• Der frühere Bundesaußenminister und heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Versäumnisse mit Blick auf Russland eingeräumt.
  • Sein Festhalten an der Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 sei ein Fehler gewesen.
  • "Wir sind gescheitert mit dem Ansatz, Russland in eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur einzubinden", so der Politiker.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat erstmals eigene Versäumnisse und Irrtümer in der Politik gegenüber Russland eingeräumt. "Mein Festhalten an Nord Stream 2, das war eindeutig ein Fehler. Wir haben an Brücken festgehalten, an die Russland nicht mehr geglaubt hat und vor denen unsere Partner uns gewarnt haben", erklärte er am Montag in Berlin. Weiter sagte der Politiker, der insgesamt fast ein Jahrzehnt lang Außenminister für die SPD war: "Wir sind gescheitert mit der Errichtung eines gemeinsamen europäischen Hauses, in das Russland einbezogen wird. Wir sind gescheitert mit dem Ansatz, Russland in eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur einzubinden."

Steinmeier war in den vergangenen Tagen dafür kritisiert worden, dass er sich bislang nicht zu möglichen eigenen Fehleinschätzungen, vor allem in seiner Zeit als Minister, geäußert habe. Nun sagte er, die Verantwortung für den Krieg liege beim russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin: "Die sollten wir nicht auf uns ziehen. Das heißt aber nicht, dass wir nicht einiges zu überdenken haben, wo es unsererseits Fehler gegeben hat."

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Seine Einschätzung sei gewesen, dass Putin nicht den, so Steinmeier, kompletten wirtschaftlichen, politischen und moralischen Ruin seines Landes für seinen "imperialen Wahn" in Kauf nehmen würde: "Da habe ich mich, wie andere auch, geirrt."

Der Bundespräsident betonte, mit einem Russland unter Putin werde es "keine Rückkehr zum Status Quo vor dem Krieg geben" (dpa/okb).

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