• 14 deutsche Panzerhaubitzen wurden an die Ukraine geliefert, nun tauchen unerwartete Probleme auf.
  • Nach SPIEGEL-Informationen gibt es einen eklatanten Mangel an Ersatzteilen. Wie es dazu kommen konnte.

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Planungsfehler bei der Ersatzteilbestellung gefährden nach SPIEGEL-Informationen zunehmend die Einsatzbereitschaft der deutschen Panzerhaubitzen in der Ukraine. Nach der Lieferung von insgesamt 14 Panzerhaubitzen 2000 hatte das Bundesverteidigungsministerium versäumt, rechtzeitig umfangreiche Ersatzteilpakete zu bestellen, um die Waffensysteme regelmäßig instand zu setzen und so einsatzbereit zu halten.

Mittlerweile ist ein Großteil der von Deutschland gelieferten Artillerie-Systeme durch den intensiven Einsatz an der Front in der Ostukraine reparaturbedürftig. In Bundeswehr-Kreisen hieß es, die Ukrainer verschössen derzeit täglich um die 300 Granaten, dies nutze die Waffensysteme sehr stark ab.

Ersatzteilmangel schon länger bekannt

Zwar wurden kürzlich sechs deutsche Haubitzen zur technischen Überholung nach Litauen gebracht. Da jedoch die nötigen Ersatzteile für die Haubitzen weder bei der Industrie noch bei der Bundeswehr verfügbar waren, mussten die Techniker eine der Haubitzen ausschlachten und vorerst in Litauen stehen lassen.

Der Mangel an Ersatzteilen kommt nicht überraschend. Das Beschaffungsamt der Bundeswehr hatte schon im Spätsommer im Ministerium erfolglos angemahnt, umfangreiche Ersatzteilpakete für die Haubitzen und die Mehrfachraketenwerfer Mars II zu bestellen, da das Spezialmaterial lange Lieferzeiten habe. Bisher aber kam vom sogenannten "Sonderstab Ukraine" keine entsprechende Weisung.

Durch den Mangel an Ersatzteilen wird nun auch der sogenannte Instandsetzungshub gelähmt, den Deutschland bis Mitte Dezember in der Slowakei errichten will, um dort gelieferte Waffen zu reparieren.  © DER SPIEGEL