Der US-Student Otto Warmbier war in Nordkorea in Haft genommen worden und starb später. Nun äußern sich erstmals die Eltern zum Fall - und schildern grausame Details.

Nordkorea zufolge ist es unerklärlich, woran Otto Warmbier starb. Der Student war in dem abgeschotteten Land festgenommen und im März 2016 zu Arbeitslager verurteilt worden, kurz darauf fiel er ins Koma.

Die Eltern des US-Studenten erheben nun schwere Vorwürfe gegen das Regime: Ihr Sohn sei zu Tode gefoltert worden, sagten sie in einem Interview des US-Sender Fox News.

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Es ist das erste Mal, dass sich die Eltern von Otto Warmbier öffentlich äußern. Der junge Mann war im Juni vom Regime freigelassen worden und durfte in seine Heimatstadt Ohio ausgeflogen werden. Kurze Zeit später starb er.

Warmbier habe im Wachkoma gelegen, als sie ihn in Empfang nahmen, sagten die Eltern im Interview. Er habe immer wieder gezuckt und "unmenschliche Laute" von sich gegeben.

"Er war blind und taub"

Der Kopf des jungen Mannes sei rasiert gewesen. "Er war blind und taub." Fred Warmbier zufolge sah der Mund seines Sohnes so aus, als habe jemand die Zähne aus seinem Unterkiefer gebrochen.

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Laut nordkoreanischer Darstellung erlitt Warmbier eine Lebensmittelvergiftung und erhielt danach Schlafmittel, woraufhin er nicht mehr aufwachte.

Den Angaben des Krankenhauses in Cincinnati zufolge, das den jungen Mann nach seiner Rückkehr behandelt hatte, hatte er schwere Hirnverletzungen von der Art, wie sie normalerweise durch einen Atemstillstand verursacht werden. Die Eltern beantragten, auf eine Autopsie zu verzichten.

"Wir waren nicht vorbereitet. Keine Mutter, kein Elternteil sollte jemals durchmachen müssen, was wir erlebt haben", sagte Cindy Warmbier. Ihr Mann machte klar: "Nordkorea stellt sich gerne als Opfer da, aber das ist es nicht. Das sind Terroristen."

US-Präsident Donald Trump twitterte später zu dem Auftritt von Warmbiers Eltern, es sei ein "großartiges Interview" gewesen. Otto sei über alle Vorstellungskraft hinaus von Nordkorea gefoltert worden.

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