Erst am Samstag wählte die österreichische SPÖ ihren neuen Parteichef. Doch der am Wochenende ausgerufene Gewinner Hans Peter Doskozil muss das Amt nun schon wieder abgeben. Schuld ist kein Skandal seinerseits, sondern ein Panne bei der Auszählung der Stimmen.

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Bei den österreichischen Sozialdemokraten ist es bei der Wahl zum Parteivorsitzenden am Wochenende zu einer beispiellosen Panne gekommen.

Die Oppositionspartei SPÖ gab am Montag bekannt, dass keineswegs der zum neuen Parteichef gekürte Hans Peter Doskozil am Samstag die Wahl gewonnen hat - sondern sein Konkurrent Andreas Babler. Bei der Auszählung seien die Stimmen vertauscht worden, sagte die Leiterin der Wahlkommission, Michaela Grubesa.

Wahlpanne: SPÖ entschuldigt sich bei Doskozil

Der Fehler sei bei der Übertragung in eine Excel-Tabelle passiert. Tatsächlich habe Doskozil 280 Stimmen bekommen, Babler aber 317 Stimmen. Der Fehler wurde am Montag bei einer Neuauszählung zufällig entdeckt.

Sie war nötig geworden, um aufzuklären, warum eine Stimme fehlte. Sie stellte sich als ungültig heraus. Die Partei habe sich bei Doskozil entschuldigt, sagte Grubesa. Neuer Parteichef ist nunmehr Babler.

Die Schuld dafür, dass man nicht eigenständig eine Nachkontrolle eingeleitet haben, nahm Grubesa auf sich. Niemand innerhalb der Kommission, Grubesa selbst eingeschlossen, habe eine entsprechende Maßnahme veranlasst.

Aus ihrer Sicht sei dennoch keine Wiederholung des Parteitags notwendig. Der "ganze Prozess" ist ihren Angaben nach "belegbar". (dpa/thp)

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