Polit-Talk: "Anne Will", "Hart aber fair", "Maischberger" und "Maybrit Illner"

"Anne Will", "Hart aber fair", "Maischberger" und "Maybrit Illner": An vier Tagen die Woche senden ARD und ZDF politische Talkshows. In unserer Rubrik finden Sie Nachberichte und Kritiken zu ausgewählten Sendungen und Themen.

In der Talk-Show "Dunja Hayali" bekräftigte Kapitänin Carola Rackete, dass sie trotz der verschärften Strafen für Seenotretter in Italien wieder mit einem Schiff Flüchtlinge retten würde. Schon vorab hatte es Kritik an der Sendung und den Gästen gegeben.

"Brauchen wir schon jetzt andere Wälder, eine andere Landwirtschaft, damit Deutschland nicht zur Steppe wird?" Frank Plasberg fragt in seiner jüngsten Ausgabe von "Hart aber fair", als ob ein Umdenken angesichts der Klimakatastrophe noch nie gefordert worden sei. Trotzdem war es eine gute Diskussion mit Wachrüttel-Potenzial.

Kritik an Talksendungen ist so alt wie das Format selbst. Aber kurz vor der Sommerpause gab es noch einmal etwas heftigere Diskussionen - vor allem über den Umgang mit der AfD.

Pech beim Sendeplatz: Erst eine gute Woche nach der Einigung auf Ursula von der Leyen als Kandidatin für den EU-Kommissionsvorsitz, ist die Postenvergabe auch bei Frank Plasbergs "Hart, aber fair" Thema. Hätte sie aber gar nicht sein müssen, denn wirklich Neues kam dabei auch nicht heraus.

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Die Wahl der Kandidatin für den EU-Kommissionsvorsitz verlief in diesen Tagen eher "ungewöhnlich" – wenn man sich das Desaster maximal schönreden möchte. Das tat niemand bei "Maybrit Illner" an diesem Donnerstagabend, im Gegenteil. Besonders ein Gast war im Angriffsmodus.

Der erste Shitstorm schon vor der Sendung, der nächste kommt bestimmt: Frank Plasberg redet bei "Hart aber fair" auch mit einem Rechten. So kuschlig, dass einem Gast der Kragen platzt.

Soll Robert Habeck der erste grüne Kanzlerkandidat werden? Um diese Frage drückte sich seine Parteikollegin Katharina Schulze bei „Hart aber fair“ erfolgreich. Schriftstellerin Juli Zeh befürchtet durch den Habeck-Hype derweil eine Stärkung der AfD.

Was können wir aus dem Mordfall Walter Lübcke lernen, wollte Anne Will von ihren Gästen wissen. Die Ergebnisse waren dürftig – dafür zog aber CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer eine tiefrote Grenzlinie zur AfD.

Der Mord der Woche im "Tatort", die neuesten Folgen der "Big Bang Theory", die tägliche Dosis "Gute Zeiten, schlechte Zeiten", die 100. Wiederholung von "Pretty Woman" oder die Ausstrahlungstermine der Fußball-Bundesliga: Hier finden Sie auf einen Blick alle Sendetermine ihrer Lieblingsserien und Live-Shows, dazu alle Top-Filme und Sport-Events.

Nach dem Tod des Regierungspräsidenten Walter Lübcke scheint in Deutschland eine Diskussion über die Gefahr des Rechtsextremismus' in Gang zu kommen. Auch bei Maybrit Illner waren der Fall Lübcke und die Gefahr von rechts Thema - und es wurde Klartext geredet. Der große Gewinn der Diskussion war daher die Diskussion selbst. 

Klimaschutz, der Mord an Walter Lübcke und der Zustand der CDU: Bei Sandra Maischberger gab es am Mittwoch viel zu besprechen. Für Aufsehen sorgte vor allem Friedrich Merz: Der Job als Bundeskanzler würde ihn offenbar immer noch reizen.

Ein Wirtschaftswissenschaftler bringt die Politik gegen sich auf. Und Franziska Giffey sagt nicht Nein, als es um den SPD-Vorsitz geht: Die Runde bei Anne Will diskutiert, wie lange die schwarz-rote Bundesregierung noch durchhält.

Es dürfte selbst in CDU und SPD nur wenige geben, die glauben, dass es in ihren Parteien gerade richtig gut läuft. Bei Maybrit Illner übten sich deshalb Manuela Schwesig und Tobias Hans kräftig in Selbstkritik. Am Ende machte ein Wissenschaftsjournalist klar, dass die Zukunft der beiden Volksparteien nur in einem Thema liegen kann, das sie bisher sträflich vernachlässigt haben.

Sandra Maischberger diskutierte mit ihren Gästen die Themen der Woche. Dabei sagte ein Journalist mit Verweis auf die CDU-Spitze, dass es Ende September Neuwahlen geben könnte. Und mit Peer Steinbrück bewies ein weiterer SPD-Politiker, warum die Partei bei jungen Leuten aktuell so schlecht ankommt.

Bricht die Große Koalition nach den Wahlschlappen auseinander? Diesem Eindruck wollen ihre Vertreter bei Maybrit Illner entgegentreten: Malu Dreyer hat noch "Lust, was zu bewegen". Und Philipp Amthor will über eine CO2-Steuer reden.

Die SPD braucht einen neuen Chef, die GroKo neuen Lebensgeist - beides wird vergeblich gesucht bei "Maischberger". CDU-Fraktionschef Brinkhaus will auf die Zähne beißen, ein streitlustiger Alpha-Journalist Neuwahlen.

Was wurde eigentlich aus der Pflege-Offensive von Gesundheitsminister Jens Spahn? Das wollte Frank Plasberg in seiner jüngsten Ausgabe von "Hart aber fair" wissen. Dem Gesundheitsminister platzt an einer Stelle der Kragen.

Der Rücktritt von Andrea Nahles beschäftigt auch die Runde bei "Anne Will" am Sonntagabend in der ARD. Die Zukunft der Großen Koalition steht in Frage.

Nach der Europawahl sprach Sandra Maischberger mit ihren Gästen über den Niedergang der Volksparteien – und arbeitete sich vor allem an Komiker Nico Semsrott von der Satirepartei "Die Partei" ab. SPD-Politiker Kevin Kühnert reagierte auf eine Frage besonders gereizt und Reiner Haseloff (CDU) bewies, dass er Youtuber Rezo nicht verstanden hat.

Die Jungen dürfen ran bei "Maybrit Illner" und ihre Sicht auf die Misere von SPD und Union erzählen. Es wird eine schmerzhafte Analyse – ohne Aussicht auf schnelle Besserung.

Für die einstmals "großen Volksparteien" war die Europawahl ein Desaster, Grund zum Feiern haben eigentlich nur die Grünen. Doch bei Frank Plasberg wurde am Ende – trotz vieler guter Vorsätze – dann doch wieder über Grundrente und Solidaritätsbeitrag gestritten.

Der frühere SPD-Chef Sigmar Gabriel teilte nach den Wahlpleiten bei Anne Will gegen die eigene Parteispitze um Andrea Nahles aus – ohne direkt personelle Konsequenzen zu fordern. Als ihn eine Journalistin an seine Mitverantwortung für den Zustand der SPD erinnerte, reagiert Gabriel dünnhäutig.

Schadet die Ibiza-Affäre nicht nur der österreichischen FPÖ, sondern allen Rechtspopulisten? Um diese Frage ging es bei Maybrit Illner. Vor allem der stoische AfD-Chef Alexander Gauland stand unter Beschuss.

Die Chefs von CDU, CSU, SPD, AfD, FDP, Grünen und Linken versuchen in einer Fernsehrunde, die Menschen von ihren Konzepten zu überzeugen. Unterschiede werden klar, Schärfe bleibt aus. Ob das genügt, um einen eher lahmen Europa-Wahlkampf in Schwung zu bringen?

Das Beben in Österreich erhitzt auch bei "Anne Will" die Gemüter. Eine Grüne greift Sebastian Kurz an und AfD-Chef Jörg Meuthen liefert sich ein giftiges Rededuell mit der Gastgeberin.

"Ist Europa wirklich in Gefahr?", fragt Sandra Maischberger kurz vor der Europawahl. Eine konkrete Antwort lieferte ihre Diskussionsrunde am Mittwochabend nicht. Aber immerhin wurde klar, wie viel tatsächlich auf dem Spiel steht, sollten sich die Nationalisten durchsetzen.

Frank Plasbergs Populismus-Talk lief trotz vieler konträrer Meinungen überraschend sachlich ab. Der Grüne Oberbürgermeister Boris Palmer wehrte sich gegen den Vorwurf, ein Rassist zu sein.

Bei Anne Will warnte Alexander Graf Lambsdorff (FDP) vor einem Krieg zwischen den USA und dem Iran. Eine deutsch-israelische Politikberaterin behauptete, iranische Nuklear-Raketen seien auch eine Gefahr für Europa.

Die Steuerschätzer senken ihre Prognose dramatisch, und die Koalition muss irgendwie sparen – nur bekommt "Maybrit Illner" einfach nicht heraus, wo. Sie prallt am neuen schwarz-roten Traumpaar ab.

Es ist was faul im Staate Deutschland. So hätte Frank Plasberg seine Sendung auch überschreiben können. Es geht um Mietpreise, Mindestlohn und Verstaatlichungsfantasien. Es wird also vieles in einen Topf geworfen – das macht aber nichts. Denn die Diskussion um die Frage, wie es in Deutschland wieder gerechter zugehen könnte, ist lebendig. Und am Ende geht es sogar erstaunlich konstruktiv zu.

Klimaschutz steht am Sonntagabend auf dem Programm bei Anne Will. Aber weil Kevin Kühnert zu Gast ist, geht es auch um seine umstrittenen Sozialismus-Thesen. Das ist nicht der einzige Grund, warum es irgendwann sehr laut und verwirrend wird.

Treffen sich ein CDU-Wirtschaftsminister und ein Grüner - das kann nicht gut gehen, auch nicht bei "Maybrit Illner". Die Frage, wer den nötigen Klimaschutz zahlen soll, bleibt umstritten.

Maybrit Illners Gäste stritten über religiöse Gewalt und den Sinn des Glaubens. Ein Religionskritiker holte dabei zum Rundumschlag aus, während Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime Religionen pauschal als friedfertig bezeichnete.

Frank Plasberg diskutierte am Montagabend bei "Hart aber fair" über das Leben der Tiere vor dem Schlachthof und über den Sinn von Tierwohl-Labeln. Eine gute Diskussion mit Mut zur Wahrheit.

Persönlicher Schicksalsschläge berühren am Mittwochabend bei "Maischberger". Doch wirkliche Aufklärung gibt’s bei der Sendung über das Misstrauen gegen die "Schuldmedizin" nur in homöopathischen Dosen.

Ein britischer Konservativer nennt seinen Parteifreund einen "arroganten Idioten" und ein Journalist will das Vereinigte Königreich so schnell wie möglich loswerden: Frank Plasbergs Gäste diskutieren schonungslos über den Brexit.

"Wie lange denn noch?", fragt Anne Will etwas genervt in der jüngsten Ausgabe ihrer Talkshow bezüglich des zähen Austritts Großbritanniens aus der EU. In der Tat zieht sich der Brexit schon genauso lange hin, wie die Talkshow darüber. Viel Neues ist bislang bei beidem nicht herausgekommen. Nun schlägt Günter Verheugen bei Will eine radikale Lösung der verfahrenen Situation vor.

Bei "Hart aber fair" diskutieren die Gäste von Moderator Frank Plasberg insgesamt sehr besonnen über das Thema Organspende und die von Jens Spahn vorgeschlagene Widerspruchslösung. An einer Stelle wird es besonders emotional.

Eine selbstbewusste 19-Jährige kritisiert das "Schulterzucken" der Politik, und Aktivistin Greta Thunberg zeigt sich von einer persönlichen Seite: Anne Will widmet ihre Sendung Klimawandel und Jugendprotesten.

Das Engagement von Jugendlichen im Rahmen von "Fridays for Future" wird mit Leidenschaft bei "Maybrit Illner" diskutiert.

"Die Erde schwitzt, das Eis schmilzt" - mit diesem etwas zu kindgerechten Titel wollte Frank Plasberg in seiner jüngsten Ausgabe von "Hart, aber fair" den Klimawandel greifbar machen und mit dem Zusatz "Wie radikal müssen wir uns ändern?" gleich nach dem Weg fragen, wie wir Menschen noch den Kopf aus der selbst geknüpften Schlinge ziehen wollen. Heraus kam eine spannende Sendung, die dank Frank Plasberg aber ihr eigentliches Ziel völlig verfehlte.

Steht das gemeinsame Haus Europa vor dem Einsturz? Oder malen Skeptiker und Populisten die Zukunft des Kontinents viel zu schwarz? Bei "Maybrit Illner" prallen ganz unterschiedliche Ansichten aufeinander.

Bei Maischberger ging es – mal wieder – um den Brexit. Doch die Debatte wurde überlagert vom Streit von SPD-Politiker Martin Schulz und der österreichischen Rechtspopulistin Petra Steger. Es stand ein Nazi-Vorwurf im Raum.

Am "Equal Pay Day" diskutierte Frank Plasberg mit seinen Gästen über ungleiche Bezahlung zwischen Männern und Frauen im Beruf. Dabei überraschte eine Schauspielerin mit einem überraschenden Bekenntnis.

Überarbeitung ist längst kein exotisches Phänomen aus Japan mehr, man findet sie inzwischen überall. Den Teilrückzug von Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht nahm Anne Will am Sonntagabend zum Anlass, über Arbeitsüberlastung zu sprechen. Der wichtigsten Frage wich Anne Will aber immer wieder aus.

Maybrit Illner wollte mit ihren Gästen Ordnung ins Brexit-Chaos bringen – das gelang nur teilweise. Leider schaffte auch eine britische Journalistin nicht klarzumachen, was ihr Land eigentlich von der EU will.

Brexit-Talk. Mal wieder. Am Mittwochabend hat sich Sandra Maischberger wieder des möglichen Austritts Großbritanniens aus der EU angenommen, diesmal unter dem Thema: "Das Brexit-Drama: Kann das Chaos noch verhindert werden?" Doch auch, wenn leidenschaftlich diskutiert wurde, wirklich Neues gab es nicht.

Was kann die Politik gegen steigende Mieten und Immobilienpreise unternehmen? An Vorschlägen mangelt es bei "Hart aber fair" nicht. Doch welche davon sind die richtigen? Da liegen die Gäste meilenweit auseinander.

Mehr Europa oder weniger Europa? Bei Anne Will standen vier EU-Anhänger einer großen Skeptikerin gegenüber. Und die beschimpfte gleich mal Frankreichs Präsident Emmanuel Macron als "Loser".

Deutschland und Frankreich werben für eine neue europäische Industriepolitik mit mehr staatlichen Eingriffen. Bei Maybrit Illner entwickelte sich eine fesselnde Debatte, in der sogar ein CDU-Minister und eine Linkspartei-Politikerin Gemeinsamkeiten entdeckten.

Werden Reiche zu Unrecht kritisiert? Sandra Maischberger wollte am Mittwochabend über Spitzensteuersätze und das Image von Reichen sprechen – und lieferte eine Diskussion von vorgestern. Immerhin wurde endlich einmal das falsche Bild von der Neid-Debatte abgehängt.