Ausländische Nachrichtendienste haben die deutschen Behörden vor Terroranschlägen gewarnt, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Im Visier von Dschihadisten stehen demnach die Hauptbahnhöfe von Berlin und Dresden sowie die Demonstrationen von "Pegida".

Deutsche Sicherheitsbehördensollen Hinweise auf mögliche Attentate erhalten haben. Die Informationen stammen laut "Spiegel" von ausländischen Nachrichtendiensten. Unter den mutmaßlichen Anschlagszielen befinden sich die Hauptbahnhöfe von Berlin und Dresden.

Außerdem sollen namentlich bekannte, international handelnde Islamisten über einen Anschlag auf die Demonstrationen der islamfeindlichen Protestbewegung "Pegida" diskutieren, die jeden Montag durch Dresden zieht. "Wir nehmen diese Hinweise sehr ernst", zitiert das Magazin einen Sicherheitsbeamten.

Zuletzt ging der deutsche Staat offensiv gegen Terrorverdächtige vor. Bei einem Großeinsatz gegen gewaltbereite Islamisten in Berlin hat die Polizei an diesem Freitag zwei Männer festgenommen. Die beiden Türken sollen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt und eine schwere staatsgefährdende Gewalttat in Syrien vorbereitet haben, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag mitteilten. Für Anschlagspläne in Deutschland habe es aber keine Anhaltspunkte gegeben, so Polizeisprecher Stefan Redlich.

Erst am Donnerstag war in Wolfsburg ein Deutsch-Tunesier festgenommen worden, der sich dem IS in Syrien angeschlossen haben soll. Am Freitag erließ der Bundesgerichtshof Haftbefehl gegen den 26-Jährigen. In Pforzheim hatte die Polizei am Donnerstag Wohnungen mutmaßlicher Islamisten durchsucht. Auch in diesen beiden Fällen gab es keine Hinweise auf Anschläge in Deutschland.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte am Freitag in Berlin: "Die deutschen Sicherheitsbehörden unternehmen alles, um die Bevölkerung wirksam zu schützen." Aus dem Ministerium hieß es, die Behörden erreiche derzeit eine Vielzahl von Hinweisen aus unterschiedlichen Richtungen. (com/dpa)