• 19:09 Uhr: ➤ Biden: G7-Staaten werden Importverbot für russisches Gold verkünden
  • 15:39 Uhr: Toter und Verletzte nach Angriffen auf zentralukrainische Region Tscherkassy
  • 14:41 Uhr: Biden verurteilt jüngste Angriffe auf Kiew als Barbarei
  • 11:55 Uhr: Selenskyj: Wollen alle Städte zurück - Forderungen vor G7
  • 09:47 Uhr: Experte: Tausende Delfine im Schwarzen Meer wegen Kriegs verendet
  • 08:22 Uhr: Bericht: Ukraine kauft erneut Waffen direkt beim deutschen Hersteller
  • 07:09 Uhr: Explosionen erschüttern ukrainische Hauptstadt Kiew

Live-Ticker zum Krieg in der Ukraine hier aktualisieren

➤ Biden: G7-Staaten werden Importverbot für russisches Gold verkünden

  • 19:09 Uhr:

Die G7-Staaten wollen bei ihrem Gipfel in Bayern nach Angaben von US-Präsident Joe Biden ein Importverbot für russisches Gold verkünden. Damit würden Russland Milliardeneinnahmen aus diesem wichtigen Exportgut wegbrechen, teilte Biden am Sonntag auf Twitter mit.

Biden schrieb: "Die Vereinigten Staaten haben Putin beispiellose Kosten auferlegt, um ihm die Einnahmen zu entziehen, die er zur Finanzierung seines Krieges gegen die Ukraine benötigt." Ein hochrangiger US-Regierungsmitarbeiter sagte am Sonntag in einer Telefonschalte mit Journalisten, die G7-Staaten würden den Importstopp offiziell am Dienstag verkünden, dem letzten Tag des Gipfels auf Schloss Elmau. "Damit wird Russland weiter von der Weltwirtschaft isoliert." Gold sei für Russland nach Energie das zweitwichtigste Exportgut. Es seien weitere Schritte zu erwarten, "die den Druck auf Putin und Russland kontinuierlich erhöhen sollen". (dpa)

Die Lage im Überblick:

Seit 24. Februar führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote, wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu. Nach Angaben der UN sind inzwischen über 8 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen (Stand: 21. Juni), vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen dürfen.

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Außerdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Panzer der Klasse Gepard soll die Ukraine aus Deutschland erhalten. Dass die Nato aktiv in den Krieg eingreift, gilt bislang als ausgeschlossen.

Am ersten April-Wochenende sorgten Bilder von den Leichen vieler Zivilisten in der Kleinstadt Butscha bei Kiew international für Entsetzen. Die Ukraine spricht von schweren Kriegsverbrechen und Völkermord und macht dafür russische Truppen verantwortlich. Moskau bestreitet trotz zahlreicher Hinweise am Tod der Zivilisten beteiligt gewesen zu sein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte, die Verhandlungen mit Russland sollen weiter fortgesetzt werden. Seit dem 18. April läuft eine lange vorbereitete Großoffensive Russlands im Osten der Ukraine.

Russlands Angriff in der Ukraine: Aktuelle Kampfhandlungen und Truppenbewegungen. (Achtung: Diese Infografik wird regelmäßig aktualisiert)

Die weiteren Meldungen vom 26. Juni:

Ukraine: Russland will Süden von Lyssytschansk blockieren

  • 19:37 Uhr

Nach der Einnahme der Stadt Sjewjerodonezk in der Ostukraine durch russische Truppen gehen die Kämpfe um die Stadt Lyssytschansk weiter. Der Feind versuche verstärkt mit Unterstützung der Artillerie, die strategisch wichtige Stadt aus südlicher Richtung zu blockieren, teilte der ukrainische Generalstab mit. Dabei seien auch zivile und militärische Infrastruktur getroffen worden. Das ließ sich nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

Johnson lobt Deutschlands Unterstützung für die Ukraine

  • 17:15 Uhr:

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Unterstützung Deutschlands für die Ukraine gelobt und gegen Kritik verteidigt. Deutschland wie auch Frankreich hätten beide "erstaunlich viel getan, wenn man bedenkt, wo sie vor Beginn des Konflikts standen", sagte Johnson am Sonntag in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNN am Rande des G7-Gipfels in Bayern. Mit Blick auf Kritik aus der Ukraine, Deutschland tue zu wenig, sagte Johnson, man müsse objektiv betrachten, wie weit Bundeskanzler Olaf Scholz das Land gebracht habe hin zu deutlich größeren Verteidigungsausgaben. "Niemals in meinem Leben hätte ich erwartet, dass Deutschland einen direkten militärischen Beitrag zur Unterstützung eines anderen europäischen Landes leisten würde, so wie es jetzt der Fall ist."

Angesichts der Ukraine-Krise hatte Deutschland zuletzt mehrere politische Kehrtwenden vollzogen und etwa beschlossen, schwere Waffen an Kiew zu liefern und die Bundeswehr massiv aufzurüsten.

Mit Blick auf die Unterstützung der USA für die Ukraine sagte Johnson, die Vereinigten Staaten seien bereits in der Vergangenheit mehrfach das "Arsenal für die Demokratie" gewesen. Angesichts der immensen US-Ausgaben für die Ukraine sagte der britische Premier an die amerikanische Bevölkerung gewandt: "Ich würde argumentieren, dass dies ein Preis ist, der es wert ist, ihn für Demokratie und Freiheit zu zahlen." Johnson betonte: "Das ist etwas, was Amerika historisch gesehen tut und tun muss: nämlich für Frieden, Freiheit und Demokratie einzutreten." Wenn die Welt den russischen Präsidenten Wladimir Putin gewähren lasse mit seinem Angriff auf die Ukraine, dann würde dies Aggression auch anderswo legitimieren. Die Folgen für die Welt wären "absolut katastrophal".

Die USA haben gewaltige Summen zur Unterstützung der Ukraine bereitgestellt: Seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf das Land haben die USA Kiew allein Waffen und Ausrüstung im Wert von 6,1 Milliarden US-Dollar (5,8 Milliarden Euro) zugesagt oder geliefert.

Separatisten: Weitere Menschen aus Chemiefabrik Azot evakuiert

  • 16:50 Uhr:

Prorussische Separatisten haben nach eigener Darstellung 250 weitere Menschen aus den Luftschutzkellern der Chemiefabrik Azot in Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine evakuiert. Die Stadt war zuvor von russischen Truppen eingenommen worden. Unter den Evakuierten seien kleine Kinder, sagte der Vertreter der Luhansker Separatisten in Moskau, Rodion Miroschnik, am Sonntag.

Bereits am Samstag seien 200 Zivilisten aus dem Werk geholt worden, schrieb er im Nachrichtenkanal Telegram. Unklar war aber, wohin sie gebracht wurden. Am Samstag war noch eine weitaus höhere Zahl der Evakuierten genannt worden. Das lässt sich nicht überprüfen.

Der ukrainische Militärgouverneur des Gebiets Luhansk hatte die Zahl der Zivilisten in den Schutzkellern des Chemiewerks vor dem Abzug der ukrainischen Truppen mit 568 angegeben.

Das russische Verteidigungsministerium hatte am Samstag die Einnahme der zuletzt hart umkämpften Stadt Sjewjerodonezk bekannt gegeben. (dpa)

Toter und Verletzte nach Angriffen auf Zentralukraine

  • 15:39 Uhr:

Neben Kiew hat auch die zentralukrainische Region Tscherkassy am Sonntag russische Raketenangriffe gemeldet. Infolge des Einschlags zweier Raketen seien nahe der Gebietshauptstadt ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets Tscherkassy, Ihor Taburez, mit. In sozialen Netzwerken kursierten zudem Videos von einer offenbar beschädigten Eisenbahnbrücke über den Fluss Dnipro. Die ukrainische Eisenbahn kündigte die vorübergehende Einstellung von Regionalbahnen bei Tscherkassy an.

In den frühen Morgenstunden war in Kiew unter anderem ein neunstöckiges Gebäude von einer Explosion erschüttert und teils zerstört worden. Ersten Erkenntnissen zufolge wurden dabei im Bezirk Schewtschenko vier Menschen verletzt und ein Mann getötet. (dpa)

Biden verurteilt jüngste Angriffe auf Kiew als "Barbarei"

  • 14:41 Uhr:

US-Präsident Joe Biden hat die jüngsten russischen Raketenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew scharf verurteilt. "Das ist noch mehr von ihrer Barbarei", sagte Biden am Sonntag beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von einem "grausamen Angriff".

Erstmals seit drei Wochen war Kiew am Sonntag - wenige Stunden vor Beginn des G7-Gipfels im bayerischen Elmau - wieder Ziel russischer Raketenangriffe geworden. Getroffen wurde nach ukrainischen Angabe ein Wohnkomplex, mindestens vier Menschen wurden verletzt. In dem betroffenen Wohnviertel im Nordwesten Kiews gibt es auch eine Rüstungsfabrik, die in der Vergangenheit bereits beschossen worden war.

"Es sieht danach aus, dass Russland bewusst den Start von G7 auf perfide Weise für einen Raketenschlag nutzen wollte", sagte Klitschko der "Bild". "Die Welt muss endlich verstehen, dass dieser Krieg nur dann beendet werden kann, wenn die Ukraine genügend militärische Unterstützung bekommt, um sich zu verteidigen." (AFP)

Ukrainischer Außenminister fordert von G7 härtere Sanktionen gegen Russland

  • 13:09 Uhr:

Nach neuen Raketenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew hat Außenminister Dmytro Kuleba von den G7-Staaten härtere Sanktionen gegen Russland und zusätzliche Waffenlieferungen gefordert. Kuleba veröffentlichte am Sonntag auf Twitter ein Foto, das zeigt, wie ein Mädchen von Rettungskräften auf einer Trage transportiert wird. "Dieses sieben Jahre alte ukrainische Kind schlief friedlich in Kiew, als ein russischer Marschflugkörper sein Haus in die Luft sprengte", schrieb er dazu.

Die G7-Länder müssten darauf mit weiteren Sanktionen und mehr schweren Waffen für die Ukraine antworten, schrieb Kuleba. Noch bis Dienstag findet in Bayern ein Gipfel der sieben führenden demokratischen Industriestaaten statt, zu denen Deutschland, die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan zählen.

Infolge mehrerer Raketeneinschläge war in den frühen Morgenstunden in Kiew unter anderem ein neunstöckiges Gebäude getroffen und teils zerstört worden. Ersten Erkenntnissen zufolge wurden dabei im Bezirk Schewtschenko vier Menschen verletzt, darunter ein siebenjähriges Mädchen. Später sagt Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko in einem "Bild"-Interview, dass der Vater des Mädchens bei dem Angriff gestorben sei.

"Es sieht danach aus, dass Russland bewusst den Start von G7 auf perfide Weise für einen Raketenschlag nutzen wollte", meinte Klitschko. "Die Welt muss endlich verstehen, dass dieser Krieg nur dann beendet werden kann, wenn die Ukraine genügend militärische Unterstützung bekommt, um sich zu verteidigen." (dpa)

Linke schärfen Haltung zu Russland nach

  • 12:24 Uhr:

Die Linke hat ihre Haltung zu Russland nachgeschärft und den russischen Angriff auf die Ukraine klar verurteilt. Mit dem Beschluss des Erfurter Parteitags vom Sonntag setzte sich die Parteispitze um die Vorsitzende Janine Wissler gegen eine Gruppe um die Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht durch. Diese wollte die Mitverantwortung der Nato im Vorlauf zum Ukraine-Krieg betonen.

Für die Linke war das ein Grundsatzstreit. Vor dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar hatten viele in der Partei großes Verständnis für russische Interessen geäußert. Das gültige Parteiprogramm verlangt die Auflösung der Nato, die durch ein "kollektives Sicherheitssystem unter Beteiligung Russlands" ersetzt werden soll. Von dieser Linie setzt sich der neue Beschluss ein Stück weit ab.

Die Fassung, für die auch Wissler geworben hatte, wirft Russland eine imperialistische Politik vor. Moskau versuche, unter postsowjetischen Staaten "autoritäre Vasallen-Regime einzurichten oder – wo das nicht gelingt –, die Staaten zu destabilisieren". Russland sei "eines der geostrategischen Machtzentren im fossilen Kapitalismus".

Auch dieser Antrag kritisiert die Nato für ein "Denken in geopolitischen Einflusszonen und ein Wettrüsten insbesondere zwischen der Nato, Russland und China". Das 100-Milliarden-Euro-Programm für die Bundeswehr wird erneut verurteilt, Waffenlieferungen an die Ukraine werden abgelehnt.

Die rund 570 Delegierten tagten seit Freitag in der thüringischen Landeshauptstadt und schließen ihren Parteitag am Sonntagnachmittag ab. (dpa)

Selenskyj: Wollen alle Städte zurück - Forderungen vor G7

  • 11:55 Uhr:

Die Ukraine will nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj alle von Russland in vier Monaten Krieg eingenommenen Städte zurückerobern. In einer Videoansprache verwies Selenksyj am Samstagabend auf Städte wie Sjewjerodonezk, Donezk und Luhansk. Auch Melitopol und Mariupol seien nicht in Vergessenheit geraten. "Alle anderen Städte der Ukraine, die vorübergehend besetzt sind, werden ukrainisch sein", versicherte der Präsident. Russland hatte zuvor die Einnahme der einstigen Großstadt Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine bekannt gegeben, wo sich heute nur noch einige Tausend Menschen aufhalten.

Selenskyj zufolge wurde die Ukraine am Samstag innerhalb eines halben Tages von 45 russischen Raketen getroffen. Das sei so kurz vor den G7- und Nato-Gipfeln ein klares Signal. "Das bestätigt, dass die Sanktionspakete gegen Russland nicht genug sind." Erneut forderte er auch mehr Waffen und Luftabwehrsysteme. Die Waffen dürften nicht länger auf Trainingsplätzen oder in Lagerhallen liegen, sondern müssten in die Ukraine gebracht werden, "wo sie gebraucht werden".

Am Montag soll Selenskyj per Video aus Kiew zum Treffen der Staats- und Regierungschefs aus sieben großen Industrienationen (G7) zugeschaltet werden, das auf Schloss Elmau in Bayern stattfindet. Der ukrainische Präsident betonte, sein Land befinde sich in einer moralisch und emotional schwierigen Phase des Krieges. "Wir verstehen, dass wir den Staat immer noch schützen können." Er wisse aber nicht, wie groß die Verluste und Anstrengungen seien, bis sich ein Sieg am Horizont abzeichne. (dpa)

Vier G7-Staaten kündigen Verbot der Einfuhr von russischem Gold an

  • 10:45 Uhr:

Vor Beginn des G7-Gipfels haben Großbritannien, die USA, Japan und Kanada eine Ausweitung ihrer Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs angekündigt. Die vier G7-Länder würden "in Kürze" ein Verbot der Einfuhr von russischem Gold in Kraft setzen, teilte die britische Regierung am Sonntag mit. Die US-Regierung erwartete, dass sich bis zum Gipfelende auch Deutschland und die anderen EU-Länder unter den G7 den Gold-Sanktionen anschließen. (AFP)

Russlands Verteidigungsminister besucht Truppen in der Ukraine

  • 10:02 Uhr:

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat in der Ukraine kämpfende russische Soldaten besucht. Das Verteidigungsministerium in Moskau veröffentlichte am Sonntag ein Video, in dem zu sehen ist, wie Schoigu in dunkelgrüner Militärkleidung aus einem Flugzeug steigt und sich dann mit Militärs bespricht. Der Minister habe die Lage inspiziert und sich "Berichte der Kommandeure die über die aktuelle Situation und die Handlungen der russischen Streitkräfte in den Haupteinsatzgebieten angehört", heißt es in einer angehängten Mitteilung.

Zudem habe er einzelne Soldaten für ihren Einsatz in der "militärischen Spezialoperation", wie der Krieg gegen die Ukraine in Russland offiziell genannt wird, mit Orden ausgezeichnet. Wo genau in der Ukraine Schoigu sich aufhielt, wurde nicht mitgeteilt.

Russland, das das Nachbarland vor mehr als vier Monaten überfallen hat, konzentriert seine Angriffe derzeit auf die östlichen Gebiete Luhansk und Donezk. Nach dem Rückzug der ukrainischen Armee aus der in Luhansk gelegenen Großstadt Sjewjerodonezk steht das Gebiet mittlerweile größtenteils unter russischer Kontrolle. (dpa)

Annalena Baerbock: Russland nutzt Hunger als Kriegswaffe

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat am Freitag bei einer Konferenz in Berlin Putin vorgeworfen, den Hunger in der Welt "ganz bewusst als Kriegswaffe" einzusetzen. Russland "nimmt die ganze Welt als Geisel", sagte sie. (Foto: Imago)

Experte: Tausende Delfine im Schwarzen Meer wegen Kriegs verendet

  • 09:47 Uhr:

Naturschützer bringen den Tod von Tausenden Delfinen im Schwarzen Meer mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine in Verbindung. Mindestens 3.000 Tiere seien verendet, schrieb Forschungsleiter Iwan Rusew bei Facebook. Der Einsatz von Sonar-Technik und Explosionen zerstörten das "empfindliche Navigationssystem" der Tiere. So könnten sie nicht mehr genug Fische fangen und seien deshalb anfälliger für Infektionskrankheiten. Die Folge sei, dass mehr Tiere sterben, erläuterte der Experte eines Nationalparks in der Nähe von Odessa im Süden der Ukraine.

Nach seinen Angaben gibt es zudem Berichte über verendete Tiere aus Bulgarien und Rumänien. "Wir bitten alle, die tote Delfine am Strand sehen, dies zu melden." In den vergangenen Jahren hätten Fischfang und Wilderei die größten Gefahren für Delfine dargestellt.

Russland hat seinen Krieg gegen die Ukraine am 24. Februar begonnen und greift das Nachbarland auch über das Schwarze Meer an. (dpa)

Bericht: Ukraine kauft erneut Waffen direkt beim deutschen Hersteller

  • 08:22 Uhr:

Die Ukraine hat offenbar erneut auf eigene Initiative Waffen direkt bei der deutschen Industrie gekauft. Kiew habe knapp 2.900 tragbare Panzerabwehrwaffen vom Typ RGW 90 Matador beim deutschen Rüstungskonzern Dynamit Nobel Defence (DND) bestellt, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Verweis auf ukrainische Regierungskreise. Die Bestellung wurde demnach bereits geliefert.

Den Informationen der Zeitung zufolge bezahlte Kiew die Waffen mit eigenem Geld. Die Lieferung der Waffen setzt grünes Licht der Bundesregierung voraus. Das Bundeswirtschaftsministerium habe die Informationen auf Anfrage nicht kommentieren wollen, berichtete WamS. (AFP)

Explosionen erschüttern ukrainische Hauptstadt Kiew

  • 07:09 Uhr:

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist am Sonntagmorgen von mehreren Explosionen erschüttert worden. AFP-Journalisten hörten vier Detonationen in der Nähe des Stadtzentrums. Demnach wurde ein Wohnkomplex getroffen, Feuer brach aus. Eine halbe Stunde zuvor hatten die Luftangriffssirenen der Stadt Alarm geschlagen. Informationen zu möglichen Opfern lagen zunächst nicht vor.

"Mehrere Explosionen im Schewtschenkiwskyj-Viertel", schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram. "Krankenwagen und Rettungssanitäter sind vor Ort. In zwei Gebäuden ist die Rettung und Evakuierung der Bewohner im Gange."

Die ukrainische Hauptstadt war in den vergangenen Wochen nur selten Ziel russischer Angriffe, das russische Militär konzentriert sich derzeit vor allem auf den Osten des Landes. Zuletzt war Kiew Anfang Juni beschossen worden. Während die ukrainische Seite damals von beschädigter Bahn-Infrastruktur sprach, meldete Moskau die gezielte Zerstörung von frisch aus dem Ausland gelieferten Panzern. (AFP)

Selenskyj: Wollen alle Städte zurückerobern

  • 05:21 Uhr:

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will die von Russland eingenommenen Städte zurückerobern. Das sagte er in seiner abendlichen Videoansprache am Samstag. Er verwies dabei auf Sjewjerodonezk, Donezk und Lugansk. Auch Melitopol und Mariupol seien nicht in Vergessenheit geraten. "Alle anderen Städte der Ukraine, die vorübergehend besetzt sind, werden ukrainisch sein." Russland hatte am Abend die Einnahme von Sjewjerodonezk bekannt gegeben.

Selenskyj zufolge ist sein Land am Samstag innerhalb eines halben Tages von 45 russischen Raketen getroffen worden. "Sie sind eine weitere Bestätigung unserer Position, dass Sanktionen gegen Russland nicht ausreichen." Sein Land benötige mehr militärische Hilfe.

Die Ukraine befinde sich in einer moralisch und emotional schwierigen Phase des Krieges. "Wir verstehen, dass wir den Staat immer noch schützen können", meinte das Staatsoberhaupt. Er wisse aber nicht, wie groß die Verluste und Anstrengungen noch sein werden, bis sich ein Sieg am Horizont abzeichne.Selenskyj: Wollen alle Städte zurückerobern

Mit Material von dpa und AFP

Die Ticker der vergangen Tage zum Nachlesen: