Die USA sind erneut im "Shutdown"-Modus - und er trägt dafür die Verantwortung: Rand Paul. Der republikanische Senator tanzt gerne aus der Reihe, es ist nicht sein erster Coup gegen die eigene Partei.

Rand Paul tanzt gern aus der Reihe. Der republikanische Senator aus Kentucky eckt mit seinen libertären Positionen oft in seiner eigenen Partei an - in der Nacht zum Freitag provozierte er damit einen Stillstand der Regierung. Die Regierung der USA ist erneut binnen weniger Wochen zahlungsunfähig und befindet sich im "Shutdown"-Modus. Inzwischen scheint die Blockade gelöst, der Senat hat für das Gesetz gestimmt. Nun muss noch das Repräsentantenhaus zustimmen - die Lähmung der US-Regierung scheint aufgehoben.

Paul dürfte das trotzdem für sich als Erfolg verbuchen. Der 55-Jährige selbst bezeichnete sich einmal als "Republikaner der anderen Art". Manche nennen ihn einen Außenseiter.

2014 unterstütze der Republikaner auch Obama - aus eigenem Interesse

Sein politisches Credo lautet: kleiner Staat, strikte Haushaltsdisziplin, niedrige Steuern, keine militärischen Interventionen. Unter den Republikanern sticht er auch durch seine Opposition gegen die Überwachung des Geheimdienstes NSA hervor. 2014 unterstützte er deswegen eine Sammelklage gegen die Regierung des Demokraten Barack Obama.

Paul fällt immer wieder durch solche Aktionen auf: 2013 protestierte er durch nahezu 13 Stunden langes Dauerreden gegen die geheimen Drohneneinsätze der Regierung.

2016 bewarb er sich um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Es gelang ihm aber nicht, landesweit ausreichend Unterstützung für seine Positionen zu finden. Schon nach der ersten Vorwahl in Iowa stieg er aus dem Rennen aus.

Verhältnis zu Donald Trump ist zwiespältig

Sein Verhältnis zu Donald Trump ist von Höhen und Tiefen geprägt. Er kritisierte den Präsidenten für den Angriff eines Militärflugplatzes in Syrien. Trump wiederum zeigte sich frustriert über Paul wegen dessen Opposition zu einem Gesundheitsgesetz. An anderer Stelle pries er ihn dagegen.

Paul sitzt seit 2011 im Senat. Neben seiner politischen Arbeit praktiziert er gelegentlich als Augenarzt. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. (dpa / mgb)  © dpa

Eigentlich sah es gut aus im Haushaltsstreit in den USA. Nach Monaten der Verhandlungen einigten sich Republikaner und Demokraten, die Abstimmung im Senat sollte rasch über die Bühne gehen. Aber ein einziger Republikaner blockierte die Pläne: "Shutdown".