• Es ist eine Formulierung, die aufhorchen lässt.
  • Die deutsche Außenministerin nutzt für den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine einen Begriff, der oft für den Holocaust verwendet wird.
  • Die Not im Land erschüttert viele.

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Immer neue Raketen und Gefechte, Stromausfälle und Kälte: Wegen der Angriffe auf zivile Ziele in der Ukraine wirft Außenministerin Annalena Baerbock Russland jetzt sogar einen "Bruch der Zivilisation" vor - ein Begriff, der oft im Zusammenhang mit dem Holocaust verwendet wird. Ein solches Vorgehen sei für sie lange unvorstellbar gewesen, sagte die Grünen-Politikerin am Dienstag bei einem Nato-Treffen in Bukarest.

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Die Außenminister der G7 und weiterer Staaten sprachen unter Vorsitz von Baerbock am Rande des Nato-Treffens unter anderem mit Vertretern der Weltbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung über weitere Nothilfe für die Ukraine. Die USA kündigten dabei 53 Millionen Dollar weitere Unterstützung für die Beschaffung von Gerät und Komponenten zur Reparatur kritischer Stromnetze an.

Baerbock: Putin nutzt "Kälte als Kriegswaffe"

Außenministerin Baerbock zeigte sich am Rande eines Treffens der Nato-Minister erschüttert über die russische Strategie. "Dass dieser brutale Bruch der Zivilisation so geführt wird - also ich hätte mir das in den letzten Jahren niemals vorstellen können", sagte die Ministerin. "Wenn gezielt Infrastruktur bombardiert wird, dann nimmt man mutwillig in Kauf, dass Kinder, dass Alte, dass Familien erfrieren, dass sie verdursten, dass sie verhungern." Kremlchef Wladimir Putin setze "Kälte als Kriegswaffe" ein.

Der Begriff "Bruch der Zivilisation" wird oft als Beschreibung für den Holocaust genutzt, die nahezu weltweit gebräuchliche Bezeichnung für den Völkermord an Europas jüdischer Bevölkerung durch die Nationalsozialisten mit etwa sechs Millionen Toten.

G7 koordinieren Ermittlungen zu Kriegsverbrechen in der Ukraine

Um Ermittlungen zu den in der Ukraine verübten Kriegsverbrechen besser zu koordinieren, berieten sich die Justizminister der G7-Staaten in Berlin. Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) sagte, es gehe vorrangig darum, Beweismaterial zu sichern und Doppelarbeit zu vermeiden. Opfer, die Zeugenaussagen machten, sollten zu ihren traumatisierenden Erlebnissen beispielsweise nicht mehrfach aussagen müssen. Von der Zusammenkunft gehe das Signal aus: "Kriegsverbrechen dürfen nicht ungesühnt bleiben." (ng/dpa)