In ihrer umstrittenen Bundestagsrede kritisierte Sahra Wagenknecht einen angeblichen "Wirtschaftskrieg gegen Russland" und vertrat damit Kremlpositionen. Nun zieht das erste prominente Linkenmitglied Konsequenzen.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Ulrich Schneider, ist aus der Partei Die Linke ausgetreten. Das teilte der Soziallobbyist bei Twitter mit.

Als Grund nannte Schneider den Auftritt der umstrittenen Linken-Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht im Bundestag in der vergangenen Woche.

"Dass die Linksfraktion am letzten Donnerstag im Bundestag Sahra Wagenknecht ans Podium ließ, und was diese dann – man hätte es wissen müssen – vom Stapel ließ, war zu viel", schrieb Schneider.

Schneider hält sich mit Kritik an der Linkspartei nicht zurück

Wagenknecht hatte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in einer Rede zum Etatentwurf seines Ministeriums attackiert und ihm einen "beispiellosen Wirtschaftskrieg gegen unseren wichtigsten Energielieferanten" vorgeworfen. Wagenknecht hatte sich im Ukrainekrieg wiederholt russlandfreundlich geäußert.

Bereits in derselben Bundestagsdebatte warfen SPD und Grüne der Linksfraktion vor, mit Wagenknecht eine Person ans Rednerpult gelassen zu haben, die dem Kriegstreiber Russland nach dem Mund rede.

Schneider, der 2016 in die Partei eingetreten war, kritisierte seine Partei wiederholt öffentlich. Nach der Bundestagswahl im vergangenen Jahr etwa schrieb er in einem Brief an die Partei- und Fraktionsspitzen: "Weshalb sollten die Menschen eine Partei wählen, bei der absehbar ist, dass ihre Fraktion im Deutschen Bundestag nicht an einem Strang ziehen, sondern sich in internen personellen oder inhaltlichen Auseinandersetzungen ergehen wird?"  © DER SPIEGEL