Reportern verhalten und kündigte an, die USA würden sich darum kümmern. Nähere Details nannte er nicht. Nur: "Das ist eine Situation, mit der wir umgehen werden", sagte Trump.

Nordkorea testet nach südkoreanischen Angaben erneut eine ballistische Rakete. Südkoreas Militär reagiert mit Militärübungen. Der Raketenstart ist der erste von Machthaber Kim Jong Un seit rund zweieinhalb Monaten.


UN-Sicherheitsrat setzt Sitzung an

Nach einem erneuten Raketentest Nordkoreas setzte der UN-Sicherheitsrat eine Dringlichkeitssitzung an. Das Treffen sei auf Bitten der USA, Japans und Südkoreas für Mittwochnachmittag (Ortszeit) einberufen worden, hieß es von den Vereinten Nationen in New York.

UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den erneuten Raketentest scharf. "Dies ist eine klare Verletzung von Resolutionen des Sicherheitsrats und zeigt eine komplette Missachtung für die geeinte Sicht der internationalen Gemeinschaft", ließ Guterres über seinen Sprecher mitteilen. Er rief Nordkorea auf, weitere "destabilisierende Schritte» zu unterlassen.

Das Land hatte am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) erneut eine Langstreckenrakete getestet. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs erreichte der Flugkörper eine Höhe von 4500 Kilometern und flog etwa 960 Kilometer weit in Richtung der japanischen Küste, bevor er ins Meer stürzte.


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