Schüsse am weltberühmten Pariser Louvre-Museum: Soldaten haben auf einen Mann geschossen, der sie mit einer Machete angreifen wollte. Das bestätigte der Pariser Polizeipräfekt Michel Cadot. Der Mann habe zuvor Allahu Akbar gerufen. Er sei schwer verletzt, ein Soldat leicht. Zudem gab es eine weitere Festnahme.

Offenbar ist in Paris ein versuchter Terroranschlag verhindert worden - auch wenn die genauen Hintergründe der Tat noch offen sind. Französische Anti-Terror-Ermittler übernehmen aber den Fall.

Mann soll "Allahu Akbar" gerufen haben

Ein Mann, der "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") gerufen haben soll und mit einer Machete auf Soldaten losgehen wollte, wurde von diesen mit mehreren Schüssen gestoppt.

Der Angreifer ist offenbar durch einen Schuss in den Bauch schwer verletzt worden. Ein Soldat soll leicht am Kopf verletzt worden sein. Ein Militärsprecher sagte, zunächst hätten die Soldaten versucht, ihn mit Nahkampf-Techniken zu überwältigen. Weil dies nicht gelang, gab ein Soldat fünf Schüsse ab. Staatspräsident François Hollande würdigte in einer Erklärung "den Mut und die Entschlossenheit" der Militärs.

Der Angriff ereignete sich in einem Treppenhaus, das von einem Platz neben dem Louvre in ein unterirdisches Einkaufszentrum, das "Carrousel du Louvre", führt.

Louvre nach Schüssen abgesperrt, Premier spricht von Terrorismus

Der Mann trug zwei Rucksäcke mit sich, in beiden wurde aber kein Sprengstoff gefunden. Zuvor hatte Reuters berichtet, dass der Mann einen Koffer bei sich hatte. Möglicherweise habe er auch eine zweite Waffe bei sich gehabt, erklärte Cadot vor Journalisten.

Das französische Innenministerium sprach auf Twitter von einem "schwerwiegenden Vorfall für die öffentliche Sicherheit" im Louvre-Viertel. Die Umgebung des Museums wurde von der Polizei abgesperrt, wie Journalisten vor Ort berichten. Mittlerweile ist das Museum evakuiert worden.

Frankreichs Premierminister Bernard Cazeneuve erklärte, der Angriff habe einen "klar terroristischen Charakter". Die Staatsanwaltschaft hat umgehend eine Untersuchung wegen Terrorverdachts eingeleitet. Das teilte die Behörde am Freitag mit.

Zweite Person festgenommen

Zudem sei nach der Macheten-Attacke eine zweite Person von Sicherheitskräften festgenommen worden. "Sie befand sich vor Ort", sagte der Sprecher des Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet.

Die Ermittlungen müssten zeigen, ob es eine Verbindung zu dem Angriff auf eine Militärpatrouille gebe.

Frankreich war in den vergangenen zwei Jahren mehrfach Ziel islamistischer Terroranschläge, im Land gilt deshalb der Ausnahmezustand. Wegen der Terrorgefahr patrouillieren in Paris ständig Militärs, gerade auch an touristischen Wahrzeichen wie dem Louvre.

Ein Sprecher des Innenministeriums mahnte allerdings zur Vorsicht, Identität und Motiv des Mannes seien noch nicht geklärt.

(cai/miwo/dpa/afp)