• Außenministerin Annalena Baerbock übt scharfe Kritik an dem türkischen Staatschef Erdogan für dessen Pose auf einem Gruppenfoto mit den Präsidenten Russlands und des Irans.
  • Sie finde das Foto "mehr als unverständlich", sagte Baerbock.
  • Das Bild entstand am Dienstag bei einem Gipfeltreffen Erdogans mit Putin und Raisi.

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Außenministerin Annalena Baerbock hat den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan für dessen Pose auf einem Gruppenfoto mit den Präsidenten Russlands und des Irans kritisiert. Das Bild, entstanden am Dienstag bei einem Gipfeltreffen Erdogans mit Kremlchef Wladimir Putin und dem Iraner Ebrahim Raisi in Teheran, zeigt die drei autoritär regierenden Staatsoberhäupter, wie sie sich lächelnd an den Händen halten.

"Dass der türkische Präsident mit auf diesem Foto ist, das ist eine Herausforderung, um es mal freundlich zu sagen", sagte Baerbock am Freitagabend im "Bild"-Format "Die richtigen Fragen".

Baerbock: Foto aus Sicht eines Nato-Mitglieds "unverständlich"

Die Türkei als Nato-Staat gebe der Ukraine militärisch "massive Unterstützung" im Krieg gegen den Angreifer Russland und sei auch am jüngsten Abkommen zur Sicherung ukrainischer Getreideexporte beteiligt, merkte die Grünen-Politikerin an. "Deswegen ist mir dieses Foto mehr als unverständlich, gerade aus Sicht eines Nato-Mitglieds." Die Konstellation auf dem Bild zeige zudem, wie wichtig es sei, "dass wir mit Wertepartnern zusammenstehen", die "an die internationalen Regeln nicht nur glauben, sondern für sie eintreten", fügte Baerbock hinzu. "Weil es gibt andere Akteure, die nicht für unsere Werte einstehen, und die verbünden sich im Zweifel auch."

Bei dem Gipfeltreffen in der iranischen Hauptstadt ging es offiziell um eine Verbesserung der Lage im Bürgerkriegsland Syrien. Russlands Krieg gegen die Ukraine dürfte aber ebenfalls Thema gewesen sein, auch wenn er öffentlich nicht zur Sprache kam. Nach außen hin gibt sich der Iran in dem Krieg zwar neutral, doch die Sympathien der iranischen Führung für Russland sind bekannt. (sbi/dpa)

Annalena Baerbock

Baerbock zeigt sich irritiert über Kretschmer-Äußerung zum Ukraine-Krieg

Nach der Forderung von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), Deutschland müsse im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine vermitteln und erwirken, "dass dieser Krieg eingefroren wird", zeigt sich Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) irritiert. "Die Aussagen verwundern mich etwas, denn weder die deutsche Bundesregierung noch irgendein anderes Land in Europa wollten je wieder Krieg auf diesem Kontinent haben", so Baerbock. "Da sagt ein Ministerpräsident, 'redet doch mal', obwohl der Bundeskanzler mehrfach mit dem russischen Präsidenten telefoniert hat und der UN-Generalsekretär in Moskau war", so Baerbock. Teaserbild: IMAGO / xThomasxTrutschelx / photothek