Das Regime in Nordkorea umgeht offenbar die von der UN erst kürzlich verschärften Sanktionen gegen das eigene Land. Demnach wird unter anderem Kohle an zwei Veto-Mächte im UN-Sicherheitsrat geliefert - und Waffen nach Syrien.

Nordkorea hat laut einem UN-Bericht wiederholt internationale Sanktionen umgangen und Millionen durch illegale Exporte eingenommen.

Das meldeten US-Medien übereinstimmend in der Nacht zum Samstag unter Berufung auf das Dokument eines Expertengremiums der Vereinten Nationen.

Demnach habe das Land rund 200 Millionen Dollar (160 Mio Euro) mit dem verbotenen Export von Kohle und anderen Produkten verdient.

Nordkorea exportiere nach wie vor "beinahe alle in den Resolutionen verbotenen Güter", berichtet "Spiegel Online" unter Berufung auf das 213 Seiten lange Dokument.

Auch China und Russland als Handelspartner - Waffen nach Syrien

Ein Großteil der Lieferungen sei nach China, Malaysia, Vietnam und Russland gegangen.

Dazu würden Schiffe unter falscher Flagge genutzt und Kohle auf dem Meer ausgetauscht. Die eigentliche Herkunft werde mit falschen Papieren verschleiert.

Zudem habe Pjöngjang Waffen an Syrien und Myanmar geliefert und sei Damaskus bei der Entwicklung seines Chemiewaffenprogramms behilflich.

Die Vereinten Nationen hatten Sanktionen gegen Nordkorea wegen dessen Atom- und Raketentests verhängt.

Laut "Spiegel Online" heißt es in dem Bericht weiter, dass die verschärften Sanktionen "lukrative Märkte" für Schmuggler geschaffen hätten. Die UN müsse den "politischen Willen" zur Durchsetzung der Sanktionen haben.

Erst im Dezember hatte der UN-Sicherheitsrat die Maßnahmen weiter verschärft, nachdem die bisherigen nicht die erhoffte Wirkung gezeigt und die Führung Nordkoreas zum Einlenken gezwungen hatten. (cai/dpa)