Die Angaben Pjöngjangs zur neuen Interkontinentalrakete scheinen nicht nur Propaganda zu sein. Auch laut der südkoreanischen Regierung könnte das nordkoreanische Regime nun Washington erreichen.

Südkorea hat Angaben der nordkoreanischen Regierung bestätigt, wonach die Interkontinentalrakete Hwasong-15 Ziele in bis zu 13.000 Kilometern Entfernung treffen könnte. Pjöngjang hatte am Mittwoch verbreitet, dass damit nun "die gesamten Kontinental-USA" in Reichweite seien.

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Das südkoreanische Verteidigungsministerium teilte mit, es seien weitere Überprüfungen notwendig. Experten sind sich aber einig, dass die Hwasong-15 eine enorme Weiterentwicklung des nordkoreanischen Raketenarsenals ist.

Nordkorea hatte die Interkontinentalrakete am Mittwoch getestet. Machthaber Kim Jong Un erklärte, der Test habe seinem Land geholfen, den Status einer Atommacht zu erreichen.

Weltgemeinschaft verurteilt Provokation

International wurde die neue Provokation verurteilt. Die US-Regierung forderte alle Länder auf, sämtliche diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit Nordkorea zu beenden.

Die Bunderegierung zog einen Diplomaten aus Pjöngjang ab und forderte Nordkorea auf, Personal aus der Botschaft in Berlin nach Hause zu holen.

90 Prozent des nordkoreanischen Außenhandels liegen mit Hilfe von Sanktionen schon auf Eis. Doch als Lebenselixier des Landes gilt das Rohöl. Trotz wiederholten Drängens der USA macht China bisher keine Anstalten, seine Öllieferungen an Pjöngjang zu kappen.


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