• Wegen der Blockade des Hafens von Odessa fällt es der Ukraine derzeit schwer, Export-Getreide außer Landes zu bringen.
  • Jetzt könnte es einfacher werden, eine Ausweichroute zu benutzen.
  • Die rumänische Regierung hat die Voraussetzungen dafür geschaffen.

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Der rumänische Donauhafen Galati kann nach der Reparatur von Breitspur-Bahngleisen stärker für den Import von Gütern aus der Ukraine verwendet werden. Das teilte Rumäniens Transportminister Sorin Grindeanu am Donnerstag mit.

Galati liegt unmittelbar an der ukrainischen Grenze. Aus dem ukrainischen Donau-Hafen Reni führen die im ex-sowjetischen Raum üblichen Breitspurgleise nach Galati. Wegen des schlechten Zustandes auf rumänischer Seite mussten bisher Waren aus der Ukraine zum Weitertransport umgeladen werden. Rumäniens Gleise haben die westeuropäische Standardbreite.

Umweg könnte künftig wegfallen

Grindeanu sagte, die Reparatur der Breitspurgleise sei einen Monat vor dem Zieltermin abgeschlossen worden. Man habe gut 1000 hölzerne Bahnschwellen ersetzt und die Gleisbettung erneuert. Galati habe zudem einen Getreidesilo mit einer Kapazität von 25.000 Tonnen.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs steht die Ukraine beim Getreide-Export vor großen Problemen. Russland wird vorgeworfen, ukrainisches Getreide aus den besetzten Gebieten zu plündern. Hinzu kommt: Der Hafen von Odessa, über den es bisher verschifft wurde, ist wegen des Krieges geschlossen.

Eine Ausweichroute führt über Rumänien. Jedoch ist der Weg über Rumänien wegen schlechter Infrastruktur mühsam. Das ukrainische Getreide wird größtenteils in Flussfrachtern zum rumänischen Schwarzmeer-Hafen Constanta gebracht - auf einem Umweg donauaufwärts, die letzte Strecke bildet der Donau-Schwarzmeer-Kanal ab Cernavoda. Durch die nun mögliche Zugverbindung nach Galati bleibt den Flussfrachtern eine Strecke auf dem mäandernden Chilia-Arm des Donaudeltas erspart. (dpa/fab)

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