Zum zweiten Mal in weniger als einem Monat wird die türkische Hauptstadt Ankara von einem schweren Anschlag erschüttert. Wieder detoniert eine Autobombe - diesmal an einer belebten Bushaltestelle.

Bei einem erneuten Autobomben-Anschlag im Zentrum der türkischen Hauptstadt Ankara sind über 30 Menschen getötet worden. Über 100 Menschen seien bei der Detonation am Sonntagabend verletzt worden, sagte Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu nach einem Sicherheitsgipfel der Regierung. Mindestens ein, vermutlich zwei Selbstmordattentäter seien ums Leben gekommen.

Zu dem Anschlag vom Sonntag bekannte sich zunächst niemand. Innenminister Efkan Ala sagte, die Ermittlungen hätten erste Erkenntnisse gebracht.

Organisation dementiert aber Beteiligung an Anschlag in Ankara.

Die Explosion ereignete sich am zentralen Kizilay-Platzes in der Nähe einer belebten Bushaltestelle. Das dürfte darauf hindeuten, dass unter den Opfern viele Zivilisten sind. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie zahlreiche Krankenwagen zum Anschlagsort eilten. Auf Fotos vom Unglücksort war auch ein ausgebrannter Bus zu sehen.

US-Botschaft hatte gewarnt

Die US-Botschaft hatte erst am Freitag vor einem drohenden Anschlag in einem Viertel in der Nähe von Kizilay gewarnt. Die Botschaft hatte Amerikaner dazu aufgerufen, die Gegend zu meiden. Die türkische Regierung verhängte am Sonntagabend eine Nachrichtensperre über den Anschlag, die aber nicht offizielle Verlautbarungen betrifft.

Anschläge auch im Januar und Februar

Am 17. Februar war es zuletzt zu einem schweren Anschlag in Ankara gekommen. Der Selbstmordattentäter hatte sich in einem Auto neben Bussen mit Armeeangehörigen in die Luft gesprengt.

Zu dieser Tat bekannte sich die aus der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hervorgegangene Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK). Die TAK hatte zugleich gedroht: "Unser Rachefeldzug gegen den faschistischen türkischen Staat wird weitergehen." Zugleich kündigte die TAK damals Anschläge auch in Touristengebieten an und warnte Urlauber davor, in die Türkei zu reisen.

Am 12. Januar hatte sich in Istanbul ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, zwölf deutsche Touristen kamen dabei ums Leben. Diese Tat wurde der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zugeschrieben.© dpa