Berlin (dpa) - Der Berliner Politikwissenschaftler Hajo Funke sieht angesichts der schweren Führungskrise bei der islamkritischen Bewegung Pegida keine Zukunft für das Bündnis. "Das ist der Anfang vom Ende der Pegida-Bewegung", sagte Funke am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Derart viel Chaos könne das Bündnis nicht ertragen.

"Man kann keine Bewegung erhalten, die in sich zerstritten ist und nicht weiß, was sie will." Funke betonte: "Es spricht viel dafür, dass die Bewegung in dieser Form bald zerfallen wird." Die "Feindbildmache", die Pegida bislang betreibe, könne das Bündnis offenkundig nicht zusammenhalten. "Das Faszinosum ist längst weg."

Rücktrittsgrund sei die massive Bedrohung durch Linksradikale.

Funke wertete die Streitigkeiten an der Pegida-Spitze als positive Entwicklung. "Das ist eine Stunde für die Demokratie und gegen die Ausgrenzung." Wie am Mittwoch bekannt wurde, legten Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel und weitere Mitglieder des Organisationsteams ihre Ämter nieder.
Pegida sagte zudem seine nächste Kundgebung in Dresden für diesen Montag ab. Das bestätigte ein Sprecher der Stadt Dresden am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Zu den Gründen wurden keine Angaben gemacht.