Ursula von der Leyen wird von ihrer 25 Jahre alten Dissertation eingeholt. Die Hochschule prüft Plagiatsvorwürfe. Andere kostete das schon den Ministerposten. Stolpert auch von der Leyen über ihre Doktorarbeit oder wird ihr die Affäre nichts anhaben? Sind Plagiatsjäger überflüssig oder wichtig? Was meinen Sie?

Plagiatsjäger werfen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen Regelverstöße in ihrer medizinischen Doktorarbeit vor. Die 1990 erschienene Arbeit zur Frauenheilkunde enthalte "zahlreiche wörtliche und sinngemäße Textübernahmen, die nicht als solche kenntlich gemacht sind", heißt es auf der Internetseite "VroniPlag Wiki", wo Nutzer ihre Erkenntnisse zusammentragen. Bisher seien auf 27 der insgesamt 62 Textseiten Plagiatsfundstellen dokumentiert. Die Medizinische Hochschule Hannover überprüft auf Wunsch der Ministerin die Arbeit. Erste interne Ergebnisse werden für die nächsten Tage erwartet.

Von der Leyen wehrte sich gegen die Kritik. "Den Vorwurf des Plagiats kann ich zurückweisen", sagte die CDU-Vizevorsitzende den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Montag. Sie habe Ende August "von den Aktivitäten im Netz" erfahren. Noch am selben Tag habe sie die Hochschule gebeten, die Dissertation "durch eine fachkundige und neutrale Ombudsstelle überprüfen zu lassen". Über die Vorwürfe hatte zuerst "Spiegel Online" berichtet.

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