• Deutschland und Frankreich haben Russland zu einem sofortigen Waffenstillstand in der Ukraine aufgerufen.
  • Bundeskanzler Olaf Scholz und der französische Präsident Emmanuel Macron hatten zuvor mit Wladimir Putin telefoniert.
  • Laut dem Elysée-Palast hat Putin keine Absicht, den Krieg zu beenden.

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Bundeskanzler Olaf Scholz und der französische Präsident Emmanuel Macron haben den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einem sofortigen Waffenstillstand in der Ukraine aufgefordert. Außerdem drangen Scholz und Macron auf einen Einstieg in eine diplomatische Lösung des Konflikts. Das teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Samstag nach einem Telefonat von Scholz und Macron mit Putin mit. Das Gespräch am Mittag habe 75 Minuten gedauert.

Dabei soll Putin allerdings nicht die Absicht geäußert haben, den Krieg gegen das Nachbarland beenden zu wollen. "Wir haben bei Putin keine Bereitschaft festgestellt, den Krieg zu beenden", sagte ein Berater Macrons der Nachrichtenagentur Reuters.

Laut Elysée-Palast forderten Macron und Scholz den russischen Präsidenten auch auf, der Belagerung der ukrainischen Hafenstadt Mariupol ein Ende zu machen. "Die Situation ist sehr schwierig und menschlich inakzeptabel", hieß es im Elysée-Palast. Das Telefonat mit Putin sei "sehr offen und schwierig" gewesen. "Die einzige Entscheidung, die Präsident Putin treffen muss, ist die Aufhebung der Belagerung."

Kreml wirft Ukraine "eklatante Verstöße" gegen humanitäres Völkerrecht vor - dafür gibt es keine Belege

Der Kreml teilte nach dem Gespräch mit, Putin habe Scholz und Macron über den "tatsächlichen Stand" der Lage in der Ukraine informiert und dem Land "eklatante Verstöße" gegen humanitäres Völkerrecht vorgeworfen. Vor allem habe der russische Präsident zahlreiche Fälle massivster Menschenrechtsverletzungen durch ukrainische Sicherheitskräfte angesprochen. Russland behauptet, dass in der Ostukraine ein "Genozid" an der russischen Bevölkerung stattfinde. Dafür gibt es keine Belege.

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Ukrainische Einheiten würden Andersdenkende hinrichten, Geiseln nehmen und Zivilisten als Schutzschilde missbrauchen sowie schwere Waffen in Wohngebieten stationieren. "Nationalistische" Truppen würden Evakuierungsversuche systematisch verhindern und Zivilisten, die fliehen wollen, einschüchtern, habe Putin in dem Gespräch gesagt. Diese Vorwürfe wies Macron als "Lügen" zurück.

Putin: Scholz und Marcon sollen auf Ukraine einwirken

Der Kremlchef habe Scholz und Macron aufgefordert, Druck auf die Ukraine auszuüben, um solche Verbrechen zu beenden. Die Ukraine wirft ihrerseits Russland und den Separatisten schwere Kriegsverbrechen vor.

Putin habe Scholz und Macron zudem über den Stand der Gespräche zwischen den Verhandlungsteams Moskaus und Kiews informiert, hieß es in der Erklärung weiter. In diesem Zusammenhang hätten die drei Politiker auch über "Themen im Zusammenhang mit Vereinbarungen gesprochen, die derzeit mit Blick auf die Realisierung der allseits bekannten russischen Forderungen ausgearbeitet werden". Details nannte der Kreml nicht. (dpa/afp/mgb)

US-Präsident Biden

US-Präsident Biden: Wir müssen Dritten Weltkrieg verhindern

Eine direkte militärische Konfrontation in der Ukraine zwischen dem US-Militär und den russischen Streitkräften muss nach Ansicht von Präsident Joe Biden verhindert werden, damit es nicht zu einem "dritten Weltkrieg" kommt. Das US-Militär und die Nato-Partner werden "jeden Zentimeter" des Bündnisgebiets geeint und "mit voller Macht" verteidigen, schrieb Biden am Freitag auf Twitter. "Aber wir werden in der Ukraine keinen Krieg mit Russland führen. Eine direkte Konfrontation zwischen der Nato und Russland ist der dritte Weltkrieg - und etwas, das zu verhindern, wir uns bemühen müssen", schrieb der Demokrat. Die Ukraine ist kein Nato-Mitglied.