• Immer wieder werden Schienennetze in Russland von Kriegsgegnern attackiert.
  • Die Gruppe "Stoppt die Waggons!" versucht, mit Sabotageakten den Transport von schwerem Kriegsgerät in die Ukraine zu verhindern.
  • Unklar ist, wer genau hinter den Aktionen steckt.

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Gegen den Krieg von Kremlchef Wladimir Putin in der Ukraine sind in Russland nach Erkenntnissen von Geheimdiensten auch Partisanen aktiv. "Ostanowi wagony!" - auf Deutsch: Stoppt die Waggons! - nennt sich die Anti-Kriegsbewegung, die sich speziell der Sabotage von Militärtransporten auf den Bahngleisen verschrieben hat. Unklar ist aber, wer die Organisatoren sind.

Nach der Einschätzung britischer Geheimdienste haben russische Kriegsgegner in den vergangenen Monaten wiederholt das Schienennetz im eigenen Land sabotiert. Die Beschädigung einer Bahnstrecke nahe einem Dorf unweit der russisch-belarussischen Grenze Anfang dieser Woche sei bereits der sechste Akt seit Juni gewesen, zu dem sich "Stoppt die Waggons!" bekannt habe, heißt es im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums vom Mittwoch.

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Die Aktionen seien Teil eines größeren Trends zu vermehrten Angriffen auf die Schienennetze in Russland und Belarus. Die russische Armee sei enorm abhängig von dem mehr als 33.000 Schienenkilometer umfassenden Netz in Russland, um ihre Einheiten in die Ukraine zu transportieren. Da viele Strecken isoliert durch kaum besiedelte Gegenden führten, ist es nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums schwierig, sie gegen Sabotage abzusichern.

Partisanen wollen Transport von schwerem Kampfgerät ins Kriegsgebiet verhindern

Russland transportiert Panzer und anderes schweres Kampfgerät, Munition und Treibstoff mit Güterwaggons in das Kriegsgebiet. Das wollen die Partisanen verhindern, wie sie auf ihrer Website und auf einem Telegram-Kanal, der mehr als 9.000 Abonnenten hat, schreiben.

Aufgerufen wird zur aktiven Teilnahme am Widerstand gegen den Krieg, in dem etwa Gleise durch die Verlegung von Drähten blockiert werden sollen. In ganz Russland sei der Einsatz nötig, um die russischen Truppen in der Ukraine vom Nachschub abzuschneiden, heißt es da.

Kriegsgegner nehmen Bahnknoten nahe Moskau und St. Petersburg ins Visier

Besonders genannt werden die Moskauer und St. Petersburger Bahnknoten, die Schienenwege nach und in Belarus, wo auch Partisanen im Einsatz sind sowie die Regionen Belgorod, Wolgograd, Woronesch, Kaluga, Krasnodar, Rostow und die von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim.

"Wenn die zwei Gleise mit einem Draht 'kurzgeschlossen' werden, dann gibt es automatisch das Signal, dass der Weg belegt ist - und die Ampel leuchtet rot", heiß es in der Handlungsanleitung. "Indem du die Arbeit der Bahn sabotierst, rettest du Leben auf beiden Seiten der Front!" Im Telegram-Kanal der Bewegung sind etwa auch brennende Relaisstationen zu sehen - mit dem Hinweis, dass auch das helfe, um den Kriegsverkehr lahmzulegen.

Russlands Innengeheimdienst FSB berichtet über Aufdeckung von Sabotageakten

In der russischen Öffentlichkeit ist die Bewegung, die von westlichen Geheimdiensten auf Englisch "Stop the wagons!" genannt wird, nicht bekannt. Allerdings berichtet der russische Inlandsgeheimdienst FSB immer wieder über die Festnahme von "Terroristen" oder über die Aufdeckung von Sabotageakten, die sich gegen den Krieg in der Ukraine richten.

Anfang Oktober meldete der FSB die Vereitelung eines Anschlags an einer Bahnanlage in der Region Kabardino-Balkarien im Nordkaukasus. Zwei bewaffnete Männer seien dort beim Verlegen eines Sprengsatzes gestellt und dann getötet worden, nachdem sie Widerstand geleistet hätten. "Ostanowi wagoni" reagierte entsetzt. (dpa/ank)

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