• 13:23 Uhr: Melnyk kritisiert Scholz-Rede in Davos als "extrem enttäuschend"
  • 12:28 Uhr: Moskau bestätigt Angriffe auf ukrainische Gebiete Charkiw und Donezk
  • 12:07 Uhr: Entwicklungsministerin Schulze sagt bei Ukraine-Reise zivile Hilfe zu
  • 11:17 Uhr: London: Russland greift in Ukraine auf 50 Jahre alte Panzer zurück
  • 10: 47 Uhr: Prorussische Separatisten verkünden Einnahme von ostukrainischer Stadt Lyman
  • 10:42 Uhr: Politiker: Weitere 70 Leichen in ukrainischer Stadt Mariupol gefunden

Live-Ticker zum Krieg in der Ukraine hier aktualisieren

Melnyk kritisiert Scholz-Rede in Davos als "extrem enttäuschend"

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat die Rede von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) beim Weltwirtschaftsforum in Davos als Enttäuschung kritisiert. Die Ukraine habe gehofft, aus der Rede "herauszuhören, mit welchen ganz konkreten Schritten die Ampel uns massiv unterstützen wird, damit die Ukraine diesen Krieg gewinnt", sagte Melnyk der "Bild" vom Freitag. "Leider war das eine Fehlanzeige, vor allem in Bezug auf (die) sofortige Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland, um die Riesenoffensive der Russen im Donbass zu ersticken"

Der Diplomat warf dem Kanzler vor, ukrainische Interessen zu missachten: "Militärisch wird die Ukraine von Berlin schlicht und einfach im Stich gelassen." Melnyk griff den Bundeskanzler dabei auch direkt an: "Dazu fehlen wohl die Führungskraft und Courage." Die Rede sei "extrem enttäuschend" gewesen.

Scholz hatte in seiner Davoser Rede am Donnerstag die Ukraine-Politik seiner Regierung erklärt und dazu aufgerufen, sich dem Machtanspruch des russischen Präsidenten Wladimir Putin entgegenzustellen. Konkrete neue Ankündigungen machte er aber nicht. (AFP)

Die Lage im Überblick:

Seit 24. Februar führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote, wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu. Nach Angaben der UN sind inzwischen mehr als 6,6 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen (Stand: 27. Mai), vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen dürfen.

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Außerdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Panzer der Klasse Gepard soll die Ukraine aus Deutschland erhalten. Dass die Nato aktiv in den Krieg eingreift, gilt bislang als ausgeschlossen.

Die von russischen Truppen besetzten Gebieten der Ukraine mit Verortung des Stahlwerkes in Mariupol. (Achtung: Diese Infografik wird regelmäßig aktualisiert)

Am ersten April-Wochenende sorgten Bilder von den Leichen vieler Zivilisten in der Kleinstadt Butscha bei Kiew international für Entsetzen. Die Ukraine spricht von schweren Kriegsverbrechen und Völkermord und macht dafür russische Truppen verantwortlich. Moskau bestreitet trotz zahlreicher Hinweise am Tod der Zivilisten beteiligt gewesen zu sein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte, die Verhandlungen mit Russland sollen weiter fortgesetzt werden.

Am 18. April begann laut ukrainischer Aussage eine lange vorbereitete Großoffensive Russlands im Osten der Ukraine.

Die weiteren Meldungen vom 27. Mai:

Moskau bestätigt Angriffe auf ukrainische Gebiete Charkiw und Donezk

  • 12:28 Uhr

Russlands Militär hat Angriffe auf die ostukrainischen Gebiete Charkiw und Donezk bestätigt. Auf eine ukrainische Brigade in der heftig umkämpften Stadt Bachmut in Donezk etwa seien Raketen abgefeuert worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Freitag. Im Charkiwer Gebiet seien Militärobjekte ebenfalls mit Raketen beschossen worden. Die ukrainische Seite hatte bereits am Donnerstag mehrere Tote durch russischen Beschuss in Charkiw beklagt. (dpa)

+++

Entwicklungsministerin Schulze sagt bei Ukraine-Reise zivile Hilfe zu

  • 12:07 Uhr

Entwicklungsministerin Svenja Schulze ist als zweites Mitglied der Bundesregierung seit Beginn des russischen Angriffskrieges in die Ukraine gereist. Bei einem Besuch des schwer zerstörten Kiewer Vororts Borodjanka am Freitag sicherte sie den Menschen zivile Hilfe aus Deutschland zu. 185 Millionen Euro für Soforthilfemaßnahmen seien bereits genehmigt, sagte Schulze am Freitag vor Journalisten in Borodjanka. Konkret sollen etwa Wohnungen und Stromleitungen gebaut werden. "Die Ukrainerinnen und Ukrainer brauchen einfach Wasser und Strom. Die, die innerhalb der Ukraine geflohen sind, brauchen ein Dach über dem Kopf, die Kinder müssen wieder in die Schule gehen können und für all das braucht es Unterstützung."

Deutschland werde auch die nächsten Jahre Partner bleiben, sagte sie vor durch russische Luftschläge zerstörten Häusern. "Aber wir dürfen nicht erst warten, bis der Krieg zu Ende ist, wir müssen jetzt wieder anfangen, zu helfen und aufzubauen". Die Soforthilfegelder sollen unter anderem in den Wiederaufbau der zerstörten Häuser gehen. Aber auch Müllabfuhr und Abfallwirtschaft bräuchten die Menschen. Das Entwicklungsministerium werde auch in Zukunft dabei stark mit den betroffenen Gemeinden kooperieren, sagte sie im Gespräch mit Borodjankas Bürgermeister Georgi Jerko. (dpa)

+++

London: Russland greift in Ukraine auf 50 Jahre alte Panzer zurück

  • 11:17 Uhr

Die russische Armee greift nach Ansicht britischer Regierungsexperten bei ihrer Invasion der Ukraine inzwischen auf veraltetes Gerät zurück. Moskau habe wahrscheinlich in den vergangenen Tagen 50 Jahre alte T-62-Panzer aus Lagerbeständen geholt und in den Einsatzbereich des südlichen Streitkraftverbands gebracht, hieß es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in London am Freitag.

"Die T-62-Panzer werden beinahe mit Sicherheit besonders gefährdet sein durch Panzerabwehrwaffen und ihre Anwesenheit auf dem Schlachtfeld wirft ein Schlaglicht auf Russlands Mangel an modernem, einsatzbereitem Gerät", so die Mitteilung weiter. Der südliche Streitkraftverband der Russen dürfte nach Ansicht der britischen Experten weiterhin mit der Besetzung von Gebiet in der Südukraine beauftragt sein.

Vorstöße gibt es den britischen Angaben nach im Donbass, wo russische Bodentruppen weiterhin versuchen, die Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk im Donbass einzukreisen. Dabei seien mehrere Dörfer nordwestlich von Popasna erobert worden. "Russland übt Druck aus auf den Kessel von Sjewjerodonezk, die Ukraine behält aber die Kontrolle über mehrere verteidigte Bereiche und verwehrt Russland damit die volle Kontrolle über den Donbass", hieß es in der Mitteilung weiter. (dpa)

+++

Politiker: Weitere 70 Leichen in ukrainischer Stadt Mariupol gefunden

  • 10:42 Uhr

In der mittlerweile von russischen Truppen eingenommenen ukrainischen Hafenstadt Mariupol sind Angaben eines Lokalpolitikers zufolge Dutzende weitere Leichen von Bewohnern gefunden worden. Rettungskräfte hätten insgesamt rund 70 leblose Körper auf einem ehemaligen Fabrikgelände entdeckt, schrieb der Mariupoler Stadtratsabgeordnete Petro Andrjuschtschenko am Freitag im Nachrichtendienst Telegram. Die Menschen seien unter den Trümmern begraben worden, als russische Besatzer das Gebäude beschossen, schrieb er. Überprüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht. (dpa)

+++

Prorussische Separatisten verkünden Einnahme von ostukrainischer Stadt Lyman

  • 10:47 Uhr

Prorussische Separatisten haben ihre Einnahme der strategisch wichtigen Stadt Lyman im Osten der Ukraine verkündet. Mit Unterstützung der russischen Streitkräfte hätten sie "die vollständige Kontrolle" über Lyman erlangt, teilte der Generalstab der Separatisten in der Region Donezk am Freitag im Messengerdienst Telegram mit. Insgesamt hätten die Separatisten "220 Ortschaften befreit". Lyman ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt nordöstlich von Slowjansk und Kramatorsk.

Die Eroberung von Lyman würde einen russischen Vormarsch auf die beiden Städte ermöglichen, die noch unter ukrainischer Kontrolle stehen. Die Ukraine hatte Slowjansk 2014 von den Separatisten zurückerobert. Kramatorsk ist die Hauptstadt des ukrainisch kontrollierten Teils der Region Donezk.

Russland und die Ukraine äußerten sich zunächst nicht zu der gemeldeten Einnahme. Eine unabhängige Überprüfung war nicht möglich. Am Dienstag hatten die Separatisten bereits gemeldet, sie kontrollierten die Hälfte der Stadt. (afp)

+++

Militärverwaltung: 1.500 Tote in ostukrainischer Stadt Sjewjerodonezk

  • 09:58 Uhr

In der besonders schwer umkämpften ostukrainischen Stadt Sjewjerodonezk sind offiziellen Angaben zufolge seit Kriegsbeginn rund 1.500 Menschen getötet worden. Darunter seien sowohl Soldaten als auch Zivilisten, sagte der Chef der lokalen Militärverwaltung, Olexandr Strjuk, am Freitag. Viele Menschen seien zudem geflüchtet. Von den einst 130.000 Einwohnern sei mittlerweile nur noch rund ein Zehntel da. Der Gouverneur des Luhansker Gebiets, Serhij Hajdaj, berichtete zudem von vier Toten durch russischen Beschuss auf Sjewjerodonezker Wohnviertel am Vortag.

Mehr als drei Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs zählt die Großstadt Sjewjerodonezk zu den letzten Teilen von Luhansk, die noch von der ukrainischen Armee kontrolliert werden. Unweit der Stadtgrenze wird aber bereits heftig gekämpft. Beobachter befürchten, dass ukrainische Brigaden in Sjewjerodonezk von russischen und prorussischen Militärs eingekesselt werden könnten. (dpa)

+++

Ex-General: "Die Zeit spielt für die Ukraine, wenn sie durchhält"

  • 08:46 Uhr

Der frühere Bundeswehr- und Nato-General Hans-Lothar Domröse geht davon aus, dass die Ukraine dem russischen Vormarsch im Donbass in den kommenden Wochen nicht vollständig standhalten kann. "Jetzt kommt der große Schwung der Weltmacht Russland zum Tragen. (...) Sie sind reichweiten- und zahlenmäßig überlegen", sagte Domröse am Freitag dem Nachrichtenradio MDR Aktuell. Die ukrainischen Kräfte könnten den Vormarsch maximal hier und da verzögern.

Ab Herbst könnten die Ukrainer aber wieder mehr Widerstand leisten, so Domröse. In etwa einem halben Jahr werde das Land viel mehr westliche Waffensysteme haben und die Soldaten viel besser an diesen ausgebildet sein. "Bis dahin werden sie aber noch schwere Schläge hinnehmen müssen", sagte Domröse. Die Zeit spiele etwas für die Ukraine, "wenn sie durchhält". (dpa)

+++

Großes Interesse von Ukraine-Flüchtlingen an Integrationskursen

  • 08:19 Uhr

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge stellt unter den Ukraine-Flüchtlingen ein großes Interesse an Integrationskursen zur Sprach- und Kulturvermittlung fest. Innerhalb weniger Wochen seien "bereits mehr als 80.000 Teilnahmeberechtigungen erteilt" worden, teilte die Behörde der Zeitung "Welt" mit. Das Bundesamt rechnet demnach in den kommenden Wochen mit einem starken Anstieg der beginnenden Kurse.

Aktuell nähmen "17.000 Ukrainer und Ukrainerinnen an einem Integrationskurs teil", erklärte die Behörde laut "Welt". Nach Erhalt der Berechtigung müsse ein Einstufungstest absolviert werden, um das zum Bildungsniveau passende Kursangebot zu ermitteln. Daher vergingen "naturgemäß einige Wochen bis zum tatsächlichen Kursbeginn".

"Wir haben gut ausgebildete Teilnehmende, die mit großem Elan lernen", sagte Benjamin Beckmann, Leiter der BAMF-Integrationskursabteilung der "Welt". Aus der Ukraine komme "zwar die ganze Bandbreite der Gesellschaft", von der Akademikerin bis zum Ungelernten. "Sie verfügen aber fast alle über gute Lernvoraussetzungen, vor allem eine gute Schulbildung. Wir benötigen für sie keine Alphabetisierungs- und praktisch keine Zweitschrift-Lernerkurse."

Laut Beckmann können 95 Prozent der Ukraine-Flüchtlinge ihren Integrationskurs direkt mit dem normalen Sprachkurs beginnen. Die rund 1500 zugelassenen Integrationskursträger haben demnach in der kurzen Zeit seit dem russischen Angriff ihr Kursangebot verdoppelt. (afp)

+++

Thomas Anders verteidigt Konzertabsagen in Russland mit Wertekompass

  • 07:20 Uhr

Popsänger Thomas Anders (59) hat die Absage seiner für diesen März geplanten Konzertreise durch Russland verteidigt. "Meinen Wertekompass kann und will ich nicht danach ausrichten, ob ich damit Fans vergraule", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) mit Blick auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine.

"Und wenn einige dabei sind, die sich vor den Kopf gestoßen fühlen, dann ist es eben so. Ich will nicht arrogant wirken, aber damit müssten sie dann leben." Anders hat seit seiner Zeit im Popduo Modern Talking ("You're My Heart, You're My Soul") eine große Anhängerschaft in Russland. Die Konzertreise sollte auch durch die Ukraine führen.

"Interessant war, dass unsere russischen Veranstalter fragten, warum ich absage. Die Shows wären ausverkauft, und ich sollte doch nach Russland kommen", erzählte Anders. "Sie haben einfach nicht mitbekommen, dass Russland einen Angriffskrieg in der Ukraine gestartet hat. Ein paar Tage später baten sie dann höflichst um neue Termine. Mein Agent fragte dann: Auf welchen Zeitraum sollen wir denn jetzt verschieben? Die Antwort aus Russland war: Im Herbst ist doch alles wieder normal. Sie tappten offenbar tatsächlich im Dunkeln."

Anders meint, dass es nicht die russische Bevölkerung sei, die den Krieg wolle. "Die Menschen können doch nichts dafür, ich bin davon überzeugt, dass die russische Nation nicht für diesen Krieg ist. Offiziell wissen sie gar nicht, dass es überhaupt ein Krieg ist." Ähnlich hatte sich Anders nach Beginn des Kriegs schon gegenüber der Deutschen Presse-Agentur geäußert und angekündigt, er wolle in Zukunft wieder in Russland auftreten. (dpa)

Selenskyj gehört zu "einflussreichsten Menschen" - Putin taucht auch in Liste auf

Das "Time"-Magazin veröffentlicht jährlich seine Liste der 100 weltweit einflussreichsten Menschen. Unter ihnen befindet sich in diesem Jahr der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj - sowie Russlands Präsident Wladimir Putin. © ProSiebenSat.1

Russische Nationalgardisten verweigern Kriegseinsatz - Jobs weg

  • 06:29 Uhr

Im russischen Nordkaukasus haben 115 Nationalgardisten einen Einsatz im Krieg gegen die Ukraine verweigert. Dies trug ihnen allerdings eine Kündigung ein, die von einem Militärgericht nach Angaben vom Donnerstag für rechtmäßig erklärt wurde. Das meldete die Agentur Interfax aus Naltschik, der Hauptstadt der Teilrepublik Kabardino-Balkarien.

Den Angaben nach hatten die Nationalgardisten sich geweigert, Befehlen zu gehorchen, und waren in ihre Kasernen zurückgekehrt. Als daraufhin ihre Verträge gekündigt wurden, klagten sie, verloren den Prozess aber. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Auch im südrussischen Gebiet Krasnodar haben nach Medienberichten 15 Angehörige der Polizeieinheit OMON ihre Jobs verloren. Sie waren im Februar auf einer Übung auf der Krim gewesen und hatten sich geweigert, im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt zu werden.

Die russische Führung schickt neben der regulären Armee auch Einheiten der Nationalgarde in die "militärische Spezialoperation", wie der Krieg offiziell genannt wird. In allen Truppenteilen gibt es einen hohen Anteil junger Männer aus den besonders armen Regionen Russlands.

Dazu zählen auch Kabardino-Balkarien und Dagestan im Kaukasus oder Burjatien in Sibirien. Für diese Männer bedeuten Armee oder Polizei oft die einzige Aussicht auf einen Job. Auch bei den russischen Toten und Verwundeten im Ukraine-Krieg sind diese Randrepubliken nach Angaben von Experten überproportional betroffen. (dpa)

+++

Ukraine-Krieg: Melnyk enttäuscht von Scholz-Auftritt in Davos

  • 06:14 Uhr

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nach dessen Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos mangelnde Führungsstärke und eine Missachtung ukrainischer Interessen vorgeworfen.

Der "Bild"-Zeitung (Freitag) sagte Melnyk: "Militärisch wird die Ukraine von Berlin schlicht und einfach im Stich gelassen." Man habe sich in Kiew erhofft, aus der Rede von Scholz in Davos "herauszuhören, mit welchen ganz konkreten Schritten die Ampel uns massiv unterstützen wird, damit die Ukraine diesen Krieg gewinnt." Doch das sei nicht erfolgt.

"Leider war das eine Fehlanzeige, vor allem in Bezug auf sofortige Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland, um die Riesenoffensive der Russen im Donbass zu ersticken", sagte Melnyk der Zeitung. Er griff Scholz demnach auch direkt an: "Dazu fehlen wohl die Führungskraft und Courage." Auch beim Thema der Beitrittskandidatur der Ukraine für eine EU-Mitgliedschaft habe es "leider keine ermutigenden Signale an die Ukrainer" gegeben. (dpa)

+++

CNN: USA wollen eventuell Langstrecken-Raketensysteme für Ukraine

  • 06:01 Uhr

Die US-Regierung zieht einem Medienbericht zufolge in Erwägung, fortschrittliche Langstrecken-Raketensysteme in die Ukraine zu schicken. Die in den USA hergestellten Waffensysteme könnten Raketen über Hunderte Kilometer abfeuern, berichtete der Sender CNN am Donnerstag unter Berufung auf mehrere Beamte.

Ein neues militärisches Hilfspaket könnte bereits in der kommenden Woche angekündigt werden. Die Ukraine habe um diese Art von Waffen gebeten, hieß es weiter. Allerdings sei die US-Regierung zögerlich gewesen, da befürchtet werde, dass die Ukraine die Raketensysteme für Angriffe auf russisches Gebiet nutzen könnte. Es stelle sich die Frage, ob dies eine russische Vergeltungsmaßnahme zur Folge haben könnte, so CNN.

US-Präsident Joe Biden hatte erst am Wochenende ein neues Milliarden-Hilfspaket der USA für die Ukraine mit einem Volumen von fast 40 Milliarden Dollar (38 Milliarden Euro) in Kraft gesetzt. Aus dem Paket entfällt rund die Hälfte der Gesamtsumme auf den Verteidigungsbereich. Davon sind sechs Milliarden Dollar für direkte militärische Hilfe für die Ukraine vorgesehen.

Mit weiteren Milliardenbeträgen sollen unter anderem US-Lagerbestände wieder mit militärischer Ausrüstung aufgefüllt werden, die an die Ukraine geschickt wurde. Die US-Regierung hatte zuvor schon mehrere große Pakete zur Unterstützung der Ukraine auf den Weg gebracht. (dpa)

+++

Mit Material von dpa und AFP

Die Ticker der vergangen Tage zum Nachlesen:

Die Meldungen zum Krieg in der Ukraine vom 26. Mai finden Sie hier

Die Meldungen zum Krieg in der Ukraine vom 25. Mai finden Sie hier

Die Meldungen zum Krieg in der Ukraine vom 24. Mai finden Sie hier

Kämpfe im Donbass - Video zeigt Reporter unter Beschuss

Im Osten der Ukraine toben seit Wochen heftige Gefechte. Die russischen Angreifer versuchen, die Region unter Kontrolle zu bringen. Dabei geriet auch ein Team der Nachrichtenagentur AFP unter Beschuss. "Wer kann diesen Krieg nur stoppen?", fragt der ukrainische Soldat Andrij die Journalisten - während um sie Geschosse einschlagen. (afp)