Die Polizei ist am Dienstagmorgen in Deutschland bei Razzien gegen einen mutmaßlichen Schleuserring vorgegangen, der ausländische Staatsbürger illegal ins Land geschmuggelt haben soll. Einzelne Spuren führen in die Reichsbürger-Szene.

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Großeinsatz der Bundespolizei: 800 Beamte durchsuchen Wohnungen und Büroräume. Mehrere Tatverdächtigte sollen ausländische Staatsbürger nach Deutschland geschleust und illegal beschäftigt haben. Außerdem soll es Kontakte zur Reichsbürgerszene geben.

Mit einer großangelegten Razzia ist die Bundespolizei in Hamburg, Bremen und der Altmark gegen einen mutmaßlichen Schleuserring vorgegangen.

Die Beamten sollten seit Montagabend 21 Durchsuchungsbefehle vollstrecken, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Pirna.

Mehrere Tatverdächtige sollen überwiegend moldauische Staatsbürger nach Deutschland geschleust und illegal beschäftigt haben.

Einige Kontakte in die Reichsbürgerszene

Einige von ihnen sollen außerdem Kontakte in die Reichsbürgerszene in der Altmark haben. Zuerst hatten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet.

Ob und wie die Kontakte zur Reichsbürgerszene mit den Durchsuchungen in Verbindung stehen, sagte der Polizeisprecher zunächst nicht. Im Hamburg waren am Montag bereits drei Männer im Alter zwischen 30 und 43 Jahren vorläufig festgenommen worden.

Dabei handele es sich um zwei Deutsche und einen Russen. Am Dienstag soll entschieden werden, ob gegen die Männer Haftbefehl erlassen wird.

Insgesamt durchsuchten die Beamten mithilfe von Spezialkräften 16 Gebäude im Raum Hamburg, zwei in Bremen und drei in der Altmark.

In Sachsen-Anhalt seien die Durchsuchungen noch am Montag abgeschlossen worden, sagte der Sprecher. Dagegen sollten in Hamburg und Bremen am Dienstag noch Räume durchsucht werden.

Die Staatsanwaltschaft Lüneburg habe bereits seit vergangenem Oktober in dem Fall ermittelt.

Drogen-Razzia im Rheinland

Nahezu zeitgleich waren mehr als 300 Einsatzkräfte der Polizei am frühen Dienstagmorgen bei einer Drogenrazzia in Bonn und Umgebung ausgerückt.

Wie ein Sprecher am Morgen mitteilte, sind etwa 30 Wohnungen in Bonn, Köln, Alfter, Bornheim und Niederkassel durchsucht worden. Der Schwerpunkt der Razzia liege im Bonner Stadtteil Tannenbusch.

Bei der Razzia geht es der Polizei zufolge neben Marihuana auch um harte Drogen wie Kokain. Elf Haftbefehle seien bereits vollstreckt worden, weitere lägen vor.

Bei dem Einsatz handele es sich um eine groß angelegte Aktion, die bereits seit Monaten geplant gewesen sei. Die Polizei ist auch mit einem Hubschrauber und Hunden vor Ort. Die Razzia läuft seit 6.00 Uhr.© dpa