Donald Trump hatte Nordkorea mit totaler Zerstörung gedroht, jetzt reagiert Pjöngjang - mit Spott: Außenminister Ri Yong Ho sagte, er habe Mitleid mit den Beratern des US-Präsidenten.

Es waren martialische Worte, mit denen sich Donald Trump an Pjöngjang gewandt hatte - wieder einmal. Wenn die USA gezwungen seien, sich selbst oder ihre Verbündeten zu verteidigen, sagte der amerikanische Präsident am Dienstag in New York, dann bleibe keine Wahl, als Nordkorea "total zu zerstören".

Eine Drohung, die das kommunistische Regime erwartungsgemäß nicht unkommentiert lässt. Außenminister Ri Yong Ho meldete sich nun zu Wort. "Falls er denkt, er kann uns mit dem Klang von Hundegebell verängstigen, so ist das wirklich der Traum eines Hundes", sagte Ri laut südkoreanischen Sendern nach seiner Ankunft in der US-Metropole. Ri bezog sich demnach auf ein nordkoreanisches Sprichwort, wonach ein feierlicher Umzug auch dann fortgesetzt wird, wenn ein Hund bellt.

Auf die Frage, was er von Trumps Bezeichnung des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un als "Raketenmann" halte, spottete der Minister: Er empfinde Mitleid für die Berater des US-Präsidenten, sagte er. Ri will am Freitag vor den Vereinten Nationen reden.

Trump hatte in seiner Rede betont, Nordkoreas Atomprogramm stelle eine Gefahr für die ganze Welt dar. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel warf dem US-Präsidenten vor, den Atomstreit mit Pjöngjang mit "kriegerischer Rhetorik" anzuheizen.

Südkorea will wieder Millionen spenden

Seit Monaten nehmen die Spannungen in dem Konflikt zu. Anfang der vergangenen Woche hatte der Uno-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Pjöngjang wegen dessen Atomtests am 3. September deutlich verschärft.

So reagieren einzelne Nationen auf die Drohungen des US-Präsidenten.

Südkorea geht dagegen einen Schritt auf den Nachbarstaat im Norden zu. Seoul will die humanitäre Hilfe für das weithin abgeschottete und wirtschaftlich marode Land wiederaufnehmen. Zum ersten Mal seit fast zwei Jahren beschloss die Regierung in Seoul, wieder Geld für Hilfsprojekte von Uno-Organisationen für Nordkorea bereitstellen zu wollen. Das teilte das Vereinigungsministerium mit.

Das Kinderhilfswerk Unicef und das Welternährungsprogramm (WFP) sollen demnach acht Millionen Dollar (etwa 6,7 Millionen Euro) an Spenden erhalten. Es geht um Nahrungsmittel, Impfstoffe und Arzneien für Kinder und Schwangere. Das Ministerium hatte zuvor angekündigt, die humanitäre Hilfe von politischen Fragen getrennt zu behandeln. Allerdings betonte die Behörde jetzt, der genaue Zeitpunkt der Spenden solle unter Berücksichtigung der innerkoreanischen Beziehungen zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden.© SPIEGEL ONLINE