Die Regierung in Stockholm verteilt eine Infobroschüre an sämtliche Haushalte im Land: Auf 20 Seiten erfahren die Schweden, wie sie sich im Falle von Krisen und Krieg zu verhalten haben.

Die schwedische Regierung will, dass die Bürger des Landes auf den Ernstfall vorbereitet sind: Sie wird in der kommenden Woche an alle 4,8 Millionen Haushalte im Land eine Informationsbroschüre schicken, sie trägt - frei übersetzt - den Titel "Falls Krisen oder Krieg kommen". Bereits jetzt kann man sie online einsehen.

Leser des Heftchens erfahren beispielsweise, was einzelne Warnsignale bedeuten, wo Bombenschutzkeller zu finden sind und wie sie zu Schwedens Verteidigung beitragen können.

Es gibt zudem Hinweise, wie an sauberes Wasser zu kommen ist und welche kalorienreichen Lebensmittel mit geringem Aufwand zubereitet werden können. Dazu finden sich Illustrationen von Sirenen, Kampfflugzeugen oder flüchtenden Familien.

Die Broschüre soll die Leser auch auf Cyber- und Terrorattacken vorbereiten, es gibt Abschnitte über den Klimawandel und eine Seite darüber, wie Fake News zu erkennen sind.

Eine Broschüre gegen Bedrohungen

Es ist das erste Mal seit mehr als 50 Jahren, dass die Regierung eine solche Broschüre an sämtliche Haushalte verteilen lässt.

"Obwohl Schweden sicherer ist als andere Länder, gibt es dennoch Bedrohungen unserer Sicherheit und Unabhängigkeit", heißt es darin. Wer vorbereitet sei, trage maßgeblich dazu bei, dass das Land eine große Belastung bewältigen könne.

Ähnliche Broschüren wurden erstmals 1943 während des Zweiten Weltkriegs verteilt. Bis 1961 gab es dann mehrere aktualisierte Neuauflagen. Regierungsstellen bekamen ähnliche Informationshefte noch bis zum Ende des Kalten Krieges.

Die aktuelle Veröffentlichung wurde von der Regierungsbehörde Swedish Civil Contingencies Agency erstellt, die zum Verteidigungsministerium gehört; der Auftrag dazu kam von der Regierung.

Das Heft wird zu einem Zeitpunkt in Umlauf gebracht, an dem in Schweden intensiv über das Thema Sicherheit diskutiert wird. Hintergrund sind die Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 sowie jüngere Vorfälle, bei denen russische Flugzeuge und U-Boote in schwedisches Gebiet vorgedrungen sein sollen.

Die Regierung in Stockholm beschloss 2016, die Militärausgaben wieder zu steigern. Im vergangenen Jahr fand eine große Militärübung statt. Schweden hat seit mehr als 200 Jahren keinen Krieg geführt, im Zweiten Weltkrieg war das Land offiziell neutral. In der Broschüre heißt es nun, im Falle eines Angriffs "werden wir niemals aufgeben".  © SPIEGEL ONLINE

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