Die Todesumstände des US-Studenten Otto Warmbier, der monatelang in Nordkorea inhaftiert war, bleiben weiterhin ungeklärt.

"Wir konnten keine eindeutigen Spuren dafür finden, dass sein durch Sauerstoffmangel hervorgerufener Gehirnschaden durch Folter ausgelöst wurde", sagte die Gerichtsmedizinerin Lakshmi Sammarco bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

USA schicken Bomber und Schmähungen Richtung Pjöngjang.


Warmbiers Körper und sein Gesicht seien für jemanden, der über ein Jahr bettlägerig verbracht hat, in einem exzellenten Zustand gewesen, so Sammarco weiter.

Reaktion auf Folter-Vorwürfe der Eltern

Sammarco reagierte damit auf Vorwürfe von Warmbiers Eltern und US-Präsident Donald Trump.

Am Dienstag sagten die Eltern in einem Interview dem TV-Sender Fox News, dass Nordkorea ihren Sohn gefoltert und "zerstört" habe.

Der Kopf des jungen Mannes sei kahl geschoren gewesen, hatten die Eltern erzählt. Zudem sei ihr Sohn "blind und taub" gewesen.

Fred Warmbier, der Vater des Opfers, schilderte, dass der Mund seines Sohnes so ausgesehen habe, als habe jemand die Zähne aus dem Unterkiefer gebrochen.

Donald Trump: Warmbier wurde gefoltert

Daraufhin schrieb Trump auf Twitter, dass der Student "jenseits jeder Vorstellungskraft" gefoltert worden sei.


Warmbier war zum Jahreswechsel 2015/2016 nach Nordkorea gereist und festgenommen worden.

Nachdem er im Wachkoma liegend in die USA zurückgebracht worden war, stellten Ärzte Hirnschädigungen fest, wie sie durch einen Sauerstoffentzug auftreten können.

Laut nordkoreanischer Darstellung erlitt Warmbier eine Lebensmittelvergiftung und erhielt danach Schlafmittel, woraufhin er nicht mehr aufwachte.

Ende Juni war er in seiner Heimat im US-Bundesstaat Ohio gestorben.

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© dpa