Die Terroristen des Islamischen Staates finanzieren sich unter anderem über den Verkauf syrischer und irakischer Kulturgüter. Diese Geldquelle will die deutsche Regierung nun austrocken. Kulturstaatsministerin Monika Grütters plant bereits eine Gesetzesänderung.

Geheimdienste gehen davon aus, dass der Islamische Staat bereits mehrere Millionen Euro nach Raubzügen durch antike Stätten verdient hat. Im syrischen Al-Nabuk westlich von Damaskus etwa seien dem IS mehr als 8.000 Jahre alte Kunstschätze im Wert von umgerechnet 27 Millionen Euro in die Hände gefallen. Solche Einzelheiten zum Vermögen der Miliz zogen irakische und westliche Geheimdienste einem Bericht der Zeitung "Guardian" Anfang August zufolge aus USB-Sticks, die die irakische Armee von einem führenden IS-Mitglied beschlagnahmt habe. Der IS verkauft diese Kulturgüter und kauft mit dem Erlös Waffen.

Auch in Deutschland hat der Handel mit Kulturgütern zweifelhafter Herkunft zugenommen. Die Möglichkeit zur Einfuhr dieser fragwürdig errungenen Kunstschätze will Kulturstaatsministerin Monika Grütters nun erschweren. Das meldet die "Süddeutsche Zeitung". Grütters will erreichen, dass in Deutschland nur noch Kulturgüter gehandelt werden können, die eine offizielle Ausfuhrlizenz des Herkunftlandes vorweisen können. Damit würde es dem IS erschwert, seine geraubten Schätze weiterzuverkaufen und damit eine weitere Aufrüstung zu finanzieren. (ska)