Kommt der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi doch ins Gefängnis? Eine Vertraute wird mit der Aussage zitiert, für den "Cavaliere" kämen weder Hausarrest noch Sozialarbeit in Frage. Er will seine einjährige Gefängnisstrafe angeblich absitzen.

"Berlusconi wird weder Hausarrest, noch Sozialdienst beantragen, sondern ins Gefängnis gehen", zitiert die Austria Presse Agentur (APA) die Mitte-Rechts-Parlamentarierin und Vertraute des Medienzaren, Daniela Santanche. "Die Italiener sollen wissen, dass er inhaftiert wird und dass er keinerlei andere Weise akzeptieren wird, die Strafe abzusitzen, zu der ihn die Richter verurteilt haben."

Vergangenen Donnerstag war Italiens Ex-Premier zu vier Jahren Haft wegen Steuerbetrugs verurteilt worden. Es ist das erste Mal, dass ein Urteil gegen ihn rechtskräftig wurde.

Abgeordnete wollen Senatssitz retten

Berlusconis Unterstützer beraten indes am Montag über eine gemeinsame Strategie. Sie wollen nach Informationen der APA ein unter der Regierung Monti verabschiedetes Gesetz entschärfen, demzufolge rechtskräftig zu mehr als zwei Jahren verurteilte Politiker keine Parlamentsmitglieder sein dürfen.

Nach Ansicht der Parlamentarier aus dem Berlusconi-Lager gilt das Gesetz nicht für Delikte, die vor dessen Inkrafttreten im Dezember 2012 begangen worden sind. Auf diese Weise könnte Berlusconi seinen Sitz behalten.

Beobachter gehen von einem neuen Winkelzug des um keinen politischen Trick verlegenen Berlusconi aus. Will er den Italienern zeigen, was die angeblich von "Linken" und "Feministinnen" durchsetzte italienische Justiz ihm angetan hat? Seit langem behauptet der Mann, der sein Land mit seinen Eskapaden nicht nur häufig der Lächerlichkeit preisgab, sondern auch fast in den Ruin trieb, die Justiz hätte sich gegen ihn verschworen. Die Italiener werden entscheiden müssen, wem sie Glauben schenken wollen. (ank/jfi)