Ein versehentlicher Raketenalarm hat am vergangenen Wochenende die Bewohner von Hawaii in Angst und Schrecken versetzt. Auch in Deutschland ist so ein Fehlalarm möglich, sagt ein Experte. Die gute Nachricht: Die Wahrscheinlichkeit ist verschwindend gering.

Ein falscher Raketenalarm wie im US-Bundesstaat Hawaii ist aus Behördensicht auch in Deutschland theoretisch nicht vollkommen auszuschließen.

"Es bleibt immer ein Restrisiko", sagte der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Christoph Unger, der Deutschen Presse-Agentur am Montag in Bonn. "Ein Missbrauch, ein technisches oder menschliches Versagen lässt sich nicht vollständig ausschließen."

Die Ursache: ein falscher Knopfdruck

Das Bundesamt sei seit 60 Jahren auch dafür zuständig, die Zivilbevölkerung vor Luftkriegsgefahren zu warnen, erläuterte Unger. "In dieser Zeit hat es keinen solchen Fehler wie in Hawaii gegeben, und wir bemühen uns sehr, dass das so bleibt."

Eine hawaiianische Behörde hatte am Wochenende SMS-Nachrichten verschickt, in denen vor einer Rakete gewarnt wurde, die im Anflug sei.

Sie korrigierte die Nachricht 13 Minuten später über soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook, weitere 25 Minuten später via SMS. Laut Behörde hatte jemand "den falschen Knopf gedrückt".

Eine Einzelperson trägt letztlich die Verantwortung

Der BBK-Präsident betonte, auch in Deutschland trage letztlich eine Einzelperson eine sehr hohe Verantwortung im "eigentlich undenkbaren, aber theoretisch nicht ausgeschlossenen Fall einer plötzlichen Raketenbedrohung".

Wenn ein BBK-Mitarbeiter in den Erfassungssystemen der Militärs eine Rakete auf Deutschland zusteuern sehe, müsse er sehr rasch entscheiden, ob er die Bevölkerung warne.

"Jemand muss den Knopf drücken"

Es gelte ein "gewisses Vier-Augen-Prinzip" - möglichst solle eine Absprache mit dem Bundesinnenministerium erfolgen. "Es muss aber zum Schutz der Bevölkerung unbedingt schnell gehen - und jemand muss den Knopf drücken."

Das BBK sehe nach dem Hawaii-Fall keine Notwendigkeit, für das deutsche Verfahren Änderungen anzustreben.

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